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Sennebad: Hövelhofer Verwaltung schlägt Neubau ohne Kleinkinderbecken, Sprungturm und Kletterwand vor

Basisvariante auf dem „roten Platz“ geplant

Hövelhof

Die Gemeindeverwaltung schlägt vor, ein neues Hallenbad neben der Dreifachturnhalle auf dem Gelände des „roten Platzes“ entlang der Krollbach­aue zu errichten. Favorisiert wird dabei eine Bauvariante mit einem 25-Meter-Becken mit fünf Bahnen sowie einem Kurs- und Therapiebecken. Auf ein zusätzliches Eltern-Kind-Becken, eine Sprunganlage und eine Kletterwand möchte die Verwaltung hingegen verzichten.

Meike Oblau

Die Verwaltung favorisiert einen Hallenbad-Neubau auf dem „roten Platz“ zwischen Dreifachturnhalle (links) und HoT (rechts). Rechts oberhalb der Turnhalle ist das alte Bad zu sehen. Foto: Oliver Schwabe

Diskutiert wird der Verwaltungsvorschlag am kommenden Donnerstag, 11. März, im Bauausschuss (19 Uhr, SuB).

Im Jahr 2019 waren die möglichen Kosten für eine Sanierung des 50 Jahre alten Sennebades an der Staumühler Straße ermittelt worden. Schnell wurde klar, dass eine Renovierung ähnlich teuer werden würde wie ein kompletter Neubau. Daher rückte die Neubau-Variante in den Mittelpunkt. In einer Machbarkeitsstudie wurden vier Ausstattungsvarianten benannt.

Die Basisvariante mit einem Sportbecken und einem Kursbecken (Kosten: etwa 11,25 Millionen Euro) wird nun von der Verwaltung favorisiert. Sie stelle im Vergleich zum jetzigen Bad eine deutliche Verbesserung dar. Erwartet wird eine Steigerung der Besucherzahlen um bis zu 10.000 Gäste jährlich (bisheriger Besucherschnitt im alten Sennebad: 40.700 Gäste pro Jahr). Das Kursbecken könne zum Beispiel auch von externen Anbietern wie Physiotherapeuten genutzt werden, die bereits Interesse bekundet hätten.

Die zweite, 575.000 Euro teurere Variante sah zusätzlich einen Sprungturm und eine Kletterwand vor. Allerdings hatten sich insbesondere die Schulen gegen eine Sprunganlage ausgesprochen, da durch eine solche Anlage höhere Anforderungen an die Rettungsfähigkeit der Lehrer gestellt würden. Auch die Schwimmvereine sahen keine Notwendigkeit für eine Sprunganlage.

Um das alte Sennebad noch mal öffnen zu können, müsste wohl eine sechsstellige Summe investiert werden. Foto: Jörn Hannemann

Das dritte Baumodell (Mehrkosten: 1,3 Millionen Euro) war zusätzlich mit einem Eltern-Kind-Bereich ausgestattet. Hier hält es die Verwaltung für fraglich, ob der bauliche und der finanzielle Aufwand in einem angemessenen Verhältnis zum Zweck stehen. Zudem könne in einem neuen Kursbecken durch einen Hubboden die Wassertiefe ebenfalls fast bis auf Null zurückgefahren werden, sodass auch so ein zeitweiliges Angebot für Kleinkinder geschaffen werden könne.

Modell Nummer vier (1,875 Millionen Euro teurer als die Basisvariante) wurde als Maximalvariante bezeichnet, bestehend aus Sportbecken, Kursbecken, Eltern-Kind-Becken, Sprunganlage und Kletterwand. Ergänzt wurde später eine fünfte Variante, die darüber hinaus ein Ganzjahresaußenbecken vorsah, das etwa 580.000 Euro kosten und deutlich mehr Personal- und Reinigungsaufwand bedeuten würde.

Zu diesen Kosten dazu kommt die Finanzierung einer notwendigen neuen Energiezentrale, die nicht nur das Hallenbad, sondern auch das komplette Schulzentrum und das Jugendzentrum HoT versorgt. Hier rechnet man mit weiteren Kosten in Höhe von 1,3 Millionen Euro. Günstiger würde es allerdings, wenn diese Energiezentrale ins neue Hallenbad integriert würde. Außerdem hofft Hövelhof für den Bau des neuen Bades auf Fördermittel des Bundes in Höhe vom bis zu drei Millionen Euro.

Die Verwaltung spricht sich für einen Neubau an der Krollbachaue aus und hofft darauf, dass es wirtschaftlich und statisch vertretbar ist, für die Dauer der Bauphase das alte Sennebad noch mal öffnen zu können. Dazu wird das alte Sennebad aktuell genauer untersucht. „Im Rahmen der Bauwerksuntersuchung wurde auf Empfehlung der Fachleute eine Absperrung vorgenommen, um tiefgreifende Untersuchungen der Fassade vornehmen zu können“, hieß es aus dem Rathaus. Am Freitagmorgen wurde das alte Sennebad an der Staumühler Straße, das seit einem Jahr coronabedingt und aufgrund einer veralteten Lüftungsanlage geschlossen ist, mit Bauzäunen abgesperrt.

Bliebe das alte Bad dauerhaft geschlossen, könne eine ganze Grundschulgeneration nicht vor Ort schwimmen lernen und der Hövelhofer Schwimmverein und die DLRG seien massiv in ihrer Existenz gefährdet, heißt es in der Vorlage für den Bauausschuss. Daher soll das alte Bad möglichst noch einmal für drei bis vier Jahre öffnen.

Beim Neubau setzt die Gemeindeverwaltung auf das Gelände entlang des Krollbachs an der Dreifachhalle: „Der Blick aus einer östlichen Fensteranlage in die Krollbachauen sorgt für eine deutliche Attraktivitätssteigerung des Bades“, heißt es aus dem Rathaus. Für den „roten Platz“, also die Sportaußenanlage des Schulzen­trums, solle eine alternative Fläche gefunden werden. Dazu soll es erneut eine Bürgerbeteiligung geben. Nach Vorstellung der Verwaltung könnte bereits im April eine „Zukunftswerkstatt“ zu diesem Thema speziell für Kinder und Jugendliche stattfinden. Nahe des „roten Platzes“ gibt es auch ein Soccerfeld und eine Skateranlage. Die Verwaltung hofft, dass es für die Neugestaltung des Sportgeländes an anderer Stelle Fördermittel im Rahmen eines neu aufzustellenden Ortskernkonzeptes gibt.

Die Politiker müssen nun diskutieren, an welchem Standort und in welcher Größenordnung ein neues Hallenbad geplant werden soll. Sie treffen aber keine endgültige Entscheidung, sondern unterbreiten nur einen Vorschlag, über den die Hövelhofer dann in einem Ratsbürgerentscheid abstimmen sollen.

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