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Innovationszentrum am Flughafen Paderborn/Lippstadt

Heggemann baut in Büren-Ahden Testzentrum für die Luftfahrt

Büren

Die Heggemann AG realisiert direkt am Flughafen Paderborn/Lippstadt ein Pilotprojekt im Rahmen des Innovationszentrums am heimischen Airport, wie die Flughafen-GmbH am Freitag mitteilte. In einem mehr als 13 Meter hohen Neubau werde das Unternehmen ab Sommer 2022 neue Mobilitätskonzepte für die Luftfahrt und komplette Fahrwerksysteme für Flugzeuge testen. 

Das auch am Flughafen ansässige Unternehmen Heggemann baut ein Testzentrum. Foto: Flughafen Paderborn/Lippstadt GmbH

„Mit dieser Investition im hohen sechsstelligen Bereich stärken wir die Zukunftsfähigkeit unseres familiengeführten Unternehmens. Gleichzeitig wollen wir ein sichtbar positives Zeichen für das Innovationszentrum am Flughafen setzen“, betonte der Aufsichtsratsvorsitzende Robert Heggemann.

Fluggeräte wie Lufttaxis und Transportdrohnen sowie neuartige Antriebe, die besonders lärm- und emissionsarm sind, würden derzeit überall auf der Welt im Rahmen von vielversprechenden Projekten entwickelt, heißt es weiter: "Als langjähriger Partner der internationalen Luftfahrtindustrie ist Heggemann bereits in viele innovative Projekte bei der Entwicklung und Herstellung komplexer Systeme involviert."

Entwicklungsleiter Dr. Thomas Meyer erläutert den Stellenwert des neuen Testzentrums, über das diese Zeitung erstmals Ende 2020 berichtete: „Die Möglichkeit, die von uns ausgelegten und gefertigten Strukturen und Fahrwerkssysteme jetzt auch mit einer eigenen Testvorrichtung verifizieren zu können, ist für Unternehmen vergleichbarer Größe weltweit einzigartig und verkürzt die Entwicklungszyklen für unsere Kunden signifikant.“

Innovationszentrum am Flughafen Paderborn/Lippstadt

In dem neuen Testzentrum kann Heggemann laut Mitteilung ganze Zellen und Strukturen von neuartigen Fluggeräten sowie komplette Fahrwerkssysteme bis zu der Größe eines Airbus-A320-Bugfahrwerks testen. Dabei simuliert das Unternehmen im Rahmen der Strukturtests auch Landungen im Normal- und Notfall.

Die zu testenden Bauteile und Systeme werden auf einer Höhe von bis zu acht Metern fixiert und mit Gewichten von bis zu 15 Tonnen beaufschlagt. Sobald die gesamte Messtechnik und die Hochgeschwindigkeitskameras eingerichtet sind, kann der Versuch erfolgen. Der Prüfkörper fällt seitlich geführt im freien Fall bis auf eine Messplatte, auf der sämtliche Reaktionskräfte erfasst und über eine eigens programmierte Auswertungssoftware dokumentiert werden. Neben dem eigentlichen Landestoß kann bei Flugzeug-Fahrwerken das Rad im Test mit bis zu 350 km/h angedreht werden, um die real auftretenden Belastungen darzustellen. Meyer: „Mit diesen Testergebnissen optimieren wir die Entwicklung der Systeme, um bei minimalem Bauteilgewicht die maximale Sicherheit der Passagiere gewährleisten zu können.“

Bei der Durchführung von Dauerfestigkeitsprüfungen und Umwelttests kooperiert Heggemann mit der LIA Engineering GmbH in Paderborn, einem Spin Off der Universität Paderborn. Ab Sommer 2022 kann Heggemann den Angaben zufolge zusammen mit der zuständigen Luftfahrtbehörde und den Kunden die vom Unternehmen entwickelten Bug- und Hauptfahrwerke testen.

„Diese Investition in unseren Standort am Flughafen Paderborn/Lippstadt ist ein wesentlicher Meilenstein bei der zukünftigen Ausrichtung unseres Unternehmens. Sie stellt gleichzeitig einen ersten Schritt in ein neues Geschäftsfeld dar, mit dem wir zukünftig als Anbieter von Testdienstleistungen für unsere internationalen Kunden auftreten werden“, sagt Robert Heggemann.

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