Appartementanlage „Max Living“ eröffnet – DRK-Bau im Zeitplan – Teile-Eck Krawinkel wird im Sommer abgerissen

Hövelhofer Bahnhofstraße verändert ihr Gesicht

Hövelhof

Die Bahnhofstraße in Hövelhof verändert ihr Gesicht: Etliche Neubauten entstehen oder sind bereits entstanden. Im Sommer wird das „Teile-Eck“ abgerissen, das Grundstück wird neu bebaut. Auch die Straße selbst soll perspektivisch erneuert werden.

Meike Oblau

So sieht der Neubau aus, der auf dem Gelände des heutigen „Teile-Eck Krawinkel“ an der Bahnhofstraße/Ecke Feldhagen entstehen soll. Foto: Lilie & Förster

An der Bahnhofstraße zwischen dem Sennebahnhof und dem Hövelhofer Rathaus stehen die Zeichen auf Neubau: Zahlreiche Projekte werden dafür sorgen, dass das Gebiet sein Gesicht verändert. Auch die Straße selbst soll saniert werden.

Eröffnen im Juni ihr Appartementhaus „Max Living“: Victoria Förster-Streblau und Nico Streblau vom Hotel Victoria. Foto: Oliver Schwabe

Max Living/Hotel Victoria

Bereits fast fertiggestellt ist das Appartementhaus Max Living, das zum Hotel Victoria gehört. Dazu wurde ein Haus „auf Stelzen“ über die Ergotherapiepraxis gebaut. Im ersten Stock bietet Max Living sieben je rund 30 Quadratmeter große Appartements, ausgestattet mit kleiner Küche, einem Sitz- und Arbeitsbereich. Gedacht sind die Appartements, bei denen Gäste auf Wunsch Frühstück, Massagen und vieles mehr dazu buchen können, vor allem für Langzeitgäste, zum Beispiel für Geschäftsreisende, die ein längeres Projekt in der Umgebung betreuen, für Menschen, deren Wohnung renoviert wird oder Profisportler mit befristeten Verträgen. Der Anbau bietet zudem eine 300 Quadratmeter große Dachterrasse, die künftig auch die Gäste der 42 Hotelzimmer des Hotels Victoria nutzen können. In guten Gesprächen befinden sich Victoria Förster-Streblau und ihr Mann Nico auch bezüglich der Nachnutzung der Fitnessräume. Mieter Detlef Pietsch (Ability Sports) zieht wie berichtet im Herbst aus und eröffnet ein neues Fitnessstudio an der Gütersloher Straße. „Wir sind auf einem guten Weg, einen Nachfolger aus dem Gesundheits- und Erholungssektor für die Räumlichkeiten zu finden“, berichtet Victoria Förster-Streblau. Fitnessgeräte seien für viele Gäste ein Buchungskriterium, sagt die Hotelchefin, zudem passe ein solches Angebot zu dem Gesundheitsstandort, der sich an der Bahnhofstraße weiter entwickele.

So weit ist der DRK-Neubau inzwischen gediehen. Im Herbst soll alles fertig sein. Foto: Meike Oblau

DRK-Zentrum

Direkt gegenüber von Max Living baut „Lilie & Förster“ und damit Victorias Bruder Patrick Förster mit seiner Firma eine neue Immobilie. Das Paderborner Unternehmen investiert knapp vier Millionen Euro. Das DRK wird Eigentümer des gesamten Erdgeschosses (Begegnungszentrum und Geschäftsstelle), zudem entstehen insgesamt zehn Eigentumswohnungen in einer Größe zwischen 70 und 130 Quadratmetern. „Die Arbeiten liegen trotz Corona gut im Zeitplan. Im Herbst wollen wir fertig sein“, sagt Patrick Förster. Die zehn Eigentumswohnungen vermarktet Lilie & Förster unter dem Namen „Wohnpark Hövelhof“. Unternehmensphilosophie sei der Slogan „Einziehen und sofort loswohnen“, die Wohnungen werden fertig übergeben (Anstrich, Bodenbeläge, Bäder).

