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Gemeindeverwaltung rechnet mit einem Anstieg um 481.000 Euro

Energiekosten fressen Loch in Hövelhofer Haushalt

Hövelhof

Die explodierenden Energiekosten reißen auch in den Haushalt der Sennegemeinde Hövelhof ein großes Loch. Das wurde jetzt im Haupt- und Finanzausschuss deutlich gemacht.

Symbolbild. Foto: Imago

Die Sennegemeinde Hövelhof hat im vergangenen Jahr erneut an der gebündelten Erdgasausschreibung des Kreises Paderborn teilgenommen. „An den Energiemärkten konnte durch die Ausschreibung aber kein verwertbares Angebot eingeholt werden. Durch Nachverhandlungen hat sich das bisherige Unternehmen, BeSte Stadtwerke, dazu bereit erklärt, die Versorgung zu geänderten Konditionen fortzuführen“, ließ die Gemeindeverwaltung jetzt die Mitglieder des Haupt- und Finanzausschusses wissen.

Die angespannte Lage auf den Energiemärkten hat dazu geführt, dass die Energiepreise für das Jahr 2022 stark gestiegen sind. Für Erdgas ergibt sich eine Preisexplosion um rund 160 Prozent, wodurch bei gleichbleibendem Verbrauch die Energiekosten den bisherigen Haushaltsansatz für 2022 um 435.500 Euro übersteigen.

Preisverdopplung bei Heizöl erwartet

„Für Heizöl ist die Preisentwicklung im Verlauf des Jahres nur schwer abzuschätzen. Nach aktuellem Stand muss mit mindestens einer Preisverdopplung gerechnet werden“, so eine weitere Information der Verwaltung. Bei der Haushaltsüberschreitung sind bereits die Umrüstung von zwei Anlagen (Furlbachschule sowie Asylunterkunft Gütersloher Straße) auf Pellets berücksichtigt.

Für Flüssiggas sei die Preisentwicklung im Verlauf des Jahres ebenfalls schwer abzuschätzen. Nach aktuellem Stand sei mit mindestens einer Preissteigerung um 70 Prozent zu rechnen. Dadurch wird der Haushaltsansatz für 2022 um rund 13.000 Euro überschritten. Die Strompreise steigen gegenüber 2021 um sieben Prozent an, was im Haushaltsansatz für 2022 bereits berücksichtigt wurde.

Zahlen im Überblick

Insgesamt ergeben sich folgende Zahlen: Erdgas: Haushaltsansatz 214.500 Euro, erwartete Kosten 650.000 Euro, Differenz 435.000 Euro. Heizöl: Haushaltsansatz 37.700 Euro, erwartete Kosten 70.000 Euro, Differenz 32.300 Euro. Flüssiggas: Haushaltsansatz 12.000 Euro, erwartete Kosten 25.000 Euro, Differenz 13.000 Euro.

Bei einem Haushaltsansatz insgesamt in Höhe von 264.200 Euro und erwarteten Kosten, die extrem auf (voraussichtlich) 745.000 Euro hochschnellen, ergibt sich eine Differenz und Mehrbelastung in Höhe von 480.800 Euro. Dafür muss die Gemeinde Hövelhof überplanmäßige Finanzmittel zur Verfügung stellen.

Schulzentrum soll bald mit Fernwärme versorgt werden

In der Ausschusssitzung wies Bauamtsleiterin Julia Michels darauf hin, dass das Schulzentrum, das rund 50 Prozent des Gasverbrauches der Gemeinde ausmache, voraussichtlich ab dem Jahr 2024 mit Fernwärme versorgt werden könne und dadurch deutliche Einsparungen zu erwarten seien.

Auf Nachfrage von Oliver Kaluza (Grüne), der mehr über die Versorgung des Schulzentrums mit Fernwärme wissen wollte, sagte Bürgermeister Michael Berens, die Gemeinde sei bereits in guten Gesprächen mit einem möglichen Anbieter.

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