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Stadt Delbrück muss auf künftige Anforderungen reagieren

Wasserverbrauch steigt stark

Delbrück (WB). Spätestens in vier Jahren ist die Stadt Delbrück gezwungen, Maßnahmen zu ergreifen, um Trinkwasser in ausreichender Menge liefern zu können. Das ist eine der Kernaussagen, die aus dem vom Rat jetzt beschlossenen Wasserversorgungskonzept hervorgeht. Welche Investitionssummen damit einhergehen werden, ist noch nicht bekannt.

Jürgen Spies

Blick in einen der Trinkwasserbehälter am Wasserwerk der Stadt Delbrück in Ostenland: Seit zehn Jahren steigt der Trinkwasserbedarf in Delbrück auffällig stark, unter anderem aufgrund des hohen und weiter steigenden Verbrauchs in Gewerbebetrieben. Foto: Besim Mazhiqi

Olaf Merschmann, Leiter des Fachbereiches Tiefbau sowie zuständig für die städtischen Eigenbetriebe Abwasserwerk und die Stadtbetriebe Wasserwerk und Hallenbad, sowie Fachbereichsmitarbeiterin Jutta Schwemin legten dem Werksausschuss und dem Rat die Zusammenfassung eines mehr als 100 Seiten starken Konzepts vor, wozu die Kommunen in NRW turnusmäßig gesetzlich verpflichtet sind.

Akuter Handlungsbedarf

Auf der Basis einer Fülle von Daten, Messergebnissen und Prognosen hat sich herausgestellt, dass ab 2022 insbesondere akuter Handlungsbedarf besteht, um die ohnehin schwankenden Tagesbedarfsmengen zu absoluten Spitzenzeiten sicherzustellen. Delbrück wächst weiter und somit auch der Trinkwasserbedarf, den Privathaushalte haben, die allerdings lediglich ein Drittel der gesamten Wassermenge benötigen.

Weitaus mehr Wasser verbrauchen in der Gesamtsumme vor allem Industriebetriebe und hier speziell im Delbrücker Land stark expandierende Unternehmen aus der Lebensmittelbranche.

Festgestellt hat die Stadt in ihrer Untersuchung, dass die Förderleistung einiger älterer Trinkwasserbrunnen deutlich nachgelassen hat. Deshalb sollen zwei neue Brunnen entstehen; ein älterer Brunnen würde dann zurückgebaut. Mittelfristig sieht Merschmann außerdem Handlungsbedarf, um die stündliche Wasseraufbereitungskapazität dem steigenden Bedarf anpassen zu können.

Qualitätsfaktor im Vordergrund

Die mögliche jährliche Erhöhung der Wasserförderung durch das bestehende Wasserrecht inklusive der bereits beantragten Erhöhung des Wasserrechts ist bei der Erstellung des Versorgungskonzeptes dem angenommenen Wasserverbrauch in den nächsten 20 Jahren gegenübergestellt worden. Das gesamte Thema Wasserversorgung ist äußerst komplex; hinein spielen beispielsweise vertragliche Regelungen, wonach Delbrück nicht unerhebliche Mengen Wasser an Paderborn liefern muss. Auf die Frage von Sven Büdeker (SPD), ob die Wasserwerke Paderborn GmbH auf die Wasserlieferung aus Delbrück überhaupt angewiesen sei, sagte Olaf Merschmann, dass der Fokus gar nicht so sehr beim Aspekt Menge liege, sondern dass die Wasserverbindungsleitung zwischen Paderborn und Delbrück hygienisch frisch gehalten werden müsse. »Eine Aufrechterhaltung der Leitung hat in einem Katastrophenfall eine hohe Priorität«, machte Merschmann klar.

Im Delbrücker Wasserversorgungskonzept der kommenden Jahre spielen außerdem die Sicherstellung von Löschwasserbedarf, Trassenverlegungen für neue Leitungen, Rohrnetzbau, Maßnahmen zur Reduzierung von Druckabfall zu Spitzenbedarfszeiten und vieles mehr eine Rolle.

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