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Hövelhofer Sozialdemokraten wollen die für Donnerstag geplante Abstimmung über einen Abriss der Gaststätte vertagen

Möller: SPD fordert Bürgerbeteiligung

Hövelhof

Die Hövelhofer SPD hat sich dagegen ausgesprochen, bereits in der Ratssitzung am Donnerstag, 29. April, den Komplettabriss der Gaststätte Möller zu beschließen. Die Sozialdemokraten haben stattdessen einen Änderungsantrag eingereicht und möchte erreichen, dass zur Zukunft der Gaststätte eine mindestens vierwöchige Bürgerbeteiligung durchgeführt wird.

Meike Oblau

Abreißen, teilweise erhalten oder auf dem Grundstück etwas Neues bauen? Für das Möller-Areal an der Hövelhofer Hauptkreuzung gibt es viele Ideen. Foto: Oliver Schwabe

Nachdem im Oktober zunächst ein Komplettabriss ohne Neubau zur Vergrößerung des Schlossgartens vorgestellt worden war, war eine Abstimmung darüber vertagt worden. Der neue Vorschlag lautet nun, nach einem Abriss des gesamten Gebäudes mit Investoren ins Gespräch zu kommen, um gegebenenfalls einen kleineren, zur Apotheke hin gelegenen Teil des Grundstücks über Erbpacht an jemanden zu veräußern, der dort ein neues Gastronomiegebäude errichten möchte. Es gebe Interessenten für den Bau eines Cafés oder einer Bierkneipe, hatte Bürgermeister Michael Berens (CDU) gesagt.

„Der Fraktionsvorsitzende der CDU meinte im Oktober letzten Jahres richtigerweise, dass die Angelegenheit „sensibel“ zu behandeln sei und Zeit benötige“, schreibt nun die SPD in ihrem Pressestatement. Umso verwunderlicher sei es aus Sicht der Sozialdemokraten nun, dass die CDU im Rat jetzt vorschnell Tatsachen schaffen wolle. Seit der Vorstellung des aktuellen Bauzustandes durch einen Gutachter im Bau- und Umweltausschuss seien erst zwei Wochen vergangen. „Eine konkrete Diskussion hierzu hat gerade erst begonnen“, findet die SPD und verweist auch auf emotionale und intensive Debatten von Bürgern in den sozialen Medien.

„Neben der Diskussion im Rat über die Zukunft der ehemaligen Gaststätte sollte aus unserer Sicht auch die Hövelhofer Bevölkerung mit einbezogen werden. Bei der Bürgerbeteiligung zum Hallenbad konnte man bereits Erfahrungen mit digitalen Beteiligungsformen sammeln. Dies können wir uns hier in ähnlicher Form auch vorstellen“, erklärt Miriam Schütte, stellvertretende Vorsitzende des SPD-Ortsvereins. Bei einem so zentralen Ort, der auch ein Aushängeschild der gesamten Gemeinde sei, sollten aus Sicht der SPD alle mitsprechen können. „Die vielfältigen Reaktionen in den sozialen Netzwerken haben gezeigt, dass dieses Thema sehr viele Hövelhofer bewegt“, so Schütte. „Einen Einbezug der Bevölkerung bei Entscheidungen, die eine bleibende Auswirkung auf das Ortsbild haben, halten wir für äußerst wichtig. Abreißen kann man schließlich nur einmal.“

Marian Hahne, Vorsitzender des SPD-Ortsvereins und Mitglied des Rates, ergänzt: „Hinzu kommt, dass wir die Prüfung durch die LWL-Denkmalpflege, Landschafts- und Baukultur abwarten sollten. Während eine solche Prüfung läuft, sollten keine vorschnellen Entscheidungen getroffen werden. Wenn alle Fakten auf dem Tisch liegen und ein Meinungsbild der Bevölkerung eingeholt wurde, können wir in Ruhe eine Entscheidung im Rat treffen. Auch hier sollte gelten: Gründlichkeit geht vor Schnelligkeit“. Eine Abstimmung über einen Abriss der Gaststätte solle vertagt werden, bis Ergebnisse der Bürgerbeteiligung und der Denkmalschutzprüfung durch den LWL vorlägen.

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