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Hövelhofer Feuerwehr war im vergangenen Jahr 250 Mal im Einsatz – 119 Menschen gerettet

Vom Gasalarm bis zum Granatenfund

Hövelhof

Die Hövelhofer Feuerwehr hat Bilanz für das Jahr 2020 gezogen. 250 Mal war die Sennewehr im Einsatz, nicht nur bei Bränden und Unfällen, sondern auch bei Gasalarmen und dem Fund von Granaten, Minen und anderen Kampfmitteln.

Meike Oblau

Allein viermal war die Sennewehr im vergangenen Jahr bei Gasalarmen gefragt, die durch Ausbauarbeiten des Glasfasernetzes verursacht wurden. Foto: Axel Langer

Eigentlich ist der Februar traditionell der Monat, in dem die Hövelhofer Feuerwehr ihre Jahreshauptversammlung abhält. Da das bedingt durch die Corona-Auflagen derzeit nicht möglich ist, hat die Sennewehr ihre Einsatzstatistik für 2020 schriftlich vorgelegt und ihren Mitgliedern im Rahmen eines Online-Jahresabschlusses präsentiert.

Der Führungswechsel innerhalb der Feuerwehr konnten im vergangenen Jahr statt mit einer geplanten großen Feier im Schlossgarten aufgrund der Corona-Pandemie nur im kleinen Kreis stattfinden: Im Ratssaal wurden die langjährigen Feuerwehr-Chefs Peter und Michael Kesselmeier sowie Lothar Marxcord verabschiedet und ihre Nachfolger Sebastian Lienen, Maximilian Rempe und Patrick Falkenrich ins Amt eingeführt. Ihre Kameraden konnten aber zumindest über einen Livestream mit dabei sein.

Das neue Leitungsteam hatte viele besondere Einsatzlagen zu meistern, so gab es gleich neun Gaseinsätze, etliche davon im Sommer im Zuge der Ausbauarbeiten der Deutschen Glasfaser (Grüner Weg Leuschnerstraße, Mergelweg, Leostraße), sowie zwei Großbrände in Scheunen an der Detmolder Straße in Riege am 17. Juli und an der Sennestraße am 11. Februar.

Insgesamt war die Sennewehr im vergangenen Jahr 250 Mal im Einsatz (Vorjahr: 258 Mal). Dabei fanden 232 Einsätze im Hövelhofer Gemeindegebiet statt, 18 Mal rückten die Helfer zur überörtlichen Unterstützung, zum Beispiel nach Delbrück, aus. Ihrerseits erhielt die Sennewehr bei ihren Einsätzen Hilfe aus Delbrück, Verl, Paderborn, den ABC-Einheiten des Kreises Paderborn und der Analytischen Task Force (ATF) aus Dortmund. Neben den zwei Großbränden und den neun Gaseinsätzen blieben auch drei Kampfmittelfunde besonders in Erinnerung: auf dem JVA-Gelände in Staumühle wurde im Juni eine Granate gefunden, am 28. Juli wurden ebenfallsauf dem Areal des Gefängnisses Kampfmittel aus dem Ersten Weltkrieg entdeckt. Am 6. August wurde die Feuerwehr zu einem Minenfund in Staumühle alarmiert.

Ohnehin bescherte der Sommer 2020 der Sennewehr mit ihren 98 Aktiven (darunter 13 Frauen) Einsätze, die in Erinnerung bleiben. Mitte April krachte am Klausheider Kreisverkehr an der Paderborner Straße ein Lkw in ein Firmengebäude. Am 27. Juni war die Unterstützung der Hövelhofer in Delbrück gefragt, als die Tischlerei Stamm niederbrannte. Im August galt es, insbesondere in Staumühle Unwetterschäden wie umgestürzte Bäume zu beseitigen. Im Oktober wurden die Retter zu einem schweren Arbeitsunfall am Engelbrechtsweg gerufen. Hier war ein Teleskoplader auf einen Mann gestürzt.

Patrick Falkenrich, Sebastian Lienen und Maximilian Rempe (von links) wurden auf der Jahreshauptversammlung im vergangenen Jahr als neues Leitungsteam der Feuerwehr vorgestellt. Die offizielle Amtseinführung konnte kurze Zeit später aufgrund der Corona-Auflagen nur noch in kleiner Runde stattfinden. Foto: Meike Oblau

Die Statistik für 2020 weist 42 Brandeinsätze, 136 Hilfeleistungseinsätze, 25 Einsätze der First Responder und 13 der Notfallseelsorger aus. 95 Mal lautete das Einsatzstichwort „Menschenleben in Gefahr“: 119 Personen konnten gerettet werden, für zehn Menschen kam die Hilfe leider zu spät.

Im Frühjahr wurde ein neues HLF (Hilfeleistungslöschgruppenfahrzeug) in Dienst gestellt. Auch das sollte eigentlich im Schlossgarten im Zuge der Verabschiedung der alten Wehrführung passieren. Außerdem gab es ein neues Mehrzweckfahrzeug. Für Weiterbildungen und Dienstabende musste sich die Feuerwehr wegen der Corona-Pandemie massiv umstellen, vieles konnte nur noch online stattfinden.

Aktuell warten die Mitglieder der Sennewehr gespannt auf Neuigkeiten zum geplanten neuen Feuerwehrgerätehaus, das am bisherigen Standort am Alten Markt gebaut werden soll. Das alte Gerätehaus ist zu klein geworden und entspricht nicht mehr den aktuellen Vorschriften (zu geringe Durchfahrtshöhe, keine Umkleiden, keine Notstromversorgung und vieles mehr). Die Gemeinde will rund 5,7 Millionen Euro in den Neubau investieren. Das hatte der Rat im Mai 2020 beschlossen.

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