Wird im Sommer abgerissen: das „Teile-Eck“ an der Ecke Bahnhofstraße/Feldhagen. Hier entsteht ein Neubau Foto: Meike Oblau

Teile-Eck

Teil zwei des „Wohnparks Hövelhof“ soll direkt nebenan auf dem Grundstück des „Teile-Ecks Krawinkel“ entstehen. „Diese Fläche haben wir ebenfalls gekauft“, bestätigt Patrick Förster. „Im Sommer soll die alte Immobilie abgerissen werden.“ Auf 3,5 Etagen entstehen 14 Eigentumswohnungen (12 barrierearme mit 75 Qua­dratmetern und zwei Penthouse-Wohnungen zwischen 125 und 150 Quadratmetern). Die Fertigstellung ist für Herbst 2022 geplant. Der Entwurf stammt wie auch der des DRK-Nachbargebäudes von der Architektur-Werk-Stadt aus Paderborn. „Das wird sich alles aus einem Guss präsentieren“, sagt Patrick Förster. Unter beide Immobilien werden Tiefgaragen gebaut, um auch die Parkplatzsituation an der Bahnhofstraße zu entzerren.

Bethel-Neubau

Ebenfalls ein Entwurf der Architektur-Werk-Stadt Paderborn ist der Neubau eines integrativen Wohnprojekts der Stiftung Bethel und des Paderborner Spar- und Bauvereins, das hinter dem DRK-Zentrum, zur Wittekindstraße hin gelegen, entstehen wird. Der Rat hat jüngst den Weg frei gemacht für diese Planungen. Geplant sind Wohnungen für Menschen mit komplexen Mehrfachbehinderungen und Menschen mit so genannten „erworbenen Hirnschädigungen“. Für sie sind in den ersten drei Etagen 25 Appartements mit einer Wohnfläche von jeweils 36 bis 38 Quadratmetern konzipiert. Im Staffelgeschoss sollen sechs weitere Wohnungen entstehen, die im Rahmen des öffentlich geförderten Wohnungsbaus vermietet werden.

Alte Bücherei

Eines der wenigen Gebäude auf der rechten Seite zwischen Feldhagen und Bahnhof, das künftig noch älteren Baujahres sein wird, ist die frühere Bücherei. Das Gebäude gehört der Gemeinde Hövelhof. Seit dem Umzug der Bücherei wird es zur Unterbringung von Asylbewerbern genutzt. „Für das Gebäude bzw. Grundstück, auf dem die alte Bücherei steht, gibt es keine langfristigen Pläne“, heißt es aus dem Rathaus.

Die Bahnhofstraße sieht nach Regenfällen manchmal eher aus wie die „Hövelhofer Seenplatte“. Foto: Meike Oblau

Zustand der Straße

Der Zustand der Bahnhofstraße wird bereits im Ortskernkonzept 2020, das vor mehr als zehn Jahren aufgestellt wurde, als schlecht bezeichnet. Eine Sanierung ist seit Langem angedacht und soll nun auch erfolgen: „Das ist mittelfristig geplant“, sagt Bürgermeisterreferentin Anna Christophliemke.

Die Bahnhofstraße ist einer der ältesten innerörtlichen Straßenzüge, über den auch nahezu der gesamte Busverkehr und der Schwerlastverkehr von Elha-Maschinenbau abgewickelt wird. Für diese Belastungen sei die Straße nie ausgelegt gewesen, heißt es im Ortskernkonzept. Bereits 2008 sei der Baugrund untersucht worden: „Er ist nicht tragfähig und hält den heutigen Belastungen nicht mehr stand. Zudem ist der Untergrundaufbau nicht ausreichend, und es fehlt eine Frostschutzschicht.“ Aufgrund des Alters der Straße befänden sich zudem teerhaltige Haftmittel in der Straße, die die Schotterschicht verunreinigten. Im Ortskernkonzept wird vorgeschlagen, bei einer Neukonzipierung Fahrbahn und Gehwege deutlicher voneinander zu trennen. Allerdings müssten Anlieger eine Sanierung in Teilen mitbezahlen (Stichwort Straßenausbaubeiträge nach Kommunalabgabegesetz).

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