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Hövelhofer Krollbachschule feiert 50-jähriges Bestehen

Mit Herz und Hüftschwung

Hövelhof (WB). Das 50-jährige Jubiläum der Hövelhofer Krollbachschule hat sich am Freitag als großes Plädoyer für die Hauptschule als »aussterbende« Schulform entpuppt. Beim Festakt in der modernisierten Aula wiesen alle Redner darauf hin, wie gut diese Schulform in Hövelhof funktioniere – trotz der zuletzt aufgrund der Anmeldezahlen wieder aufgekommenen Debatte .

Meike Oblau

Lina, Marius und Elisa (von links) zeigen viel Herz für die Krollbachschule. Die Neuntklässler hatten sich zum Schuljubiläum wie »Schüler von damals« verkleidet. Die Herzen flogen später bei einem Luftballon-Wettbewerb in den Himmel. Foto: Meike Oblau

Bereits am Nachmittag hatten die Schüler im wahrsten Sinne des Wortes ein Herz für die Krollbachschule gezeigt und beim Schulfest herzförmige Helium-Ballons auf die Reise geschickt. Der Schulhof war zu einem großen Spiel- und Spaßparcours umfunktioniert worden, Kinder, Eltern und Lehrer tummelten sich am Menschenkicker, am Stand der Holzwerkstatt, tüftelten beim Fotorätsel oder ließen sich bunt schminken.

Am frühen Abend feierten etwa 150 geladene Gäste bei einem Festakt. Schulleiter Michael Stolpmann konnte dabei mit Ausnahme des verstorbenen Rudolf Sudhoff, der die Krollbachschule im Anfangsjahr 1968 leitete, alle ehemaligen Schulleiter und Schulleiterinnen begrüßen: Adalbert Jochem, Ferdinand Schütte, Christa Stratmann und Dietlind Schäfer.

Stellvertretender Landrat Vinzenz Heggen, der selbst fast vier Jahrzehnte lang als Lehrer und Schulleiter an Hauptschulen aktiv war, bedauerte, dass von den einstmals 20 Hauptschulen im Kreis Paderborn inzwischen nur noch zwei neue Schüler in der fünften Klasse aufnähmen: »Gut, dass die Gemeinde als Schulträger zu keinem Zeitpunkt Zweifel hat aufkommen lassen, dass dies für Hövelhof die richtige Schulform ist.« Auch Regierungsschuldirektor Hartmut Bondzio sagte, zuletzt seien es leider meist Schulschließungen gewesen, auf denen er zu Gast gewesen sei: »Die Unterstützung einer Hauptschule ist nicht überall so selbstverständlich wie in Hövelhof.«

Bürgermeister Michael Berens ließ es sich ebenfalls nicht nehmen, der Hauptschule ein großes Lob auszusprechen: »Wir gehen in Hövelhof nicht den politisch ideologischen Weg, wir machen die Hauptschule nicht kaputt. Herr Friese von der Bezirksregierung wollte uns hier mal erzählen, welch tolle Chance ein Gesamtschul-Teilstandort sei und wählte das Beispiel Altenbeken. Die Schule dort ist längst wieder dicht und die Altenbekener verzweifelt auf der Suche nach einer Lösung«, kann Berens der Idee einer Gesamtschule für Hövelhof nichts abgewinnen.

Schulleiter Michael Stolpmann überreichte er als Geschenk ein Mikrofon mit Ständer, wie es Elvis Presley seinerzeit nutzte: »Damit Sie jederzeit den richtigen Hüftschwung finden.« Stolpmann musste lachen: »Ich erspare Ihnen allen jetzt das Singen – und vor allem den Hüftschwung.« Für Unterhaltung sorgten stattdessen der Lehrerchor und Comedian Rainer Schmidt.

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