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Premiere beim Tag der offenen Tür im Heimatzentrum OWL in Hövelhof

Bussard in die Freiheit entlassen

Hövelhof (WB/al). Mit einer Premiere wartete der Tag der offenen Tür im Heimatzentrum OWL in Hövelhof am Sonntag auf. Wilfried Limpinsel von der Vogelpflegestation in Essentho entließ erstmals im Ambiente der historischen Gebäude einen Mäusebussard.

Mit einer Premiere wartete der Tag der offenen Tür im Heimatzentrum OWL in Hövelhof auf: Mathilde (links) und Wilfried Limpinsel von der Vogelpflegestation haben einen von ihnen aufgepäppelten Mäusebussard wieder in die Freiheit entlassen. Foto: Axel Langer

Viele althergebrachte Handwerkskünste präsentierten sich: vom Hutmacher über die Museumsapotheke bis hin zum Bäcker- oder Schmiedehandwerk. »Wir organisieren die Tage der offenen Tür in unregelmäßigen Abständen. Letztmalig haben wir das vor zwei Jahren gemacht. Allein vom Plattdeutschen Kreis sind knapp 50 Helfer hier im Einsatz«, verdeutlichte Carsten Tegethoff vom federführenden Plattdeutschen Kreis den großen Aufwand hinter den Kulissen.

Schon seit mehr als 40 Jahren befindet sich in dem alten Sennekotten das Heimatmuseum. Nach und nach wurden weitere historische Gebäude wie die Wagenremise oder das Heimatzentrum saniert und öffneten. 1983 kam ein Backhaus hinzu. »In der Chronik des Espelner Hofes Höddinghaus aus dem Jahr 1893 ist das Backhaus bereits aufgeführt. Heute wird darin wie zu Uromas Zeiten gebacken«, so Carsten Tegethoff.

Derjenige, der für den leckeren Duft knusprigen Roggenbrots und frisch gebackenen Kuchens sorgte, heißt Hubert Kaimann. Schon am Freitagnachmittag hatte er den Backofen mit Buchenholz angefeuert. »Man muss den Ofen erstmal auf eine Grundtemperatur bringen, sonst reißt er beim erhitzen«, erklärte Hubert Kaimann das aufwendige Backen mit einem Holzfeuer. Nach weiteren zwei Stunden hatte der Ofen eine Temperatur von rund 250 Grad erreicht. Dann mussten die Glut und die Asche aus der Backkammer geräumt und diese gründlich gereinigt werden. Danach konnte das Roggenbrot mit natürlichem Sauerteig gebacken werden. »Das hat so rund zweieinhalb Stunden gedauert. Heute haben wir mit der Restwärme von etwa 180 Grad noch Kirschkuchen gebacken. Aber jetzt ist der Holzofen soweit abgekühlt, dass wir nicht mehr backen können«, rieb sich Hubert Kaimann zufrieden die Hände.

Verletzten Bussard gesund gepflegt

Zufrieden schaute auch Wilfried Limpinsel hinter dem soeben in die Freiheit entlassenen Mäusebussard hinterher. Vor drei Monaten wurde der hilflose und völlig ausgemergelte Greifvogel in der Vogelpflegestation abgegeben. »Der Vogel war an der linken Schwinge schwer verletzt, und wir haben ihn einige Tage lang sogar zwangsernähren müssen«, berichtete Wilfried Limpinsel, der den Mäusebussard mit Ehefrau Mathilde vorsichtig wieder aufgepäppelt hat. Nachdem sich der Greifvogel erholt und in der Voliere der Pflegestation bewiesen hatte, dass er wieder fit ist, konnte er nun ausgewildert werden. Vom Innenhof des Heimatzentrums aus wurde er mit kräftigem Anschub frei gelassen. Zuvor wurde der Vogel noch beringt. »Der wird sich ein neues Revier in der Gegend suchen. Vielleicht zieht es ihn auch in die Senne«, sagte Limpinsel.

Siene Puttkers und Akkordeonorchester spielen auf

Sehr viel farbiger ging es bei Renate Regier am Webstuhl zu. Aus bunten Baumwollfäden webte sie im Kreuzköper-Muster ein regenbogenfarbenes Tuchstück und erklärte den Besuchern, wie das Weben funktioniert. Auch für Musikfreunde gab es einiges zu hören: Das Jagdhornbläsercorps sorgte genauso für Unterhaltung wie die Siene Puttkers oder das Akkordeonorchester.

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