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Neuer Bike-Park im Hövelhofer Salvatorkolleg eingeweiht

Pisten-Gaudi auf zwei Rädern

Hövelhof (WB). Klausheide liegt jetzt in den Bergen. Okay – genau genommen sind es eher Hügel, die den neuen Bike-Park am Salvatorkolleg formen. Aber „Pisten-Gaudi“ ist auf alle Fälle inklusive. Die größte Erhebung ist bei der Einweihung am Freitag scherzhaft getauft worden. „Das ist unser Monte Salvatore“, schmunzelte Erlebnispädagoge Stephan Enck mit Blick auf eine fünf Meter hohe Aufschüttung, die den Bikern als Startrampe dient.

Meike Oblau

Jetzt kanns losgehen: Der Bike-Park am Salvatorkolleg ist nach einjähriger Bauzeit fertig. Auch neue Fahrräder hat die Jugendhilfeeinrichtung eigens angeschafft. Foto: Oliver Schwabe

60.000 Euro hat die neue Freizeitattraktion der Jugendhilfeeinrichtung gekostet. „Zum ersten Mal in der 105-jährigen Geschichte des Salvatorkollegs haben wir ein solches Projekt ausschließlich durch Spenden und Eigenleistungen finanziert“, sagte Leiter Klaus Kruse bei der kleinen Eröffnungsfeier.

Eine Großspende über 45.000 Euro kam dabei über den Caritasverband des Erzbistums Paderborn in die Sennegemeinde. Das Geld stammt aus Einnahmen aus dem Lotteriespiel „Spiel 77“. Weitere Spender sind vor allem örtliche Firmen und Banken.

Azubis packten kräftig mit an

Ein Jahr lang wurde an dem Parcours gebaut , der links der alleeartigen Zufahrt zum Hauptgebäude des Salvatorkollegs liegt. Vor allem Mitarbeiter und Auszubildende der Werkstätten des Salvatorkollegs haben kräftig Hand angelegt: „Am Start waren unsere Tischler, Maler, Maurer, Schlosser und allen voran natürlich, das sieht man ja, unsere Landschaftsbauer“, bilanzierte Klaus Kruse, der den Bike-Park als „weiteren Meilenstein und echten Eyecatcher“ in der Geschichte der Einrichtung bezeichnete.

Die Erlebnispädagogik spielt in der Arbeit des Salvatorkollegs, in dem derzeit 107 Jugendliche wohnen, eine große Rolle. In den vergangenen Jahren wurden an der Salvatorstraße bereits eine große Kletterhalle, eine Bogenschießanlage, ein Calisthenics-Center und ein Hochseilgarten errichtet .

Steilkurven im Wald

Jetzt bereichert der Bike-Park das Freizeitangebot. Von der Zufahrt aus ist das Areal gar nicht komplett zu erfassen, denn der Parcours führt auch durch den dahinter liegenden Wald, wo spezielle Steilkurven geformt wurden. Unter dem „Monte Salvatore“, der Startrampe, befindet sich eine Garage als Materiallager. Das Tor hat Künstlerin Claudia Cremer-Robelski farbenfroh gestaltet, natürlich mit einem coolen Mountainbiker, der eine Mauer durchbricht, als Motiv.

Für den Bau der Hügel musste lehmhaltiger Boden aus dem Nachbarkreis Lippe angekarrt werden. „Wenn wir versucht hätten, das mit Sennesand zu bauen, wären die Räder darin wahrscheinlich versunken“, erläuterte Stephan Enck, warum besonderes Bodenmaterial notwendig war. „Ich weiß nicht mehr, wie viele 40-Tonner hier vorgefahren sind“, hat der Erlebnispädagoge irgendwann aufgehört zu zählen. Etwa 1500 Kubikmeter Erdaushub wurden angeliefert. Insgesamt ist das Areal des Bike-Parks 5000 Quadratmeter groß, 1000 Quadratmeter davon im Wald. Das davorliegende, 45 mal 90 Meter große Grundstück, das nun umgestaltet wurde, war bis vor einem Jahr noch eine Wiesenfläche.

Startrampe auf dem „Monte Salvatore“

Seelsorger Jürgen Schindler sorgte am Freitag für die kirchliche Segnung der neuen Sportanlage. Dann waren endlich die Jugendlichen an der Reihe. In voller Schutzmontur schwangen sie sich auf die ebenfalls neu angeschafften Räder und stürzten sich den „Monte Salvatore“ hinunter. Und auch wenn der „Monte“ nur ein Fünf-Meter-Hügel ist: für ordentlich Geschwindigkeit sorgt das Gefälle allemal.

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