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Unfallschwerpunkt Kaunitzer/Lipplinger Straße in Delbrück wird genauer untersucht

Viele Autofahrer deutlich zu schnell

Delbrück (WB). Die Polizei nennt sie Unfallhäufungsstellen: Radwege, Straßen, Kreuzungen, an denen es öfter und schwerer zu Verkehrsunfällen kommt als anderswo. Hierzu zählt auch die Kreuzung Kaunitzer Straße (Landesstraße 751)/Lipplinger Straße/Am Westerrellerhof. Diese Stelle wurde jetzt genauer untersucht.

Zwischen 2017 und 2019 hat es an der Kreuzung Kaunitzer Straße/Lipplinger Straße/Am Westerrellerhof zehnmal gekracht. Dabei gab es fünf Schwerverletzte. Jetzt wurde der Unfallschwerpunkt genauer untersucht. Eine Erkenntnis: Mehr als die Hälfte der Autofahrer sind hier viel zu schnell unterwegs. Foto: Axel Langer

Die Ausfahrt Am Westerrellerhof liegt an einer Innenkurve und ist zudem aufgrund der hohen Geschwindigkeit beim Überqueren besonders gefährlich. Laut der Unfallstatistik ereigneten sich hier zwischen 2017 und 2019 insgesamt zehn Verkehrsunfälle, wobei neun Menschen zu Schaden kamen (fünf Schwerverletzte, vier Leichtverletzte).

Fahrbahnmarkierung wird erneuert

Auf Basis dieser Unfallentwicklung führte die überbehördliche Unfallkommission, bestehend aus Vertretern des Straßenverkehrsamtes, der Stadt Delbrück, der Polizei und des Landesbetriebes Straßenbau, nun Untersuchungen durch, um nach den Ursachen für die häufigen Unfälle zu suchen. Überprüft wurde dabei unter anderem die Fahrbahnoberfläche. Dabei wurde festgestellt, dass die Fahrbahnmarkierung der Kaunitzer Straße abgenutzt ist. Diese wird nun durch den Landesbetrieb Straßenbau kurzfristig erneuert.

Weiterhin wurde Ende August eine Woche lang eine Langzeitmessung zur Geschwindigkeit in Fahrtrichtung Lippling durchgeführt, etwa 100 Meter vor der Einmündung Am Westerrellerhof. Insgesamt wurden 37.224 Fahrzeuge (5295 pro Tag) auf dieser viel befahrenen Strecke registriert.

Mehr als die Hälfte der Verkehrsteilnehmer zu schnell

Das dort gemessene Geschwindigkeitsniveau weicht erkennbar von der zulässigen Höchstgeschwindigkeit ab: Mehr als 50 Prozent aller Verkehrsteilnehmer halten sich in dem Bereich nicht an die vorgegebene Höchstgeschwindigkeit von 70 km/h. 42 Prozent der Fahrzeuge waren schneller als 86 km/h, überschritten also mit mehr als 15 km/h die Tempo-70-Zone. Der Spitzenwert lag bei 158 km/h. Laut Aussage der Kreispolizeibehörde seien diese Werte nicht mehr unter Fahrlässigkeit einzustufen.

Die Kommission entscheidet nun über Maßnahmen, um eine dauerhafte Lösung an der Unfallhäufungsstelle herbeiführen. Die Polizei kündigt zudem verstärkte Geschwindigkeitskontrollen an.

Die aktuelle Verkehrsunfallstatistik im Kreis Paderborn belegt: die meisten schweren Verkehrsunfälle passieren außerhalb geschlossener Ortschaften. 2019 ereigneten sich 13 von 17 tödlichen Verkehrsunfällen außerorts. Mehr als ein Viertel der Schwerverletzten sind Radfahrer. Gestiegen ist 2019 auch die Zahl der als passiv, zum Beispiel als Beifahrer, im Straßenverkehr verunfallten Kinder. Grund genug, den Behördenschwerpunkt #PassAuf! auch im Jahr 2020 fortzusetzen.

Die Themen Geschwindigkeit und Ablenkung bleiben zentrale Elemente des Behördenschwerpunktes #PassAuf!. Die oberste Zielsetzung der polizeilichen Maßnahmen bleibt bestehen: Senkung der Unfälle mit schwersten Unfallfolgen.

Polizei organisiert regelmäßige Aktionen

Um den negativen Entwicklungen konsequent zu begegnen, organisiert die Kreispolizeibehörde Paderborn über das Jahr gesehen viele Aktionen sowie wöchentlich stattfindende Schwerpunktkontrollen. Topthemen sind Geschwindigkeit und Ablenkung. Speziell die Nutzung vom Smartphone am Steuer steht in der Kritik, denn das ist eine Hauptursache für schwere Verkehrsunfälle. Das Bußgeld für Handysünder am Steuer beträgt 100 Euro. Dazu gibt es einen Punkt in Flensburg.

Bei den Schwerpunktkontrollen sind auch zivile Kräfte unterwegs, um zum Beispiel Fahrer zu identifizieren, die ihr Handy während der Fahrt nutzen. Die Kontrolle und Ahndung erfolgt auf der Stelle durch uniformierte Kräfte, die auch die Geschwindigkeit messen und Verstöße umgehend sanktionieren.

Ebenso werden Fehlverhalten von und gegenüber Radfahrern in den Fokus der Maßnahmen gerückt. Konzentriert im Blick haben die Einsatzkräfte auch andere Hauptunfallursachen wie Vorfahrt, Abbiegen, Überholen, Alkohol und Drogen sowie die Einhaltung der Gurtpflicht und die richtige Sicherung von Kindern als Beifahrer.

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