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So kam es zur Kostenexplosion – mit Kommentar

Hövelhofs Bürgermeister Berens nimmt Stellung zu gestiegenen Baukosten für die Feuerwache

Hövelhof

Da mussten einige Mitglieder des Hövelhofer Bau- und Umweltausschusses vergangene Woche wohl auch erst einmal schlucken, als die aktualisierte Kostenkalkulation für die neue Feuerwache vorgestellt wurde: 9,3 Millionen Euro. Dabei lagen die Schätzungen vor zwei Jahren noch bei 5,7 Millionen – ein Unterschied von satten 63 Prozent. Gegenüber dieser Zeitung äußert sich Bürgermeister Michael Berens (CDU) dazu, wie es zu dieser Preisexplosion kommen konnte.

Von Per Lütje

Die neue Feuerwache soll über insgesamt zehn Fahrzeugplätze verfügen und dreigeschossig gestaltet werden. Entwurf: just architects

Erste Planungen, das mehr als 40 Jahre alte Feuerwehrgerätehaus der Gemeinde Hövelhof zu ersetzen, kamen 2017 auf. „Seinerzeit hat die Vorplanungen ein Architekturbüro in Hamm übernommen. Diese Planungen gingen aber noch nicht so sehr in die Tiefe, wie die des jetzigen Ingenieurbüros just architects“, erläutert Berens.

In der Folge sei es unter anderem durch angrenzende Wohnbebauung, entsprechend erforderliche Schallschutzgutachten und Grundstücksverhandlungen zu Verzögerungen gekommen, so dass der ursprünglich anvisierte Baubeginn im Sommer vergangenen Jahres nicht habe gehalten werden können. Nicht eingepreist seien   in die damalige Berechnung   unter anderem auch die Kosten für die provisorische Feuerwache während des Neubaus, sagt Berens.

Ebenso hätte die optionale technische Ausstattung, wie zum Beispiel ein Notstromaggregat im Falle eins Energie-Blackouts oder eine Photovoltaikanlage auf dem dreistöckigen Gebäude zu der Kostensteigerung beigetragen. Und dazu geselle sich schließlich auch noch ein etwa 20-prozentiger Anstieg der Baupreise im Zuge der Rohstoffknappheit. Weiterer Kostenfaktor sei der Energiestandard des Gebäudes. Dieser sei mit entsprechenden Mehrkosten von KfW 55 auf KfW 40 angehoben worden – allerdings ohne ursprünglich eingeplante Fördermittel.

„Ich mache keinen Hehl daraus, dass auch mir diese Kosten Bauchschmerzen bereiten, aber ich nehme in der Bevölkerung auch wahr, dass die Feuerwehr einen sehr hohen Stellenwert hat und eine bestmögliche Ausstattung erhalten soll.“

Absegnen muss das Millionenprojekt der Gemeinderat, der am Donnerstag, 23. Juni, im Rathaus tagt (19 Uhr). Berens: „Der Rat kann natürlich auch beschließen, das Projekt abzuspecken oder es zu verschieben. Ich denke aber, dass die Kosten für die Feuerwache nicht sinken werden – im Gegenteil.“

Dazu ein Kommentar von Per Lütje

Zweifelsohne will eine Ausgabe von 9,3 Millionen Euro gut überlegt sein, zumal sich jeder Ratsvertreter gegenüber dem Wähler verantworten muss. Ein Blick in die Nachbarkommunen relativiert aber die Kosten. So muss zum Beispiel die Stadt Lichtenau – mit 11.500 Einwohnern deutlich kleiner als Hövelhof – nahezu in jedem ihrer 15 Ortsteile ein Feuerwehrgerätehaus vorhalten. Die Sennegemeinde hat aufgrund ihrer Struktur das Glück, mit einem zentralen Standort im Ernstfall alle Bürger rechtzeitig erreichen zu können. Und das dürfte auch dem Bürger einiges wert sein.

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