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Eltern protestieren in Hövelhof gegen gefährliche Situation an der Gütersloher Straße

Haltestelle soll sicherer werden

Hövelhof (WB). Wenn Soraya morgens mit dem Bus zur Schule nach Verl fahren will, steht sie direkt an der viel befahrenen Gütersloher Straße, wo Autos und Lkw oft mit 100 Stundenkilometern dicht an ihr vorbeirasen. Wenn sie mittags wiederkommt, muss sie über einen Graben springen, um die Straße überqueren zu können. Unhaltbare Zustände, finden Eltern aus Riege, Hövelriege und Stukenbrock-Senne.

Meike Oblau

Die Bushaltestelle Brink an der Einfahrt zur Tankstelle an der Kreuzung Gütersloher Straße/Detmolder Straße liegt unmittelbar an der Landesstraße. Die Haltestelle gegenüber befindet sich sogar in einem Tempo-100-Bereich. Dagegen protestieren Christa Herglotz, Anne Westermeier, Helena Eckert und Anastasia Chentsov mit Soraya, David, Lina, Dorothea, Linea, Theresia und Loretta. Foto: Meike Oblau

Sie hatten sich zunächst an die Gemeinde Hövelhof gewandt. Eine Mitarbeiterin des Bauamts habe sich das Problem an der Kreuzung Gütersloher/Detmolder Straße zwar angesehen und gesagt, sie sei von der Situation dort geschockt, habe dann aber mitgeteilt, der Kreis Paderborn sei hier zuständig, berichtet Anne Westermeier aus Stukenbrock, deren Kinder hier ebenfalls in den Bus einsteigen. Der Kreis Paderborn hat sich der Sache nun angenommen – mit positiven Nachrichten für die Eltern und Kinder. Zuständig ist dabei in Teilen nach Angaben des Kreises sehr wohl die Gemeinde Hövelhof.

»Die Gütersloher Straße ist eine Landesstraße. Baulastträger ist der Landesbetrieb Straßen NRW«, sagt Kreispressesprecherin Michaela Pitz, führt aber weiter aus: »Der Landrat hat aufgrund des Schreibens der Eltern überprüfen lassen, ob beziehungsweise wie die Situation der Bushaltestelle verbessert werden muss beziehungsweise kann. Ein Vororttermin mit der Gemeinde Hövelhof, der Polizei und dem Landesbetrieb hat bereits stattgefunden. Der Kreis als Straßenverkehrsbehörde ordnet zwar den Halt an. Wie dieser auszusehen hat oder zu gestalten ist, ist Aufgabe der Gemeinde Hövelhof.« Kreis und Gemeinde arbeiteten nun an einer gemeinsamen Lösung, damit die Kinder dort sicher ein- und aussteigen könnten. »Angedacht sind bereits mehrere Alternativen, zum Beispiel eine Verlegung der Bushaltestelle oder auch Stellflächen für Autos«, sagt Pitz.

Die Haltestellen stehen zwar schon lange an der Gütersloher Straße, wurden aber früher seltener genutzt. »Bis vor einigen Jahren fuhr die Buslinie 73 durch Riege. Dort sind die Haltestellen vorbildlich ausgestattet«, sagt Christa Herglotz. Durch eine Baustelle in Verl sei dann plötzlich der Streckenverlauf der Buslinie geändert worden – sie fährt seitdem Riege nicht mehr an und etliche Eltern bringen ihre Kinder morgens bis zur Tankstelle an der Gütersloher Straße, damit diese dort in den Bus nach Verl einsteigen können.

Christa Herglotz

»Wir beobachten die Situation dort seitdem hilflos und halten sie für sehr gefährlich«, sagt Christa Herglotz. »Die Kinder steigen morgens direkt an der Zufahrt zur Tankstelle und zur angrenzenden Lkw-Werkstatt ein. Zudem wird oft zu schnell gefahren und auch immer wieder das Überholverbot missachtet.«

Noch absurder sei die Situation schräg gegenüber an der Haltestelle, an der die Kinder mittags aussteigen, wenn sie aus Verl zurückkommen. »Erst hinter der Haltestelle ist Tempo 70 angeordnet, vorher dürfen die Autos, die aus Richtung Verl kommen, 100 fahren. Um die Straße zu überqueren, um in Richtung Detmolder Straße/Riege zu kommen, müssten die Kinder entweder auf der Straße langgehen, was uns lebensgefährlich erscheint, oder sie müssen den Fußweg nehmen und dann in Höhe der Tankstelle über einen Graben springen und eine Böschung hochkraxeln, um die Straße queren zu können«, schildert Anne Westermeier. Zudem seien die Bushaltestellen auf beiden Straßenseiten nicht beleuchtet – von einem Wartehäuschen oder Fahrradständern ganz zu schweigen. Die Eltern hoffen nun, dass ihr Schreiben an den Landrat etwas bewirkt. Zum Pressetermin an der Bushaltestelle war nach ihren Angaben auch Bürgermeister Michael Berens eingeladen, der aber nicht erschien.

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