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Unbekannte haben dem Tier in Hövelhof den Schwanz abgeschnitten und weitere Verletzungen zugefügt

Wer hat Kater Schurik so gequält?

Hövelhof

Ganz neugierig und zutraulich ist der acht Monate alte Kater Schurik. Das ist ihm offenbar jetzt zum Verhängnis geworden. Drei Tage lang war das Tier der Hövelhofer Familie Suchinin verschwunden – wiedergefunden haben sie ihn schwer misshandelt in Klausheide

Meike Oblau

Alina Suchinin sowie Anastasia und Taylor Rüb mit dem schwer verletzten Kater Schurik. Sie wollen andere Katzenbesitzer in Hövelhof warnen. Foto: Jörn Hannemann

Unbekannte haben Schurik den Schwanz komplett abgeschnitten. Auch das rechte Ohr, in dem er seine Tätowierung trägt, ist verletzt. Bei einer Untersuchung wurden außerdem Blutergüsse und Verletzungen, die von einem Messer stammen könnten, entdeckt.

„Der Tierarzt ist sich sicher, dass nur ein Mensch unserem Kater diese Wunden zugefügt haben kann. Das stammt nicht von einem Kampf mit einem anderen Tier“, sagt Alina Suchinin. Im Frühjahr zog der im April geborene Kater bei der aus Kasachstan stammenden Familie an der Bachstraße in Hövelhof ein und wurde schnell zum Liebling der gesamten Familie. Sie haben in Erinnerung an ihre Heimat einen russischen Namen für ihn ausgesucht.

Die Suchinins halten Schurik als Freigänger. „Er war gerne draußen und ist immer wieder nach Hause gekommen“, schildert Alina Suchinin. Doch am 27. November war alles anders. Die Familie wartete vergeblich auf den kleinen Kater. Er kam einfach nicht. Zunächst suchten die Besitzer die nähere Umgebung ab: Bachstraße, Große Wiese, Grüner Weg, Nordstraße. Aber Schurik blieb unauffindbar. Nach drei Tagen wandten sich die Suchinins per Facebook an die Öffentlichkeit. In der Gruppe „Spotted Hövelhof“ berichteten sie vom Verschwinden ihres Katers. Die Gruppe hat mehr als 3200 Mitglieder. „Kurz nach der Veröffentlichung meldete sich in der Gruppe eine Dame aus Klausheide, die dort einen Kater gesehen hatte, der unserem sehr ähnlich sah“, erinnert sich Alina Suchinin. „Sie schickte auch Fotos, schrieb aber, das Tier habe einen Stummelschwanz. Deswegen dachte ich: Das kann nicht Schurik sein.“

Aber die Hinweise, dass es sich doch um den jungen Kater aus der Bachstraße handelte, verdichteten sich. „Wir sind dann hingefahren, die Frau hatte dafür gesorgt, dass das Tier nicht wieder weglief. Und es war tatsächlich Schurik“, sagt sie. Die ganze Familie habe unter Schock gestanden, als sie das schwer misshandelte Tier wieder bei sich zu Hause hatte. „Wir sind natürlich sofort zum Tierarzt, der Schurik behandelt hat. Man konnte sehen, dass unser Kater sehr große Schmerzen hatte“, sagt Alina Suchinin.

Noch ist nicht klar, ob die große Wunde, die durch das gewaltsame Entfernen des Schwanzes entstanden ist, wieder verheilt oder ob der Kater sogar noch operiert werden muss. „Auf den Tierarztkosten bleiben wir natürlich auch sitzen, aber das ist nicht das Schlimmste“, sagen die Suchinins. „Wir fragen uns: Was ist das für ein Mensch, der einem kleinen, verspielten, zutraulichen Kater so etwas antut? Und wie ist Schurik von der Bachstraße bis nach Klausheide gelangt?“ Die Polizei habe ihnen wenig Hoffnung gemacht, helfen zu können, berichtet Alina Suchinin. So möchte sie nun über das WESTFALEN-BLATT zum einen nach möglichen Zeugen suchen, zum anderen aber auch andere Katzenbesitzer in Hövelhof warnen: „Offenbar läuft hier in der Gemeinde ein Tierquäler herum. Passt auf Eure Tiere auf“, sagt die Schülerin.

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