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In-Spirit aus Hövelhof reagiert mit Augenzwinkern und neuen Getränken auf die Corona-Pandemie

Dieser Impfstoff ist sofort verfügbar

Hövelhof

Darf man in Corona-Zeiten dem Virus auch augenzwinkernd begegnen? „Unbedingt“, sagt Stefan Adick von In-Spirit. Der Hövelhofer Spirituosen-Spezialist hat jetzt den ersten frei verfügbaren „Impfstoff“ auf den Markt gebracht – so heißt die neue Getränkemarke aus der Sennegemeinde.

Meike Oblau

In-Spirit-Geschäftsführer Stefan Adick (links) und Vertriebsleiter Marcel Radix präsentieren den „Impfstoff“ aus Hövelhof. Foto: Jörn Hannemann

„Aus der Spaßapotheke“, steht auf dem Etikett des Salbei-Zitronenlikörs. „Dieser Impfstoff bietet dir garantiert keinen Virus-Schutz, aber Kontakt zu einem einzigartigen Geschmackserlebnis“, lautet das wortspielerische Werbeversprechen. Auch Wein wird unter diesem Label vertrieben. Da ist es nur folgerichtig, dass Adick die Produkte über die Firmenhomepage www.spass-spass-spass.de anbietet.

Das Lachen wäre allerdings auch den Machern von In-Spirit in diesem Jahr beinahe vergangen, vertreibt das Unternehmen seine bekannten Partygetränke wie den „Quicky“ doch vor allem auf Zeltfesten, die 2020 ausnahmslos abgesagt wurden. „Das war schon ein brutales Geschäftsjahr, wir mussten Kurzarbeit anmelden und es ging wirklich ums Überleben“, sagt Stefan Adick.

In der Misere half das einzige nicht alkoholische Produkt im Portfolio: die im vergangenen Sommer vorgestellte Hanf-Cola „Chillma“. „Spar Österreich hat die Cola ins Angebot aufgenommen und auch in Deutschland haben wir Neukunden gefunden“, sagt Adick. „Chillma könnte ja auch fast so etwas wie das Motto der Corona-Krise sein.“

Trotzdem habe man aber dringend Ideen für ein weiteres Standbein gebraucht, sagt Stefan Adick. Zunächst hatte In-Spirit im Sommer an ein Bier namens „Balkonia Bräu“ gedacht in Anlehnung daran, dass viele ihre Ferien zu Hause verbringen mussten. Das klappte nicht – Mitte November geisterte dann aber das Schlagwort „Impfstoff“ durch das Büro des Unternehmens am Hövelmarkt.

„Genau so gehen wir durchs Leben, immer mit Augenzwinkern, selbst in der größten Krise. Aber immer hoffentlich auch sensibel genug, um das richtige Maß zu halten“, will Stefan Adick bei neuen Produkten den Bogen auch nicht überspannen. Die Impfstoff-Pläne wurden mit nahezu atemberaubendem Tempo vorangetrieben. Nur vier Wochen nach der ersten Idee ist das Getränk jetzt in verschiedenen Varianten erhältlich: als Salbei-Zitronenlikör, als Rotwein, Weißwein und Reservewein.

Bevor das Hövelhofer Unternehmen seinen alkoholhaltigen Impfstoff auf den Markt brachte, mussten marken- und lizenzrechtliche Fragen und vieles mehr geklärt werden. „Es lief alles parallel: Kontakte mit einer Anwältin für Lebensmittelrecht, mit dem Patent- und Markenamt, mit dem Aromalieferanten, dem Abfüller, dem Flaschenwerk, der Werbeagentur“, berichtet Adick, wie die Geschäftsidee richtig Fahrt aufnahm.

Dabei hat In-Spirit zunächst vorsichtig kalkuliert und nur 1200 Flaschen Likör produzieren lassen. „Vielleicht war das sogar zu vorsichtig. Wir haben den Impfstoff vergangenen Freitag in unserem Online-Shop präsentiert und übers Wochenende waren schon mehr als 100 Bestellungen eingegangen. Die Flaschen werden sogar von Apothekern und Gastwirten als Weihnachtsgeschenk gekauft“, freut sich Stefan Adick über den Erfolg.

Jetzt soll natürlich zügig weiterproduziert werden. „Die Menschen beweisen in der Krise Humor, das zeigen die Rückmeldungen, die wir bekommen“, sagt Adick. Und so heißt es auf dem Flaschenetikett des Hövelhofer Impfstoffs dann auch passend: „Für alle, die Spaß gut vertragen!“

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