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Die 2017 eingeführte Abrechnungsmethode sorgt in Hövelhof für großen Aufwand in der Verwaltung

Neues Müllsystem schon am Ende?

Hövelhof

Vor vier Jahren hat die Gemeinde Hövelhof ihr System bei der Müllabfuhr umgestellt: vom früheren Wiege- auf das so genannte Ident-System. Gänzlich überzeugen konnte das neue System offenbar nicht. Bürgermeister Michael Berens (CDU) sagt, es gebe bereits Überlegungen, dieser Abrechnungsmethode wieder den Rücken zu kehren.

Meike Oblau

Der stellvertretende Bauamtsleiter Peter Schneider ist in Hövelhof für das Thema Müllentsorgung zuständig. 2017 wurde das frühere Wiegesystem auf das so genannte Ident-System umgestellt. Das aber könnte jetzt bald schon wieder Geschichte sein. Foto: Meike Oblau

Anfang 2017 war die Gemeinde Hövelhof die erste Kommune im Kreis Paderborn, die auf dieses System umstellte. Der stellvertretende Bauamtsleiter Peter Schneider sagte damals, diese Methode sei im Kommen und solle dazu animieren, weniger Müll zu produzieren. Im so genannten Ident-System ist eine festgelegte jährliche Anzahl von Tonnenleerungen in einer Grundgebühr enthalten. Zusätzliche Leerungen kosten extra. Die Mülltonnen werden bei der Leerung am Müllfahrzeug gescannt. Jeder Bürger bekommt letztlich eine individuelle Abrechnung über die tatsächlich erfolgten Leerungen.

Was zunächst gut klingt, hat aber auch seine Schattenseiten, sagt Michael Berens: „Der Verwaltungsaufwand für dieses System ist unheimlich hoch, da für jeden Haushalt individuelle Abrechnungen erstellt werden müssen. Das sorgt im Vergleich zu anderen Kommunen hier in Hövelhof für recht teure Müllabfuhrgebühren.“ Ende 2021 laufe der Vertrag mit dem derzeitigen Entsorger aus, sagt der Bürgermeister: „Wenn wir den Vertrag kündigen und neu ausschreiben, sollten wir vorher darüber diskutieren, welches Abfuhrsystem wir wählen wollen.“

So sei es in vielen Städten und Gemeinden üblich, dass die Bürger einfach nur zwischen verschiedenen Tonnengrößen wählen könnten, die jeweils eine entsprechende Jahresgebühr kosten. Das erleichtere die Gebührenabrechnung, sagte Berens, und auch die Bürger wissen schon zu Jahresanfang, welche Kosten für die Müllabfuhr anfallen.

So gibt es in Delbrück zum Beispiel bei der grauen Tonnen für Restmüll die Wahl zwischen Größen von 80, 120 und 240 Litern. Sie werden alle vier Wochen geleert. Gleiches gilt für die Biotonne, die allerdings alle zwei Wochen geleert wird.

Auch in Gütersloh gibt es verschiedene Tonnengrößen, hier können die Einwohner beim Restmüll zusätzlich zwischen 14-täglicher und vierwöchentlicher Leerung wählen. Auch bei der Komposttonne gibt es in Gütersloh die Wahlmöglichkeit: Sie kann das ganze Jahr über alle 14 Tage geleert werden, es gibt aber auch die so genannte „Saisonkomposttonne“, die insgesamt 17 Mal zwischen April und November, also quasi gezielt während der „Gartensaison“, geleert wird.

Bevor in Hövelhof das Ident-System eingeführt wurde, gab es über lange Jahre das so genannte Wiege-System in der Sennegemeinde. Dabei wurde, wie es der Name schon sagt, der Müll bei der Abfuhr gewogen und die Gebühr nach Gewicht berechnet. Nach der Umstellung Anfang 2017 hatte es große Startschwierigkeitenund viele Beschwerdeanrufe beim zuständigen Bau- und Servicebetrieb (Bauhof) gegeben. Die Gemeinde hatte daraufhin Infoflyer gedruckt und extra einen neuen Bereich auf ihrer Homepage geschaffen, wo Bürger in einem passwortgeschützten Bereich nachsehen können, wie oft ihre Tonne im laufenden Jahr schon geleert wurde.

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