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Hövelhof soll für vorerst zwei Jahre einen Manager einstellen

Gemeinde investiert in Klimaschutz

Hövelhof

Die Gemeinde Hövelhof wird das Planungsbüro Energielenker mit der Erstellung eines vom Bund geförderten integrierten Klimaschutzkonzeptes beauftragen und demnächst zunächst auf zwei Jahre befristet einen Klimaschutzmanager einstellen.

Meike Oblau

Das Rathaus in Hövelhof. Foto: Meike Oblau

Die Gesamtkosten (Personalkosten für den Klimaschutzmanager, Erstellung des Konzeptes, Prozessbegleitung, Öffentlichkeitsarbeit) liegen bei etwa 182.000 Euro, der Eigenanteil der Gemeinde bei 25 Prozent.

Der Bau- und Umweltausschuss hat einstimmig für das geförderte Klimaschutzkonzept votiert, das auf einen gemeinsamen Antrag der CDU und der Grünen aus dem vergangenen Jahr zurückgeht. Mit der Erstellung des Klimaschutzkonzeptes kann voraussichtlich Mitte 2021 begonnen werden.

Ein integriertes Klimaschutzkonzept ist ein auf Bundesebene gefördertes Energiekonzept und soll konkrete Maßnahmen zur Erreichung der nationalen Klimaschutzziele benennen sowie den Klimaschutz als Bestandteil des kommunalen Umweltschutzes integrieren.

Das Konzept beleuchtet verschiedene Bereiche, zum Beispiel kommunale Gebäude und Grundstücke, die Straßenbeleuchtung, private Haushalte, die Wirtschaft/Industrie sowie die Themen Verkehr, Abwasser und Abfall. Ziel ist es, Potenziale für Energieeffizienz, Energieeinsparmöglichkeiten und Möglichkeiten zum Ausbau erneuerbarer Energien auszuweisen.

Die Grünen hatten in den vergangenen Jahren mehrfach ein solches Konzept eingefordert, Bürgermeister Michael Berens (CDU) hatte dann jedoch stets auf das Teilkonzept verwiesen, mit dem die Verwaltung bereits die kommunalen Gebäude und Flächen im Blick hatte. 2019 gelang es den Grünen jedoch, die CDU-Mehrheitsfraktion bei diesem Thema mit ins Boot zu holen. Anschließend hatte dann die Klimakommission gemeinsam mit dem Büro Energielenker über die Erstellung des Konzeptes beraten und eine Empfehlung ausgesprochen.

Das führte im Bauausschuss zu erneuter Kritik der Opposition an den nicht öffentlichen Sitzungen der Klimakommission. „Wir begrüßen die Erstellung des Klimaschutzkonzeptes, hätten es aber gut gefunden, wenn wir die Ausführungen des Büros Energielenker im Rat hätten hören können“, sagte Marian Hahne (SPD). Marcus Praschan bezeichnete die Klimakommission als „Schattenkabinett“, das nicht öffentlich und ohne Beteiligung aus der Kommunalpolitik tage: „Es gibt nicht mal Protokolle zu den Sitzungen.“ Bürgermeister Michael Berens, der die Klimakommission berufen hat und dem Gremium vorsitzt, verwahrte sich gegen die Kritik: „Das ist kein Schattenkabinett, sondern ein Expertengremium, das uns gute Ratschläge gibt.“

Das empfohlene Klimaschutzkonzept und die Einstellung eines Klimaschutzmanagers würden viel Sinn machen, sagte Berens: „Allein als Verwaltung wären wir nicht in der Lage, das Projekt vollumfänglich zu begleiten. Zudem ist ein Klimaschutzmanager sicher auch ein guter Ratgeber, der Impulse von außen mit hineinbringt.“ Im Haushalt 2021 seien entsprechende finanzielle Mittel veranschlagt. Alle Fraktionen stimmten für die Erstellung des Konzeptes.

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