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Hövelrieger Martin Bretschneider spielt Hauptrolle im ARD-Film „Meine Mutter im siebten Himmel“

Der Gärtner liebt eine ältere Frau

Hövelhof-Hövelriege

Eine ältere Frau verliebt sich in einen deutlich jüngeren Mann – auch heutzutage noch oft ein Tuschelthema. Genau so ein Paar spielen jetzt Margarita Broich (60) und der Hövelrieger Schauspieler Martin Bretschneider (46) im neuen ARD-Film „Meine Mutter im siebten Himmel“.

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Ältere Frau liebt jüngeren Mann: Darum geht es in „Meine Mutter im siebten Himmel“ mit Margarita Broich und Martin Bretschneider. Foto: ARD Degeto/Martin Rottenkolber

Vor der Ausstrahlung des Films am Freitag, 5. März, um 20.15 Uhr im „Ersten“ hat WB-Redakteurin Meike Oblau mit Martin Bretschneider gesprochen.

Die ARD umschreibt Ihre Rolle mit „der charmante Gärtner Ron“. Was für ein Typ ist Ron? Was verbindet Sie mir ihm?

Bretschneider: Ron ist Gärtner, und die Liebe zur Natur haben wir durchaus gemeinsam. Ich bin am Rande von Hövelhof quasi mitten im Wald aufgewachsen und bin gerne draußen. Mit Rons Gartenkünsten kann ich allerdings nicht mithalten. Meine beschränken sich eher aufs Blumengießen, Rasenmähen oder Baumfällen – wobei ich in meiner Rolle zumindest einen Baum stutzen muss.

Der Film ist der fünfte Teil der Filmreihe „Meine Mutter….“ Margarita Broich und Diana Amft spielen Mutter und Tochter, die die Gaststätte „Kupferkanne“ in der Eifel führen. Wie sind Sie zu Ihrer Episodenhauptrolle gekommen?

Bretschneider: Diesmal ohne klassisches Casting. Die Casterin hatte mich vorgeschlagen und mit dem Regisseur John Delbridge hatte ich vor zwei Jahren schon bei „In aller Freundschaft“ zusammengearbeitet. Mir hat gefallen, dass der Autor Christian Pfannenschmidt hier mal etwas anderes ausprobiert und die normative Erzählweise aufgelöst hat. Das Rollenverhältnis zwischen jüngerem Mann und reiferer Frau ist spannend. Und auch, wie das Umfeld der beiden reagiert.

Wie lief das Zusammenspiel mit Margarita Broich?

Bretschneider: Das war wunderbar. Sie ist eine tolle Schauspielerin, darüber hinaus charmant, witzig und klug. Wir hatten uns schon vor den Dreharbeiten für einen Gedankenaustausch in Berlin getroffen und die Chemie stimmte sofort.

Um Liebesszenen wie diese spielen zu können, begaben sich Martin Bret­schneider und Margarita Broich vorab in „Quasi-Quarantäne“. Foto: ARD Degeto/Martin Rottenkolber

Nun fand der Dreh im Coronajahr statt, Sie beide kommen sich im Film aber ziemlich nahe. Gab es da Auflagen?

Bretschneider: Ja, das war schon extrem. Wir mussten die Dreharbeiten mit dem ersten Lockdown im Frühjahr zunächst unterbrechen. Wir hatten im März begonnen, und dann ging‘s erst im Juli weiter, unter strengen Auflagen – Masken, Abstand und Hygiene. Wir hatten – wie inzwischen jede Film- oder Fernsehproduktion – einen Hygienebeauftragten am Set, der auf die Einhaltung der Hygienebestimmungen achtete. Die Liebesszenen waren nur möglich, weil Margarita und ich uns in eine so genannte Quasi-Quarantäne begeben haben, zusammen mit ihrem Mann. Zehn Tage haben wir nur im Hotel oder am Set verbracht und wurden regelmäßig getestet. Nur so durften wir vor der Kamera den Mindestabstand unterschreiten.

Diana Amft (rechts) stammt wie Martin Bretschneider aus OWL. Sie spielt die Rolle der Eifelwirtin Toni Janssen, in deren Mutter Heidi (Margarita Broich) sich Gärtner Ron (Bretschneider) verliebt. Foto: ARD Degeto/Martin Rottenkolber

Die zweite weibliche Hauptrolle, die Tochter, wird von Diana Amft gespielt, die aus dem Kreis Gütersloh stammt. Da war der Film ja sozusagen eine ostwestfälische Co-Produktion. War das Gesprächsthema zwischen Ihnen und Diana Amft?

Bretschneider: Natürlich. Wenn man aus der gleichen Gegend stammt, hat man etwas gemeinsam, und seien es nur Ortsnamen, mit denen sonst niemand etwas anfangen kann. Wir fanden das lustig, dass wir beide nur etwa 30 Kilometer voneinander entfernt aufgewachsen sind. Das passiert nicht so oft, dass ich mit Kollegen zusammen arbeite, die auch aus OWL kommen.

Dennoch entscheidet sich Ihre Figur im Film ja für die Mutter. Während es in den Klatschspalten oft normal erscheint, dass ein älterer Mann mit einer jüngeren Frau daherkommt, ist es umgekehrt oft noch ein Tabu. Auch in Filmen sind selten ältere Frauen in einer Beziehung zu jüngeren Männern zu sehen.

Bretschneider: Vielleicht hat das was mit Besitzdenken zu tun. Manche Männer schmücken sich gerne mit einer jüngeren weiblichen Begleitung. Diese Konstellation ist gesellschaftlich auch total akzeptiert. Beim Film ist das gerade ein Riesenthema, viele ältere Kolleginnen beklagen derzeit, immer weniger Rollen angeboten zu bekommen. Ich denke, dass das auch etwas mit dem gängigen Schönheitsbegriff zu tun hat. Das Altern einer Frau ist in unserer Gesellschaft nicht positiv besetzt, während es bei Männern oft heißt „je älter, desto attraktiver“. Ich finde es toll, dass unser Film eine andere Geschichte erzählt.

Die Corona-Zeit ist für Künstler nicht einfach, vielen brechen die Einnahmen weg. Wie war‘s bei Ihnen?

Bretschneider: Zum Glück anders, ich hatte im abgelaufenen Jahr gut zu tun, da ich mir neben dem Theater ja schon vor einiger Zeit das Fernsehen als zweites Standbein aufgebaut habe. Wir haben die zweite Staffel der ZDF-Serie „Blutige Anfänger“ gedreht, wo ich einen Gerichtsmediziner spiele, und ich hatte eine Episodenrolle in der Serie „Die jungen Ärzte“ (ein Ableger der ARD-Serie „In aller Freundschaft“, der in Erfurt spielt, Anmerkung der Redaktion). Sehr zur Freunde meiner Nichten und anderer großer Fans der Serie in meiner Verwandtschaft.

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