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DRK und Rettungsdienst Bad Lippspringe warnen vor dunklen Hauseingängen und fehlenden Hausnummern

„Es kommt auf jede Minute an!“

Bad Lippspringe/Schlangen

Pizzaboten kennen das Problem, Zeitungsausträger auch: Gerade in der Nacht sind viele Hausnummern nicht oder nur schwer zu erkennen. Bei einem Rettungseinsatz kann ein gut ausgeleuchteter Hauseingang sogar lebenswichtig sein – besonders jetzt in der dunklen Jahreszeit. „Gerade bei Notfällen wie einen Herzinfarkt dürfen wir keine Zeit verlieren. Da kommt es buchstäblich auf jede Minute an“, macht Alfons Twielemeier, Leiter der DRK-Rettungswache in Bad Lippspringe, gegenüber dieser Zeitung deutlich.

Von Klaus Karenfeld

Das Team der DRK-Rettungswache (von links): Christopher Bues (im Rettungswagen), Ulrich Knorr, Vorsitzender des DRK-Bad Lippspringe, Lena Haß, Mathias Kasper, Alfons Twielemeier ,Stefan Kaiser, Leiter des Rettungsdienstes im Kreis Paderborn, sowie vorne Fenja Reese und Nina Kröger, die die Notfalldose präsentieren. Foto: Klaus Karenfeld

Stefan Kaiser, Leiter des Rettungsdienstes im Kreis Paderborn, sieht das genauso und macht in diesem Zusammenhang auf einen weiteren wichtigen Aspekt aufmerksam: „Die Suche nach der richtigen Adresse versetzt ein Rettungsteam in zusätzlichen Stress. Das darf nicht sein.“ Generell, so Kaiser, sollte jeder Hauseingang gut ausgeleuchtet sein – beispielsweise mit einen Solarlicht.

Doch leider ist das nicht immer der Fall. An manchen Gebäuden gebe es überhaupt keine Hausnummer, an anderen sei sie an einer schlecht einsehbaren Stelle angebracht. Mitunter verdeckten Büsche und Bäume die Hausnummer. „Um das zu verhindern, hilft ein regelmäßiger Rückschnitt der Pflanzen“, so Stefan Kaiser.

Anwohnerautos oft im Weg

Noch gravierender ist das Problem, wenn es sich bei dem Einsatzort um ein Mehrfamilienhaus mit mehreren Eingängen handelt oder das Haus zu weit von der Straße entfernt steht. „Da ist es sinnvoll, ein gut sichtbares Hinweisschild mit der betreffenden Hausnummer nahe an der Straße zu platzieren. Und vielleicht findet sich auch ein netter Nachbar, der auf die Rettungskräfte wartet und als Einweiser fungiert“, empfiehlt Rettungssanitäterin Lena Haß.

Nicht selten werden die Rettungsfahrzeuge am Einsatzort durch falsch parkende Autos der Anwohner behindert. Das Badestädter Rettungsteam appelliert an deren Einsicht: „Denken Sie daran, auch Sie könnten einmal in die Situation kommen und den Rettungsdienst benötigen.“

Auf dem Weg zum Notfallpatienten tut sich oft ein weiteres Problem auf: Treppenhaus und Flur sind zugestellt mit Fahrrädern, Schuhen oder Kinderwagen. „Da kann der Einsatz schnell zum Hindernislauf werden“, merkt Mathias Kasper an, stellvertretender Leiter der DRK-Rettungswache in Bad Lippspringe.

Notfalldose in den Kühlschrank stellen

In der Wohnung des Patienten angekommen, treffen die Einsatzkräfte manchmal eine unübersichtliche Situation an. Verwandte suchen nach dem Medikamentenplan ihres Angehörigen. Andere packen auf Zuruf die Reisetasche für den Krankenhausaufenthalt. Chronisch Kranken empfehlen die Rettungskräfte, schon im Vorfeld für den Fall der Fälle gewappnet zu sein und die gepackte Tasche mit persönlichen Dingen jederzeit griffbereit zu haben.

Vom Nutzen der sogenannten „Notfalldose“ für den privaten Haushalt sind die beiden Rettungssanitäterinnen Fenja Reese und Nina Kröger überzeugt. Was vielleicht nur wenige wissen: Die Notfalldose enthält ein wichtiges Informationsblatt, auf das Vorerkrankungen wie Bluthochdruck oder bekannte Allergien einzutragen sind, ebenso der Name des behandelnden Hausarztes. Beigelegt werden sollte wenn möglich auch der Medikamentenplan des Patienten.

„Die Notfalldose ist im Kühlschrank aufzubewahren, denn der findet sich üblicherweise in jedem Haushalt“, betont Twielemeier abschließend. Zwei mitgelieferte Aufkleber verdeutlichten dem Rettungsteam, dass eine Notfalldose im Haushalt vorhanden ist. Der eine Aufkleber wird außen auf den Kühlschrank geklebt, der zweite kommt an die Wohnungstür. Die Notfalldose ist in vielen Apotheken erhältlich.

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