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Hövelhofer Firma Horatec plant Erweiterung an neuem Standort

Vom Online-Boom profitieren

Hövelhof (WB). Die Hövelhofer Firma Horatec setzt auf Wachstum durch eine selbst entwickelte neue digitale Geschäftsidee: einen internetbasierten Möbelplaner. Weil dazu der Platz am Standort Josef-Förster-Straße nicht ausreicht, will Geschäftsführer Wolfgang Thorwesten erweitern.

Meike Oblau

Wolfgang Thorwesten gründete die Firma Horatec 1996 zunächst in Ostenland. Seit 2001 ist das Unternehmen in Hövelhof an der Josef-Förster-Straße ansässig. Horatec produziert Möbelfertigteile für das Tischlerhandwerk. Foto: Jörn Hannemann

Wo genau das passieren soll, ist derzeit noch unklar. Eine Option auf einem Grundstück direkt hinter seinem Werk hat sich zerschlagen. Nun sucht Thorwesten nach anderen Möglichkeiten. Er gründete die Firma 1996 zunächst in Ostenland. Seit 2001 ist das Unternehmen in Hövelhof ansässig. Horatec produziert Möbelfertigteile für das Tischlerhandwerk.

Internetbasierte Möbelplanung als neues Standbein

Wolfgang Thorwesten befürchtet, dass der Online-Handel nach dem Buchhandel, der Reisebranche und der Bekleidungsindustrie in Kürze auch enormen Einfluss in der Möbelbranche gewinnen wird. Darauf möchte der Hövelhofer seine Firma, in der derzeit 110 Menschen arbeiten, vorbereiten.

Daher treibt Horatec das Thema internetbasierte Möbelplanung voran. Das ist keine neue Idee, aus der Fernsehwerbung ist sind Firmen wie »Dein Schrank« oder »Picawood« bekannt. Im Gegensatz zu diesem Konzept holt Horatec aber örtliche Tischler mit ins Boot. Die Idee: Der Kunde gestaltet am heimischen PC seinen Schrank nach Wunschmaß – und der heimische Tischler kümmert sich um korrektes Aufmaß und Montage.

140 Tischler machen bundesweit schon mit

140 Tischler haben sich dem vor zwei Jahren gestarteten Projekt deutschlandweit bereits angeschlossen. »Jeder Schreiner bekommt von uns einen Möbelplaner auf seine Homepage inte­griert, die komplette Planung und Bestellung läuft also über die Internetseite der örtlichen Tischlerei«, sagt Wolfgang Thorwesten.

Es sei aber eine Herausforderung, kleine Handwerksbetriebe im Internet überhaupt »sichtbar« zu machen, zumal ohnehin statistisch nur sieben Prozent aller Möbelkäufer beim Tischler kaufen würden. »Wenn Möbel nicht so sperrig und schwer wären, hätte der Online-Handel auch hier längst einen größeren Marktanteil. Das bekämen Möbelhäuser und Tischler zu spüren«, glaubt der Unternehmer.

Noch stoße das Internet in diesem Segment aber vor allem bei der Lieferung und der Montage an seine Grenzen, und Horatec wolle die Möglichkeiten nutzen, hier einen Fuß in die Tür zu bekommen. »Es wächst eine Generation mit linken Händen heran, die auf Handwerker vor Ort angewiesen ist«, schmunzelt Thorwesten.

Zusammenarbeit mit der Egger-Gruppe

Hinter der neuen Geschäftsidee steckt natürlich der Plan, dass die Kunden nicht nur über das in Hövelhof konzipierte Online-System planen und bestellen, sondern dass die angeschlossenen Tischlereien zumindest zum Teil auch passend zugeschnittene Möbelteile bei Horatec einkaufen. Dabei arbeitet Wolfgang Thorwesten verstärkt mit der Egger-Gruppe zusammen, die seit 2014 auch an dem Hövelhofer Unternehmen beteiligt ist. Ziel ist es, die Zahl der Tischlereien, die sich an dem noch namenlosen Internetprojekt beteiligen, von 140 auf mindestens 1000 zu erhöhen.

Bisheriges Werk in Hövelhof könnte bald zu klein sein

»Die Tischler entscheiden, ob sie die bestellten Möbel selbst produzieren oder Fertigteile bei uns zukaufen«, beschreibt Wolfgang Thorwesten. Derzeit arbeite eine Berliner Werbeagentur daran, das Internet-Tool bekannter und zum Beispiel bei Google »sichtbarer« zu machen. »Wenn alles so gut läuft, wie wir hoffen, ist unser bisheriges Werk in Hövelhof zu klein«, sagt Thorwesten und möchte sich daher vorbereiten. »Wir haben einen Plan, um die Kapazität kurzfristig zu erhöhen und werden diese Idee in Kürze genauer bekannt geben.«

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