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Schüler des Hövelhofer Salvator-Kollegs bauen riesiges Papierboot

Im »Pappen-Stil« auf Rekordjagd

Hövelhof (WB). »Fluctuat nec mergitur« steht auf Lateinisch am Werkstatttor. Die Jugendlichen, die hier drinnen schneiden, basteln und kleben, wissen, dass das »Von den Wogen geschüttelt, wird es doch nicht untergehn« heißt und hoffen, dass genau dieses Motto auch für ihr Rekordboot gilt, das derzeit hier gebaut wird.

Meike Oblau

Die Dimensionen des XXL-Bootes sind schon gut zu erkennen: Christian (vorne links), Leon (vorne rechts) sowie Mohammad, Patryk, Claus, Justin und die Lehrer Sabrina Schang und Johannes Helmig (hinten von links) zeigen Vertriebsleiter Thomas Bredenbals (hinten rechts) von der Firma Laufer, was sie aus Pappe schon alles gebaut haben. Foto:

Die Schüler des Salvator-Kollegs freuen sich jedes Jahr auf die legendäre Papierboot-Regatta , die stets in der Woche vor Beginn der Sommerferien auf dem Lippesee in Sande steigt. In diesem Jahr aber steht ein ganz besonderes Projekt an: Auf dem Gelände der Jugendhilfeeinrichtung entsteht derzeit ein XXL-Papierboot, in dem beim Rennen am 9. Juli 20 Passagiere Platz finden sollen. Die erste und wahrscheinlich auch einzige Fahrt des Bootes ist als Rekordversuch beim Rekordinstitut Deutschland (RID) angemeldet.

Galeere ist sechs Meter lang und bietet 20 Mitfahrern Platz

Die Idee, eine römische Galeere zu bauen, wurde auch im Unterricht regelmäßig mit aufgegriffen, sagen die beiden Lehrer Sabrina Schang und Johannes Helmig, die das Projekt »Rekordboot« betreuen: »Die Römer und ihre Geschichte waren ohnehin in diesem Schuljahr Thema, und so entstand die Idee, auch das Papierboot hier mit einzubinden.« Parallel zum Bau der mehr als sechs Meter langen Galeere übten die Schüler im Mathematik römische Zahlen, lernten im Rahmen des Micro-Latinums lateinische Vokabeln und beschäftigten sich mit der Lebenswelt der Römer.

Firma Laufer spendet Pappe für den Bau

Die Pappe, aus der das Boot derzeit in einer Halle auf dem Gelände des Salvator-Kollegs gebaut wird, wurde zum Teil von der Hövelhofer Firma Laufer gespendet. Vertriebsleiter Thomas Bredenbals ist begeistert, mit welchem Eifer die Schüler bei der Sache sind und ist gespannt, ob das Boot den kleinen Rundkurs auf dem Lippesee am 9. Juli überstehen wird. Auch, dass das Projekt fächerübergreifend in den Schulunterricht mit einbezogen wird, überzeugt ihn und er erklärte den Bootsbauern, dass man das Rohmaterial, mit dem sie arbeiten, »nassfestverleimte Pappe« nennt: »Sie hält Wasser lange stand, aber irgendwann löst sie sich auch auf«, sagt Bredenbals – und die Schüler hoffen natürlich, dass ihre Galeere nicht schon vor dem Zieleinlauf auseinanderbricht.

Im Sportunterricht wird Einsteigen und Rudern geübt

Das Grundgerüst haben sie jetzt fertig gebaut, nun wird das Boot bemalt und verziert, damit es auch wirklich wie eine Galeere aussieht. Doch nicht nur beim Bau, auch beim späteren Einsatz muss alles klappen. »Wir werden im Sportunterricht das richtige Einsteigen und das Rudern üben«, erklärt Lehrer Johannes Helmig, denn schließlich müssen 20 Personen nahezu gleichzeitig ins Boot, ohne dass die Galeere zu sehr ins Schwanken gerät.

Der Bau des XXL-Schiffes als Unterrichtsprojekt hat jedenfalls nicht nur die Schüler begeistert, sondern auch die Lehrer überzeugt: »Das ist echte Teamarbeit, die Jugendlichen lernen, Absprachen zu treffen, sich daran zu halten und gemeinsam ein Projekt voranzutreiben«, sagt Sabrina Schang.

Den 9. Juli können die Salvator-Schüler kaum noch erwarten. Dann wird ihre römische Galeere in See stechen – und in den »Wogen« des Lippesees in Sande hoffentlich nicht untergehen.

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