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„Jeder Euro und jede Spende von haltbaren Lebensmitteln sind wichtig“

Delbrücker Hilfstransport startet am 11. März Richtung Ukraine

Delbrück

Ein Fahrzeugkonvoi aus Delbrück wird sich am 11. März in Richtung polnisch-ukrainischer Grenze auf den Weg machen. Dafür werden am 5. März auf dem Gelände des Feuerwehrgerätehauses Delbrück Spenden angenommen.

Von Axel Langer

Organisieren einen Hilfstransport, der haltbare Lebensmittel, Getränke und Hygieneartikel sowie auch Kleiderspenden an die polnisch-ukrainische Grenze bringen wird (von links): Henry Kosche vom Marktkauf, Roman Kriesten und Martina Werning (DRK), Bürgermeister Werner Peitz, Karina Biskup, Marlena Wrobleswska, Martin Steffens (Steffens Pumpen), der Leiter der Delbrücker Feuerwehr, Johannes Grothoff, und Daniel Wroblewski. Foto: Axel Langer

„Das sind schlimme Bilder, die uns aus der Ukraine erreichen. Noch vor einigen Tagen haben wir geglaubt, dass ein Krieg in Europa nicht möglich ist. Nun ist Hilfe für die Flüchtenden und die Menschen in der Ukraine gefragt“, sagt Bürgermeister Werner Peitz, der eine gerade in Delbrück gestartete Hilfsaktion unterstützt. Involviert sind Privatpersonen, Feuerwehr, DRK und der Marktkauf.

An diesem Samstag werden auf dem Gelände des Feuerwehrgerätehaus in Delbrück, Südstraße 39, haltbare Lebensmittel, Getränke und Hygieneartikel gesammelt. In der Zeit von 10 bis 19 Uhr werden die Spenden von Feuerwehrleuten entgegengenommen. „Wichtig ist, dass die Lebensmittel mindestens noch ein halbes Jahr haltbar sind und gegen äußere Beschädigungen geschützt sind“, erläutert Henry Kosche vom Marktkauf, der den Hilfeaufruf ebenfalls unterstützt. Auch in dem Supermarkt werden Lebensmittelspenden entgegengenommen.

„Außerdem bitten wir um Spenden, da für den Transport der Spenden Fahrtkosten von bis zu 8000 Euro anfallen“, sagt der Leiter der Delbrücker Feuerwehr, Johannes Grothoff. Mehrere private Bullis mit Anhänger, aber auch eine Reihe von Feuerwehrfahrzeugen stehen für die Aufnahme der Hilfsgüter bereit. „Bürgermeister Werner Peitz, Landrat Christoph Rüther und auch der Kreisbrandmeister haben sofort ihre Unterstützung zugesagt, so dass wir auch Feuerwehrfahrzeuge einsetzen können“, so Grothoff weiter. „Jeder Euro und jede Spende von haltbaren Lebensmitteln sind wichtig“, betont Martin Steffens, der die Initiative einer Facebookgruppe aufgegriffen und im wahrsten Sinne des Wortes über Nacht auf die Beine gestellt hat.

Spenden sollen per Zug nach Lwiw gebracht werden

Am Freitag, 11. März, startet der Transport von Delbrück aus. Ziel ist – nach rund 1250 Kilometern – der Raum Przemyśl in Polen. Przemyśl war in den vergangenen Tagen als Partnerstadt Paderborns bereits mehrfach Ziel von Hilfstransporten aus der Region. In der Lagerhalle einer polnischen Spedition bei Przemysl werden die Hilfsgüter umgeladen und per Eisenbahn direkt nach Lwiw (Lemberg) in die Ukraine gebracht. „Sollte dies nicht mehr möglich sein, übernimmt das polnische Rote Kreuz den Transport“, sagt Marlena Wroblewska. Die gebürtig aus Adamow bei Przemysl stammende junge Frau lebt gemeinsam mit ihrem Ehemann Daniel in Delbrück.

Gemeinsam mit Karina Biskup und Annema Piwko-Letek hat sie eine Facebookgruppe ins Leben gerufen, die auch schon in Polen Hilfsgüter gesammelt und nach Lwiw gebracht hat. Ihr Cousin arbeitet bei einer Spedition in der Nähe von Przemysl und hat den Transport organisiert. Auch bei diesem Hilfstransport kümmert er sich um die Logistik und die Spedition stellt ihre Lagerhalle zur Verfügung.

Der DRK-Stadtverband unterstützt den Hilfstransport ebenfalls, sammelt gute gebrauchte Kleidung und hat ein Spendenkonto eingerichtet. Unter dem Kennwort DRK-Ukraine-Hilfe werden unter der Bankverbindung DE67 472 517 400 000 011 114 Spenden gesammelt. Außerdem bietet die DRK-Kleiderkammer Sonderabgabetermine an, um gut erhaltene Kleidung zu sammeln. „Besonders Babykleidung sowie Kinder- und Jugendkleidung wird gesucht“, so die stellvertretende Rot-Kreuzleiterin Martina Werning. Die DRK-Kleiderkammer im DRK-Heim, Südstraße 39, öffnet für die Annahme von Dienstag bis Donnerstag, 8. bis 10. März, je von 14 bis 18 Uhr.

Stadt Delbrück hilft

Auch die Stadtverwaltung hat eine zentrale Anlaufstelle für Hilfsangebote eingerichtet. „Uns wurden schon mehrere Räumlichkeiten für die Unterbringung von Geflüchteten aus der Ukraine angeboten. Die Hilfsbereitschaft ist vorbildlich“, sagt Bürgermeister Werner Peitz. Weitere Angebote nehmen der Bürgermeister (Tel. 05250/996102 oder werner.peitz@delbrueck.de) sowie die Leiterin des Fachbereichs Soziales, Brigitte Strunz (Tel. 05250/996234 oder brigitte.strunz@delbrueck.de) entgegen.

Über die aktuelle Entwicklung durch den russischen Angriff auf die Ukraine halten wir Sie in unserem Liveticker auf dem Laufenden.

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