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Gespräche über Fortsetzung des Hövelhofer Ortskernkonzeptes laufen

Freier Blick aufs Schloss gewünscht

Hövelhof (WB). Die aktuellen Bauarbeiten auf dem Hövelmarktplatz sind der vorerst letzte Baustein des „Ortskernkonzepts 2020“. Auf Nachfrage von Jörg Schlüter (Grüne) im Bauausschuss sagte Bürgermeister Michael Berens (CDU) aber, dass derzeit bereits Gespräche mit der Bezirksregierung in Detmold bezüglich einer Fortsetzung des Ortskernkonzeptes liefen. Dabei steht unter anderem eine mögliche Freilegung der Schlossachse vom Henkenplatz aus gesehen im Fokus. Der Blick aufs Fürstbischöfliche Jagdschloss ist derzeit verbaut.

Meike Oblau

Theoretisch könnte man aus diesem Blickwinkel vom Henkenplatz aus das Jagdschloss sehen – wenn nicht der Anbau links am Gasthof Zur alten Post im Weg wäre. Wegen dieses Gebäudes konnte die Schlossachse bisher nicht frei gelegt werden. Foto: Meike Oblau

Über eine mögliche Fortsetzung des Ortskernkonzepts könnte der Rat 2021 abstimmen, sagte Berens. Beim aktuellen Konzept hatte die Gemeinde bei zahlreichen Bauprojekten im Ortskern von Fördergeldern in Millionenhöhe profitiert. 70 Prozent der Baukosten für Maßnahmen aus diesem Konzept stammen aus dem Städtebauförderungsprogramm „Aktive Stadt- und Ortsteilzentren” vom Bund und vom Land NRW.

Aktuell laufen am Hövelmarktplatz die letzten Bauarbeiten

Im Rahmen des 2011 mit großer Bürgerbeteiligung unter Federführung von Bauamtsleiter An­dreas Markgraf und seinem Team aufgestellten ersten Ortskernkonzeptes waren unter anderem die Sanierung der Einkaufsstraße und der Straße Zur Post, die Neugestaltung der beiden Plätze an der Hauptkreuzung (Henkenplatz) , die Sanierung des Schlossgartens samt Kulturscheune/Muhbar, Küsterhaus/Tourist Info und dem Bau der neuen Bücherei umgesetzt worden. Aktuell wird der Hövelmarktplatz umgebaut.

Ebenfalls im Ortskernkonzept enthalten, aber bisher nicht umgesetzt sind eine Umgestaltung der Wichmannallee und die von vielen gewünschte Freilegung der Schlossachse. Privater Immobilienbesitz (ehemaliges Gasthaus Zur alten Post) verhindert diese Freilegung, da zwischen dem Henkenplatz und dem Schloss derzeit das alte Gasthaus samt Anbau steht. Mit Hilfe von Hufeisen-Pflastersteinen wird die frühere Schlossachse an der Heidschnucken-Skulptur zwar angedeutet, zu sehen ist das Schloss vom Henkenplatz aus aber nicht.

Grundstück der alten Gaststätte im Blickpunkt

Ursprünglich hatte die Gemeinde vor Jahren sogar überlegt, das komplette Gasthaus „Zur alten Post“ zu kaufen und hier die neue Bücherei einzurichten. Das klappte nicht, die Bücherei entstand bekanntlich dann in der alten Vikarie im Schlossgarten. Gedanklich komplett verabschiedet hat man sich in der Gemeindeverwaltung von einem Ankauf der Gastro-Immobilie aber offenbar nie.

Es sei mittelfristig mit einem Eigentumswechsel zu rechnen, heißt es im alten Ortskernkonzept: „Dabei besteht die Gefahr, dass das gesamte Grundstück bebaut wird und die Schlossachse auf weiterhin unbestimmte Zeit zertrennt wird.“ Dies sei weder mit Mitteln des Baurechts noch mit Mitteln des Denkmalschutzrechts zu verhindern, so das Bauamt. Um die Schlossachse freilegen zu können, müsste die Gemeinde ein 740 Quadratmeter großes Areal kaufen, den Anbau an die Gaststätte entfernen und die Parkplätze davor entsiegeln. Die Gaststätte „Zur alten Post“ ist bereits seit Ende 2001 geschlossen. Die frühere Inhaberin Anneliese Möller ist vor wenigen Wochen im Alter von 91 Jahren verstorben.

Sanierung der Wichmannallee steht ebenfalls noch aus

Das ursprüngliche Ortskernkonzept 2020 enthielt auch weitere Vorschläge für Baumaßnahmen, die allerdings nicht gefördert würden. Hier müssten die Gemeinde und die Anwohner/Immobilienbesitzer bezahlen. Vorgeschlagen hatte das Bauamt dabei zum Beispiel die Sanierung der Bahnhofstraße. Auch eine Neugestaltung der östlichen Allee (zwischen Hauptkreuzung und Bahnübergang) nebst Parkplätzen und Gehwegen wurde im ursprünglichen Konzept beschrieben, ist in einer neueren Fassung aber entfallen. Die Allee ist eine Kreisstraße. Der Kreis Paderborn hatte bereits angekündigt, in den kommenden Jahren auch diesen Abschnitt sanieren zu wollen. Derzeit laufen zunächst die Bauarbeiten an der Sennestraße zwischen Bahnübergang und Schulzentrum , anschließend soll die Straße weiter Richtung Truppenübungsplatz, in die andere Richtung aber eben auch zwischen Bahnhofstraße und Hauptkreuzung saniert werden.

Viele Projekte aus Verfügungsfonds finanziert

Im Rahmen des Ortskernkonzeptes war zudem auch der Verfügungsfonds aufgelegt worden. Mit Hilfe dieses Geldes und Sponsoren konnten ebenfalls schon zahlreiche Projekte im Ortszentrum umgesetzt werden. Aus dem Fonds und Spendengeldern finanziert wurden unter anderem die Bronze-Schnucken auf dem Henkenplatz, das Ortskernmodell im Schlossgarten , der Bücherschrank in der Einkaufstraße , die digitale Kultursäule an der Hauptkreuzung, die Weihnachtsbeleuchtung sowie die beleuchteten Fahnenmasten (Henkenplatz, Ehrenmal und Rathaus).

Digitale Bürgerbeteiligung vorgeschlagen

Bei seiner Nachfrage im Bauausschuss hatte Grünen-Ratsherr Jörg Schlüter auch auf die Nachbarstadt Delbrück verwiesen , die derzeit ein neues Konzept erarbeitet und ihre Bürger dabei nicht nur über Versammlungen, sondern auch in digitaler Form beteiligt. Auf einer interaktiven Karte können Delbrücker Vorschläge machen und online markieren und beschreiben, was sie sich für die Innenstadt wünschen.

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