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Unterstützung auf breiter Ebene – Spendemöglichkeit noch an diesem Mittwoch im Edeka-Center

Hilfe für die Ukraine kommt auch aus Hövelhof

Hövelhof

Die Sennegemeinde Hövelhof ruft die Bevölkerung zur solidarischen Unterstützung der Menschen in der Ukraine auf. In enger Abstimmung mit den anderen Kommunen im Kreis Paderborn plant die Gemeinde Hilfsaktionen und bereitet sich auf die Aufnahme der Menschen vor, die aufgrund des Krieges die Ukraine verlassen müssen.

Viele Kinder und Jugendliche, wie dieser Zwölfjährige, fliehen allein über die polnische Grenze. Foto: Vadim Ghirda/AP/dpa

„Mit großer Erschütterung haben wir die Ereignisse in der Ukraine verfolgt. Im Rahmen unserer Möglichkeiten werden wir die bestmögliche Hilfe anbieten“, sagt Bürgermeister Michael Berens zu. Auch die Bürger­innen und Bürger, Vereine und Institutionen aus Hövelhof zeigen sich von den Geschehnissen der vergangenen Tage sehr bewegt. Zahlreiche Anfragen zu möglichen Hilfeleistungen sind bereits eingegangen. „Wir sind sehr dankbar für jede Form der Solidarität. Allerdings muss das Engagement strukturiert und gut abgestimmt auf die Bedürfnisse vor Ort ablaufen“, betont der Bürgermeister.

Arzneien sind knapp

Die polnische Partnerstadt Paderborns – Przemyśl – liegt unmittelbar an der Grenze zur Ukraine. Die Gemeinde Hövelhof beteiligt sich an einer Hilfsaktion der Stadt Paderborn, die den Menschen nach dem Grenzübertritt Zuflucht geben und sie unterstützen will. „Durch den Bürgermeister von Przemyśl, Wojciech Bakun, wissen wir genau, welche Hilfsgüter benötigt werden und können effektiv helfen“, sagt Berens. Insbesondere Schlafsäcke, Feldbetten, Zelte, Isomatten, Handtücher, thermische Decken, chemische Heizgeräte, Taschenlampen mit Batterien, touristische Kocher, thermoaktive Unterwäsche und Socken, Mützen, Handschuhe sowie Arzneien gegen Schmerzen würden dringend gebraucht. Die Waren werden mit Geldspenden finanziert. Sein Amtskollege Michael Dreier hat dafür bereits ein Spendenkonto eingerichtet (siehe Infokasten).

Spendenkonto

Was benötigt wird

Um so kurzfristig wie möglich Hilfsgüter zu senden, unterstützt die Sennegemeinde Ehrenamtliche der Freiwilligen Feuerwehr Hövelhof, des Vereins Sennekult und der Arbeitsgemeinschaft Notfallmedizin (AGN) bei einer Spendenaktion. Noch an diesem Mittwoch, 2. März, können die Bürgerinnen und Bürger im Edeka-Center Waren erwerben und als Sachspenden einreichen. „Benötigt werden insbesondere Hygieneartikel wie Zahnbürsten, Zahnpasta, Shampoo, Seife, Taschentücher, Windeln und Toilettenpapier. Aber auch haltbare Lebensmittel wie Konserven, Reis, Nudeln oder Wasser“, sagt Christian Bökamp, Geschäftsführer des Sennekults. „Damit die Hilfsgüter den hygienischen Anforderungen entsprechen, können wir nur neue, verpackte Produkte annehmen“, sagt Bökamp.

Er steht als Ansprechpartner für die Aktion telefonisch unter 05257/5009-229 oder per E-Mail an Christian.Boekamp@hoevelhof.de für Fragen zur Verfügung.

Spendenzusagen

Als gemeinnützige Organisation mit dem Zweck der humanitären Hilfe kann der Verein Arbeitsgemeinschaft Notfallmedizin im Unterschied zur Gemeindeverwaltung auch Spendenbescheinigungen ausstellen.

„Für die Aktion haben wir zahlreiche Spendenzusagen von Hövelhofer Firmen und Vereinen erhalten“, berichtet Christian Bökamp. „Es konnte bereits eine große Stückzahl rezeptfreier Medikamente bestellt werden“, sagt Dr. Georg Schneider, Vorsitzender des Vorstandes der Arbeitsgemeinschaft Notfallmedizin. Auch Antibiotika für Kinder und Erwachsene zur Weitergabe an Ärzte seien in Zusammenarbeit mit Hövelhofer Apotheken bereits geordert ebenso wie 10.000 medizinische Masken.

Die gesammelten Sachspenden und die mit Spendengeldern finanzierten Hilfsgüter bringen Ehrenamtliche der Freiwilligen Feuerwehr Hövelhof noch in dieser Woche an die polnisch-ukrainische Grenze. „Ich bin sehr dankbar, dass die Gemeindeverwaltung den ehrenamtlichen Kameradinnen und Kameraden die Fahrzeuge für den Transport zur Verfügung stellt“, sagt Sebastian Lienen, Leiter der Freiwilligen Feuerwehr Hövelhof.

Koordiniertes Vorgehen

Neben der Unterstützung im Krisengebiet bereitet sich die Gemeinde darauf vor, Flüchtlinge in größerer Anzahl unterbringen und versorgen zu können. Die Verwaltung stattet die vorhandenen Unterkünfte entsprechend aus und bereitet sie für einen sofortigen Bezug vor. Darüber hinaus prüft die Gemeindeverwaltung alternative Unterbringungsmöglichkeiten etwa in Turnhallen.

Um die Hilfen bestmöglich zu koordinieren, greift die Gemeinde auf die bewährten Strukturen zur Flüchtlingsarbeit zurück. Insbesondere soll der „Runde Tisch Flüchtlingshilfe“ einberufen werden. Hier sind die in der Flüchtlingsarbeit hauptamtlich wie ehrenamtlich tätigen Personen vertreten, die ihre Arbeit und Hilfen aufeinander abstimmen und in den vergangenen Jahren bis zur Corona-Pandemie im regelmäßigen persönlichen Austausch standen.

Menschen, die selbst Wohnraum zur Verfügung stellen möchten, oder Bürgerinnen und Bürger, die die ukrainische Sprache beherrschen und als potenzielle Sprachmittler zur Verfügung stünden, können sich an den Mitarbeiter des Integrationsbüros, Ralf Daut, wenden. Per E-Mail an ralf.daut@malteser.org oder telefonisch unter 05257/5009-207 steht er als Ansprechpartner für Flüchtlinge sowie ehrenamtliche Helferinnen und Helfer zur Verfügung.

Über die aktuelle Entwicklung durch den russischen Angriff auf die Ukraine halten wir Sie in unserem Liveticker auf dem Laufenden.

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