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Letzter Erntewagen rollt durch Espeln - 4500 Besucher sind dabei

Aus dem Mofasattel auf den Thron

Espeln (WB/al). Ulrich Schröpfer und Regina Westermeier sind das neue Espelner Erntekönigspaar. Unter großem Jubel verkündete Kranzkönigin Jennifer Wecker ihre Namen. Die Proklamation des neuen Erntekönigspaares war Höhepunkt des 97. Heimat- und Erntedankfestes in Espeln und Krönung des prächtigen Erntezuges durch das 650-Seelendorf.

Rund 4500 Besucher aus der ganzen Region begleiteten den Dreispänner beim symbolischen Einholen der letzten Ernte. Mit mehr als 500 Aktiven bot der 97. Espelner Erntezug ein prächtiges Bild und begeisteret die Besucher. Foto: Axel Langer

Zehn Jahre gehörte Ulrich Schröpfer (60) zum Organisationsteam des Espelner Mofarennens. Neben dem Motorradfahren ist er noch beim SC Espeln als Kassierer aktiv. Schröpfer ist als Prozessingenieur beim Autozulieferer MöllerTech Engineerung in Brackwede beschäftigt. Seit 13 Jahren wohnt er mit Lebensgefährtin Regina Westermeier in Espeln. Der neue Erntekönig hat zwei Kinder aus erster Ehe und drei Enkelkinder. Die neue Erntekönigin ist gebürtige Espelnerin und feiert heute ihren 45. Geburtstag. Die Industriekauffrau arbeitet beim Delbrücker Badewannenhersteller Bette. Im Dorf engagiert sie sich bei der KFD und spielt gerne Doppelkopf. Ihr Vater, Fritz Westermeier (90), war 1959 Erntekönig.

»Ich möchte allen Beteiligten meinen großen Dank aussprechen. Durch den Beifall haben die Zuschauer alle Aktiven im Erntezug aber auch bei der einmaligen Quadrille belohnt. Es erfüllt mich mit Stolz, was dieses Dorf immer wieder auf die Beine stellt«, so Günter Austermeier. Der Vorsitzende des Bürgervereins dankte ausdrücklich der Reitergruppe, die unter der Leitung von Edwin Krukenmeyer mit 16 Teilnehmern eine gekonnte Quadrille auf den Rasen des Festplatzes zauberte.

Zuvor wurden rund 4500 Zuschauer entlang der Festzugstrecke Zeugen, wie drei Pferde den letzten Erntewagen symbolisch vom Feld durch Espeln zogen. 37 Gruppen und gut 500 Aktive hatten sich über Wochen auf den Zug vorbereitet. Motive der Landwirtschaft und des traditionsreichen Handwerks wurden präsentiert. Besonders der Kinderzug unter der Leitung von Birgit Pachur wurde von bewundernden Ohs begleitet. Die Kinder des Espelner Kindergartens zeichneten den Weg vom Korn zum Brot auf ganz eigene Art und Weise nach.

Geradezu sprachlos zeigte sich auch Festrednerin Regina Selhorst, Präsidentin des Westfälisch-Lippischen Landfrauenverbandes. »Ich finde nicht die richtigen Wort, zu dem, was ich Beeindruckendes gesehen habe. Man kann zu diesem Fest und dieser Gemeinschaft nur gratulieren«, sagte sie. »Hier wird Unmögliches möglich gemacht. Damit ist Espeln mit den 43 000 Landfrauen landesweit vergleichbar. Sie sind Sprachrohr der Frauen auf dem Land«, betonte die Präsidentin.

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