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Klaus Töpfer besucht Projekte der Naturschutzstiftung in Hövelhof - mit Video

Die Senne im Herzen

Hövelhof (WB). Hoher Besuch in Hövelhof: Der ehemalige Bundesumweltminister Klaus Töpfer hat sich gestern Nachmittag über zwei Projekte der Naturschutzstiftung Senne informiert. Der 79-Jährige ist seit der Gründung im Jahr 2000 Schirmherr der Stiftung.

Meike Oblau

Zusammen mit dem Diplom-Biologen Michael Jöbges, der Sprecher der Landesarbeitsgemeinschaft Weißstorch NRW ist, sorgte Prof. Klaus Töpfer auf dem Hof Tegethoff für die Beringung von Jungstörchen auf einem Nestmasten. Fotos: Besim Mazhiqi Foto:

Mitglieder des Vorstandes und des Kuratoriums um Geschäftsführer Gerhard Lakmann und den stellvertretenden Vorstandsvorsitzenden und ehemaligen Hövelhofer Bürgermeister Werner Thor begrüßten den CDU-Politiker aus dem Nachbarkreis Höxter zunächst im Waldkindergarten, dessen Gründerin die Naturschutzstiftung ist. Anfangs war die Stiftung auch Träger. Für diese Aufgabe hat sich inzwischen ein Trägerverein gegründet.

Lebenstraum verwirklicht

Kita-Leiterin Irene Bröckling hatte 2007 mit diesem Projekt ihren Lebenstraum verwirklicht. In dem Kindergarten werden derzeit 46 Kinder in zwei Gruppen betreut – und das nahezu ausschließlich in der freien Natur. Zum Kindergarten gehören auch zahlreiche vierbeinige Bewohner wie Ponys, ein Esel, Schafe, Katzen, Wildgänse und Hund Lotte.

Dr. Dave Lubek ist Ehrenvorsitzender

Klaus Töpfer, der von 1987 bis 1994 Bundesminister für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit im Kabinett von Kanzler Helmut Kohl gewesen war, anschließend bis 2006 als Exekutivdirektor des Umweltprogramms der Vereinten Nationen in Nairobi gearbeitet hatte und seit 2008 Vizepräsident der Welthungerhilfe ist, nutzte den Besuch zudem für zwei besondere Aufgaben: Zum einen überreichte er der Naturschutzstiftung einen Scheck über 1000 Euro. Das Geld war bei einem Skatabend zusammengekommen. Zum anderen wurde der langjährige Vorsitzende der Stiftung, Dr. Dave Lubek, von Töpfer zum Ehrenvorsitzenden ernannt.

»Landesentwicklungsplan halte ich für korrigierungsbedürftig«

Hövelhofs Bürgermeister Michael Berens erinnerte daran, dass Klaus Töpfer 1994 schon einmal in der Sennegemeinde zu Gast gewesen war und damals ins goldene Buch geschrieben hatte, er wünsche Hövelhof weiterhin Wohlstand in einer liebens- und lebenswerten Umwelt: »Beides ist eingetreten, wir schätzen den Wert unserer Heimat sehr und nutzen die Senne für sanften Tourismus.« Der Waldkindergarten sei ein Musterbeispiel, wie man bereits die Kleinsten spielerisch an das Thema Natur heranführen könne: »So bringen wir die Senne in die Herzen der Hövelhofer«, sagte Berens, der betonte, auch beim Thema einer Nachfolgenutzung des Truppenübungsplatzes, der für Hövelhof »ein wichtiges Stück Heimat« sei, sei man auf gute Ideen angewiesen. Klaus Töpfer sagte, er sei überzeugt, die Idee, die Senne zum Naturschutzgebiet zu machen, müsse »mit großer Kraft und Nachdruck« verfolgt werden: »Den Landesentwicklungsplan halte ich für korrigierungsbedürftig. Wir brauchen die Vielfalt der Natur. Wie groß das Gebiet wird und wann es kommt, ist offen, aber wir sollten es als Ziel vor Augen haben.«

40 Brutpaare gibt es im Paderborner Land

Anschließend informierte sich der ehemalige Umweltminister auf dem Hof Tegethoff über den Weißstorch-Schutz im Paderborner Land und half unter Anleitung des Vogelkundlers Michael Jöbges bei der Beringung von Jungstörchen. Derzeit leben mehr als 40 Brutpaare im Paderborner Land. Durch den Bau von Nestmasten wurde der Bestand stabilisiert. Mit einem Hubsteiger wurde Töpfer dicht an das Hövelhofer Nest gebracht, um Jungstörche aus nächster Nähe zu sehen.

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