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Täter erschleichen Guthabencodes – Mann tappt in Telegram-Sexfalle

Betrüger im Kreis Paderborn mit immer neuen Maschen erfolgreich

Paderborn/Hövelhof/Salzkotten

Mit immer neuen Maschen versuchen Betrüger im Kreis Paderborn an das Geld ihrer Opfer zu kommen. In Hövelhof wurde eine Tankstellenmitarbeiterin derart verunsichert, dass sie per Telefon Guthabencodes im Wert von 1700 Euro an die Täter übermittelte. Aber auch vor Schockanrufen und in Telegram-Chats gestellten Sexfallen muss die Polizei warnen.

Symbolbild. Foto: David Inderlied/dpa

Am vergangenen Mittwoch, 25. Mai, rief abends ein Mann in einer Hövelhofer Tankstelle an und gab sich als Techniker einer Firma aus, der Updates für die Kassensysteme durchführen müsse. Die Angestellte wimmelte den Anrufer zunächst ab, doch der Täter blieb hartnäckig und konnte das verunsicherte Opfer nach weiteren Anrufen davon überzeugen, dass das Anliegen echt sei.

Um sich zu autorisieren, musste die Angestellte Guthabencodes von Google Play, Steam und Xbox telefonisch durchgeben. Bis der Betrug aufflog, hatte die Frau bereits Codes im Wert von 1700 Euro an die Täter übermittelt. Das Geld konnte nicht mehr zurückgebucht werden.

Die Übermittlung von Guthaben-Codes verlangen Betrüger nach Angaben der Polizei auch bei anderen Maschen – wenn sie sich beispielsweise als Microsoft-Mitarbeiter oder Überbringer von hohen Geldgewinnen ausgeben.  „Wenn Sie am Telefon – egal ob privat oder geschäftlich – zur Übermittlung von Guthabencodes der verschiedensten Anbieter aufgefordert werden, handelt es sich immer um Betrug. Legen Sie auf und gehen Sie auf keine Forderungen ein“, warnt die Polizei.

Schockanrufer verlangen 10.000 Euro Kaution

Zwei Tage später, am Freitag, 27. Mai, hat es erneut Betrugsversuche mit Schockanrufen angeblicher Polizeibeamter gegeben. Die Täter behaupteten, ein Verwandter sei an einem schweren Verkehrsunfall beteiligt und festgenommen worden. Sie verlangten Summen von über 10.000 Euro als Kaution. Es gab auch die Variante, bei der die Täter nach dem Vermögen und Wertsachen der Opfer fragten. Die vermeintlichen Opfer erkannten die Betrugsversuche aber und legten auf. Bislang sei kein neuer Fall bekannt geworden, bei dem die Täter Erfolg gehabt hätten, heißt es.

Als Sexfalle entpuppte sich – ebenfalls am Freitag – ein nächtlicher Chat über den Messenger-Dienst Telegram. Ein Paderborner hatte sich, so glaubte er, mit einer Frau zum Geschlechtsverkehr verabredet. Die Bezahlung erfolgte vor der Dienstleistung mit der Überweisung von mehreren hundert Euro über verschiedene Geldtransferdienste. Der Betrug flog auf, weil niemand am vereinbarten Ort in Paderborn erschien.

Per WhatsApp wiederum versuchten es Betrüger am Sonntag, 29. Mai, bei einer Salzkottenerin. Sie bekam einen Chat von einer unbekannten Nummer. Der Chatpartner behauptete, der Sohn zu sein, dessen Handy defekt sei und er deswegen mit einer neuen Nummer schreibe. Er müsse dringend knapp 3000 Euro an Rechnungen überweisen. Die Frau erreichte aber die Freundin ihres Sohnes am Handy und dann war klar, dass ein Betrug hinter dem Chat steckte.

Betrüger nutzen noch zahlreiche weitere Maschen. Weitere Informationen und Tipps, wie man sich vor Betrug schützen kann, finden sich  unter: https://www.polizei-beratung.de/themen-und-tipps/betrug/

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