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Kommune  muss Energie sparen

Auch Hövelhof steht unter Strom

Hövelhof

Die Energiekosten werden sich in diesem Jahr im Vergleich zum Vorjahr voraussichtlich verdoppeln. Das gilt zumindest für Hövelhof: 2021 lagen die Kosten für Strom bei etwa 362.000 Euro, für Erdgas bei 256.000 Euro, für Heizöl bei etwa 42.000 Euro und für Flüssiggas bei etwa 17.000 Euro, sodass sich Gesamtkosten von ca. 677.000 Euro ergaben. Im Jahr 2022 rechnet die Gemeinde durch die allgemein bekannten Preissteigerungen mit Energiekosten in Höhe von etwa 1,17 Millionen Euro.

Von Per Lütje

Nicht nur Privathaushalte, sondern auch alle anderen haben mit steigenden Energiekosten zu kämpfen. Foto: dpa

Davon wurden 650.000 Euro für Erdgas, 70.000 Euro für Heizöl, 25.000 Euro für Flüssiggas, 25.000 Euro für Pellets, und 400.000 Euro für Strom veranschlagt.

Im Rahmen der Strombündelungsausschreibung des Kreises Paderborn bezieht die Gemeinde für nahezu alle Gebäude Ökostrom von der LSW Energie GmbH. Damit stammt der Strom nahezu vollständig aus regenerativen Quellen. Zusätzlich hat die Gemeinde bei der Kita Klausheide kürzlich eine PV-Anlage installiert, die den vollständigen Energiebedarf der Kindertageseinrichtung deckt. Auf mehreren weiteren gemeindlichen Gebäuden befinden sich PV-Anlagen der Energie-Bürger-Genossenschaft Delbrück-Hövelhof eG, deren erzeugter Strom in das örtliche Netz eingespeist wird. Aktuell prüft die Gemeindeverwaltung weitere Dachflächen auf ihr Solarpotenzial.

Hövelhof entwickelt Maßnahmenkatalog

Die Gemeinde Hövelhof hat sich bereits umfassend mit Einsparmöglichkeiten auseinandergesetzt und eine Arbeitsgruppe eingerichtet. Diese hat einen umfangreichen Maßnahmenkatalog entwickelt. Für die gemeindlichen Einrichtungen hat die Arbeitsgruppe eine Prioritätenliste der Gebäude erstellt. Bei nicht systemrelevanten Einrichtungen – beispielsweise Turnhallen – könnten die Beleuchtung und die Raumtemperatur auf das notwendige Minimum abgesenkt werden. Gegebenenfalls könnte auch eine Einschränkung der Warmwasser-Bereitstellung in diesen Gebäuden folgen.

Schrittweise stellt die Gemeinde die Leuchtmittel in allen Einrichtungen und auch die Straßenbeleuchtung im Gemeindegebiet auf LEDs um. Die Umsetzung dieser Umstellung ist bereits vorangeschritten. Ein Absenken der Helligkeit der Straßenbeleuchtung wäre eine weitere mögliche Maßnahme zur Energieeinsparung.

Um die Bürger für Energiesparmaßnahmen zu sensibleren und das Nutzerverhalten anzupassen, plant die Gemeinde, eine Informationskampagne durchzuführen. Themen werden unter anderem die Beleuchtungsreduzierung, die Regulierung der Raumtemperatur sowie das richtige Lüftungsverhalten sein.

Nahwärmeversorgung soll ausgebaut werden

Die beispielhaft aufgeführten Maßnahmen sind kurzfristig umsetzbar. Längerfristig zieht die Gemeinde in Erwägung, Gebäude mit hoher Priorität unabhängig von fossilen Brennstoffen zu machen und die Nahwärmeversorgung auszubauen. Das gemeindliche Schulzentrum mit der Haupt- und Realschule, dem HoT, den Sporthallen und dem neuen Sennebad soll an das Nahwärmenetz angeschlossen werden.

Im Grundschulverbund Senne am Standort Furlbach und in der Asylbewerberunterkunft an der Gütersloher Straße hat die Sennegemeinde Hövelhof moderne Pelletheizungen als Ersatz für veraltete Ölheizungen einbauen lassen. Zusätzlich zu diesen Anlagen nutzt die Gemeinde in fünf Gebäuden Wärmepumpen und beabsichtigt auch beim Neubau des Feuerwehrgerätehauses, die Wärmeversorgung durch eine Luft-Wasser-Wärmepumpe sicherzustellen.

Um anspruchsberechtigte Haushalte in Bezug auf die gestiegenen Energiepreise zu entlasten, gibt es bereits bundesgesetzliche Regelungen. So hat der Bund einen Heizkostenzuschuss vor allem für Wohngeld-Empfänger beschlossen.

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