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Trotz Corona-Einschränkungen wurden im Standesamt nur wenige Hochzeiten abgesagt oder verschoben

Hövelhofer „trauen“ sich noch

Hövelhof

Corona kann der großen Liebe offenbar nur wenig anhaben: Trotz immer neuer Einschränkungen und Verordnungen ist die Zahl der Eheschließungen im Hövelhofer Standesamt seit Beginn der Pandemie nahezu gleich geblieben. Das sagte Bürgeramtsleiterin Petra Schäfers-Schlichting, die auch als Standesbeamtin fungiert, auf Anfrage.

Meike Oblau

Trotz verschiedener Corona-Einschränkungen haben sich im vergangenen Jahr 99 Paare in Hövelhof das Ja-Wort gegeben. Foto:

„Im Jahr 2020 hatten wir 99 Trauungen in Hövelhof, das waren nur elf weniger als 2019. Zwei Hochzeiten wurden komplett abgesagt, vier auf dieses Jahr verschoben“, so die Bilanz der allgemeinen Vertreterin von Bürgermeister Michael Berens. Die Hövelhofer „trauen“ sich im wahrsten Sinne des Wortes also noch. Auch für dieses Jahr sind bereits viele Termine zur Eheschließung vereinbart worden: „Insbesondere die von uns angebotenen Samstags-Termine sind wieder stark nachgefragt und vielfach auch bereits gebucht“, so Schäfers-Schlichting.

Insgesamt sechs Standesbeamte, darunter auch Bürgermeister Michael Berens, dürfen im Namen der Gemeinde Hövelhof Trauungen vollziehen. Die meisten finden im Trauzimmer an der Schloßstraße, in der Hövelsenner Kapelle oder auf dem Ramselhof statt. „Wenn jemand einen anderen Wunschort für seine Trauung hat, zu dem er vielleicht eine besondere Beziehung hat, versuchen wir das aber auch zu ermöglichen“, sagt Petra Schäfers-Schlichting. So hätten zum Beispiel auch schon Trauungen im Schützen- und Bürgerhaus stattgefunden.

Im vergangenen Jahr hatten sowohl Brautpaare als auch Rathaus-Mitarbeiter mit ständig wechselnden Szenarien und Verordnungen zu tun. „Beim ersten Lockdown im Frühjahr war das tatsächlich ganz streng, da durfte man das Rathaus nur für dringende Amtsgeschäfte betreten. Rein rechtlich ist tatsächlich für eine Trauung nur die Anwesenheit des Brautpaares erforderlich. Es haben auch Trauungen in diesem Rahmen, also sogar ohne Trauzeugen, stattgefunden. Einige, die in diesem Zeitraum einen Termin hatten, haben den aber auch verschoben“, berichtet die Amtsleiterin.

Für eine Trauung ganz ohne Gäste im Trauzimmer habe sogar eine Kollegin aus dem Standesamt von zu Hause eine Kamera und ein Stativ mitgebracht, um die Zeremonie zumindest per Fernauslöser fotografisch für die Nachwelt festhalten zu können. Livestreams habe es hingegen bei keiner Trauung gegeben: „Das haben wir weder aktiv angeboten noch sind wir gefragt worden, ob das möglich wäre. Ich glaube aber nicht, dass wir das abgelehnt hätten“, sagt Petra Schäfers-Schlichting.

Nach dem ersten Lockdown seien auch wieder Trauungen mit Gästen möglich gewesen, natürlich immer unter Beachtung der Abstands- und Hygieneregeln. „Da sind wir wirklich mit dem Zollstock durch die Hövelsenner Kapelle und durch das Trauzimmer gelaufen, um festzulegen, wie viele Gäste dabei sein dürfen“, berichtet die Bürgeramtsleiterin. In der Hövelsenner Kapelle seien neben dem Brautpaar, den Trauzeugen und dem Standesbeamten zwölf weitere Gäste möglich gewesen, im etwas kleineren Trauzimmer an der Schloßstraße sechs.

Auf dem Ramselhof, wo oft auch Trauungen im Freien stattfänden, seien größere Gruppen möglich gewesen. Auch Spuckschutzwände seien aufgestellt worden: „Für die Fotos haben wir die dann mal kurz weggenommen, das hätte ja wirklich nicht so schön ausgesehen.“

Gerade die Begrenzung der Gäste, die an der Trauzeremonie teilnehmen durften, sei für viele Brautpaare schwer gewesen: „Das hat uns allen hier im Rathaus auch sehr leid getan, da war der ein oder andere schon traurig, dass nicht alle dabei sein konnten, die man gerne dabei gehabt hätte. Wir haben uns aber alle sehr bemüht, die Zeremonie trotzdem schön zu gestalten“, sagt Schäfers-Schlichting. „Unter dem Strich hat es glaube ich auch trotz der Coronabedingungen viele schöne und unvergessliche Momente für alle Beteiligten gegeben“, bilanziert sie. „So manches Paar hat aber eben gerade diese Coronasituation auch als etwas Besonderes empfunden, als einen Hochzeitstag, an den man sich immer zurückerinnern wird. Für viele Paare war es auch eine positive gemeinsame Erfahrung, diese unvorhergesehen schwierige Situation rund um den an sich schönsten Tag des Lebens gemeinsam zu meistern.“

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