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Warum der Hövelhofer Getränkehändler und Festwirt Hubert Hüwelhans auf ein baldiges Ende der „Durststrecke“ hofft

Zurzeit macht niemand ein Fass auf

Hövelhof

Wann er das letzte Mal einen Fassbieranstich miterlebt hat? Das weiß Hubert Hüwelhans schon gar nicht mehr so genau. Normalerweise ist er in Hövelhof bei allen großen Festen zur Stelle, wenn Bürgermeister Michael Berens den Hammer schwingt. Zurzeit macht aber niemand ein Fass auf.

Meike Oblau

Beim Hövelmarkt-Frühschoppen 2019 hatten Jana (links) und Anna Hüwelhans noch alle Hände voll zu tun – 2020 wurde das Fest dann abgesagt. Foto: Jörn Hannemann

Egal ob Maibaum- und Radelfest im April, Schützenfest im Juni, Espelner Erntedank im September, Hövelmarkt im Oktober oder Nikolausmarkt im Dezember: Der Festwirt heißt Hubert Hüwelhans. All diese Feste sind aber im vergangenen Jahr ausgefallen. Wie es in diesem Jahr weitergeht, kann noch niemand sagen. Altenbeken hat sein Viaduktfest, wo der Hövelhofer ebenfalls als Festwirt fungiert, zum Beispiel schon abgesagt. Restaurants, Hotels und Cafés, die Hüwelhans normalerweise beliefert, sind seit Wochen geschlossen, auch private Feiern sind derzeit aufgrund der geltenden Corona-Bestimmungen kaum möglich.

Keine leichte Zeit also für Getränkehändler, die ihr Geld vor allem damit verdienen, was derzeit nahezu komplett flach fällt: damit, dass es sich andere in ihrer Freizeit auf Feiern gut gehen lassen. Das Kühlhaus an der Zieglerstraße, in dem sich sonst die Bierfässer stapeln, ist nahezu leer. „Ich will jetzt nicht allzu viel Ware ordern, die hat ja auch ein gewisses Haltbarkeitsdatum und wir wissen nicht, wann gerade Fassbier wieder nachgefragt ist“, sagt Hubert Hüwelhans. Einen Mitarbeiter hat er entlassen, einen weiteren in Kurzarbeit geschickt. Darüber hinaus arbeitet der Hövelhofer eigentlich das ganze Jahr über mit Dutzenden Aushilfen zusammen, die zum Beispiel die Besucher auf dem Hövelmarkt im großen Festzelt bewirten. „Da wird dann, wenn diese Feste wieder möglich sind, auch die Frage sein, ob die früheren Mitarbeiter dann noch zur Verfügung stehen oder sich vielleicht einen anderen Nebenjob gesucht haben“, sagt Hubert Hüwelhans.

Fassbier ist in Coronazeiten nicht besonders gefragt. Getränkehändler Hubert Hüwelhans hofft darauf, dass im Sommer wieder größere Feste möglich sein werden. Foto: Meike Oblau

Schwarzmalen ist aber so gar nicht sein Ding. Nach den vergangenen Monaten gefragt, schildert er augenzwinkernd, dass die Situation auch positive Nebeneffekte hatte: „Ich glaube ich habe schon lange nicht mehr so viel Schlaf bekommen wie 2020...“

Aber dass es so dauerhaft nicht weitergehen kann, das ist dem 52-Jährigen bewusst. „Ich hoffe auf die zweite Jahreshälfte und darauf, dass es Ende Februar, Anfang März mit den Impfungen so richtig losgeht“, sagt der Hövelhofer. Wenn irgendwann eine Vielzahl von Menschen durch eine Impfung geschützt sei, könne man auch wieder unbeschwert feiern. Daran, dass an solchen Festen, zum Beispiel im Schützenzelt, dann nur Geimpfte teilnehmen dürfen, glaubt Hüwelhans nicht. Voraussehen lässt sich das wie so vieles andere derzeit aber nicht. Der Festwirt steht jedenfalls parat. Er hofft im wahrsten Sinne des Wortes auf ein Ende der „Durststrecke“ und einen baldigen nächsten Fassbieranstich.

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