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Pater wird weiter in Mali vermisst

Hövelhofer beten für „Ha-Jo“ Lohre

Hövelhof

„Wir können hier nichts anderes machen, außer beten. Aber beten kann viel bewirken.“ Mit diesen Worten eröffnete Pastor Jürgen Drüker die Messe am Dienstagabend (22. November) in der Pfarrkirche St. Johannes Nepomuk. Die Nachricht, dass Pater Hans-Joachim Lohre vermisst wird, hatte viele Hövelhofer am Vormittag erreicht. Sie wünschten sich Gebete für den Pater während der Messe.

 Von Lisa Richter

Die Menschen in der Pfarrkirche St. Johannes Nepomuk beten für Pater Ha-Jo und legen Weihrauch auf.  Foto: Lisa Richter

Die meisten nennen ihn liebevoll „Ha-Jo“: Hans-Joachim Lohre stammt aus Hövelhof und arbeitet seit mehr als 30 Jahren in Mali. Dort setzt er sich vor allem für den Dialog zwischen Christen und Muslimen ein. Unter anderem organisierte er Kurse, in denen Teilnehmern Wissen über die jeweils andere Religion vermittelt wurde. Der Pater macht immer wieder Heimaturlaub in Hövelhof. Wie die nationale Bischofskonferenz am Dienstag (22. November) mitteilte, wurde sein verlassenes Auto am Sonntag in der Nähe eines Instituts in der Hauptstadt Bamako gefunden. Die Polizei geht von einer Entführung aus.

Seit Dienstag sind viele Menschen in tiefer Sorge um ihn. So auch das Ehepaar Fortströer, das Pater „Ha-Jo“ schon seit der Kindheit kennt und gemeinsame Projekte mit ihm organisiert haben. „Hoffnung haben wir immer, bis eine andere Nachricht kommt. Wir werden viel für ihn beten und denken heute besonders an seine Mutter“, sagt Magdalene Fortströer.

Ihr Mann Bernhard fügt hinzu: „Er wusste, dass so etwas passieren kann, noch im Juli hat er darüber auf einem seiner Vorträge gesprochen.“ Die Lage in Mali ist durchaus schwierig: Seit Jahren versuchen islamistische Milizen, die Kontrolle über das Land zu übernehmen und entführten in der Vergangenheit immer wieder ausländische religiöse Persönlichkeiten. „Aber Afrika war seine Heimat“, sagt Magdalene Fortströer. „Immer wenn er von einem Besuch in Hövelhof wieder zurückreiste, sagte er, ich gehe wieder nach Hause“.

Die Hövelhofer konnten ihren Sorgen am Abend in der Messe Raum geben. „Ha-Jo Lohre setzt sich ein für den christlich-islamischen Dialog. Beten wir, dass das weitere Früchte trägt und der Hass nicht am Ende siegt“, sagte Jürgen Drüker vom Pastoralverbund Delbrück-Hövelhof. Nahezu alle Menschen nutzten das Angebot, während der Messe Weihrauch in Gedenken an Pater „Ha-Jo“ aufzulegen.

Auch Pater Rudolf Pint, Provinzial der Afrikamissionare „Weiße Väter“ ist besorgt. Vor allem deshalb, weil es keine Neuigkeiten gibt. Das Bundeskriminalamt stehe in Verbindung mit der Botschaft in Mali. Zudem habe sich ein Komitee in Mali gegründet, bestehend aus Polizei, Armee, Bischofskonferenz und der deutschen Botschaft. Rudolf Pint sagt außerdem: „Wir hoffen, dass eine Nachricht kommt. Dass sich meldet, wer auch immer ihn entführt hat.“

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