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Bronzeskulptur des Künstlers Alan Ryan Hall wird am 3. Juni in Hövelhof enthüllt – Mit Video

Schnucken erobern den Henkenplatz

Hövelhof (WB). Drei Schafe, ein Ziegenbock und ein Schäfer hören auf das Kommando von Peter Hils. Per Kran und Fernbedienung sorgt der Mitarbeiter des Bauhofs dafür, dass die vom irischen Künstler Alan Ryan Hall geschaffene Bronzeskulptur ihren vorgesehenen Platz sicher erreicht.

Meike Oblau

Künstler Alan Ryan Hall (Mitte) war aus Irland nach Hövelhof gekommen, um die Bauarbeiten auf dem Henkenplatz mit Bürgermeister Michael Berens (rechts) zu verfolgen. Bauhof-Mitarbeiter Juri Tschekin half beim Festschrauben. Foto: Jörn Hannemann

Die fünfteilige und insgesamt 1600 Kilogramm schwere Skulptur schmückt seit Freitag den Henkenplatz. Alan Ryan Hall ist eigens aus Irland angereist, um beim Aufstellen dabei zu sein. In seiner Heimat ist Hall bekannt: Zwölf Skulpturen, unter anderem »Charlie Chaplin« und ein Ziegenbock in Hövelhofs potenzieller Partnerstadt Killorglin, sind auf der Insel beliebte Fotomotive. Die Heidschnucken-Skulptur ist seine erste Anfertigung, die in Deutschland steht. Und auch hier hat sich Hall Besonderheiten einfallen lassen: Ein Schaf streckt dem Betrachter die Zunge heraus, ein anderes dreht sich gerade zum Hirten um.

Spender zahlen Hälfte der Kosten

Die ursprüngliche Idee, ein solches Kunstwerk in der Sennegemeinde aufzustellen, stammt von Andreas Markgraf. Der Bauamtsleiter entwickelte mit seinem Team das Ortskernkonzept 2020, in dessen Rahmen zum Beispiel der Schlossgarten , die Einkaufsstraße oder der Henkenplatz neu gestaltet wurden. Außerdem gab Markgraf den Tipp, einen Verfügungsfonds aufzulegen, aus dem Maßnahmen bezahlt werden, die das Ortsbild verschönern – allerdings nur, wenn 50 Prozent der Kosten für jedes Projekt von Sponsoren getragen werden. So ist es auch bei der Skulptur von Alan Ryan Hall, die mehr als 100.000 Euro kostet: Die Hälfte der Summe bringen Spender auf.

Im Irland-Urlaub den Künstler kennen gelernt

Bürgermeister Michael Berens erinnerte sich daran, wie der Kontakt zum Künstler zustande kam. Berens verbringt seine Urlaube bekanntlich oft in Irland und versucht seit einigen Jahren, eine Städtepartnerschaft mit der irischen Stadt Killorglin voranzutreiben. »Dort steht eine bronzene Ziegenbock-Figur. Ich habe mich erkundigt, wie der Künstler heißt, der diesen Ziegenbock erschaffen hat, und bin dann einfach mal zu ihm hingefahren.« Alan Ryan Hall sei sofort von der Idee einer Heidschnuckenherde für Hövelhof begeistert gewesen und habe sie um »seinen« irischen Ziegenbock ergänzt. Zunächst entstand ein Hartwachsmodell, später dann die lebensgroßen Figuren, die in Schottland gegossen und in der vergangenen Woche nach Hövelhof gebracht wurden.

Um den Transport zum Henkenplatz kümmerte sich das Team des Bauhofes um Erwin Brüggemeier, Peter Hils und Juri Tschekin. »Lebende Schnucken habe ich schon öfter transportiert, welche aus Bronze noch nie«, schmunzelte Brüggemeier. Zusammen mit seinen Mitarbeitern und dem 75-jährigen Künstler verschraubte er die Figuren fest im Boden.

Neue Brunnenanlage mit Fontänen

Der Henkenplatz ist nun fast fertiggestellt und soll am Montag, 3. Juni, um 19 Uhr eingeweiht werden. Bis dahin bleiben die Bronzefiguren verhüllt: »Ein bisschen Spannung wollen wir noch aufrecht erhalten«, sagte Michael Berens. Demnächst wird die neue Brunnenanlage, für die eigens eine begehbare Brunnenstube unter dem Platz errichtet wurde, endgültig fertiggestellt. »Da haben wir ganz schön getüftelt. Man kann die Höhe der Fontänen und die Farbe der Beleuchtung ändern, und es kann auch mal ein Wasserstrahl quer schießen«, erläuterte Bauamtsleiter Andreas Markgraf. Auch Bänke und Papierkörbe werden noch aufgestellt. Das Asia-Restaurant hat ebenfalls renoviert und plant mit einer Außengastronomie. Und damit jeder weiß, dass das Areal Henkenplatz heißt, steht der Schriftzug künftig auf einer großen Metallplatte, die demnächst den Schaltkasten der Ampelanlage verdecken wird.

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