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Auf dem Hövelmarkt ertönt jetzt jeden Tag um 18.07 Uhr die bekannte Melodie

Zwölf Glocken spielen die Hövelhof-Hymne

Hövelhof

„Loch inne Erde, Bronze rinn, Glocke fertig, bimm bimm bimm“. Ganz so einfach wie in der Kurzversion von Schillers „Glocke“ ist die Kunst des Glockengießens dann doch nicht, sagt Glockengießer Hanns Martin Rincker. In seinem Unternehmen sind die zwölf Glocken für den Hövelmarkt entstanden. Seit Donnerstag sind sie zu hören – jeden Tag um 18.07 Uhr.

Meike Oblau

In der Glocken- und Kunstgießerei von Hanns Martin Rincker im hessischen Sinn sind die zwölf Glocken gegossen worden, die jetzt das neue Glockenspiel auf dem Hövelmarkt bilden. Zu hören sind sie täglich um 18.07 Uhr. Foto: Meike Oblau

8,8 bis 19,5 Kilogramm schwer sind die einzelnen Glocken, die größte hat einen Durchmesser von 27 Zentimetern. Für den Fachmann das Spannendste sind die so genannten Rippen, das Profil der Glocke. Die sind nämlich entscheidend für den Ton und wurden für das Modell in Hövelhof ganz neu konstruiert: „In der Stele war recht wenig Platz, daher haben wir das neue Verfahren ausprobiert und sind vom Klang sehr angetan“, sagt Hanns Martin Rincker.

Am Donnerstag „bimmelte“ es zum ersten Mal auf dem Hövelmarktplatz, dessen Neugestaltung inzwischen fast fertiggestellt ist. Anders als bei großen Kirchenglocken, die in einem Lehmverfahren hergestellt werden, wurde für die vergleichsweise kleinen Hövelhofer Glocken ein Sandgussverfahren angewendet. „Das heißt, dass die Glocken in Sand abgeformt werden. Das Formen dauert nur ein paar Stunden, das anschließende Stimmen aber sicherlich das Fünf- bis Sechsfache der Zeit“, beschreibt Hanns Martin Rincker.

Welche Melodie erklingen soll, das kann in Hövelhof unterirdisch eingestellt werden: Die Technik für das Glockenspiel befindet sich (ebenso wie die Technik für das neue Wasserspiel) in der Brunnenstube nahe des „Einstein“. Einige Lieder sind bereits programmiert, allen voran natürlich die Hövelhof-Hymne der „Siene Puttkers“, die künftig standardmäßig um 18.07 Uhr erklingen soll. Warum diese „krumme“ Uhrzeit? „Erstens überschneidet sich so das Glockenspiel nicht mit den Kirchenglocken, und zweitens wurde Hövelhof im Jahr 1807 von Jerome Bonaparte in die Selbstständigkeit entlassen“, erklärt Bürgermeister Michael Berens.

Neben der Hövelhof-Hymne, die übrigens die Band des Gemeindeoberhaupts komponiert und vertont hat, können künftig auch „Der Mai ist gekommen“, „O du fröhliche“ oder ein passendes Schützenfestlied auf dem Hövelmarkt erklingen.

Bürgermeister Michael Berens zeigt in der unterirdischen Brunnenstube, wo das Glockenspiel programmiert werden kann. Es können jederzeit neue Lieder eingespeist werden. Foto: Meike Oblau

Die Bauarbeiten auf Hövelhofs zentralem Platz neigen sich derweil dem Ende zu. Derzeit wird noch an der Zufahrt von der Allee aus gearbeitet, der weitaus größte Teil des Platzes ist inzwischen aber gepflastert, sodass die Gemeindeverwaltung davon ausgeht, dass er noch vor Weihnachten wieder als Parkplatz freigegeben werden kann. Eine offizielle Einweihung soll es in diesem Jahr allerdings nicht mehr geben. „Wir hoffen, dass es die Corona-Bestimmungen vielleicht im Frühjahr wieder zulassen, dass wir den Platz zum Maibaum- und Radelfest Ende April zusammen mit der Bevölkerung noch einmal offiziell einweihen können“, sagt Bürgermeister Michael Berens. In diesem Jahr musste das Maibaum- und Radelfest bekanntlich ebenso abgesagt werden wie der Hövelmarkt.

Letzte Arbeiten sind auch noch am neuen Brunnen nötig, hier sollen demnächst noch die Namen der Hövelhofer Ortsteile in die Steine graviert werden. Der Brunnen besteht bekanntlich aus sechs Wasserspeiern, die die sechs Ortsteile (Espeln, Riege, Hövelriege, Klausheide, Staumühle und den früheren Ortsteil Hövelsenne) symbolisieren. In der Mitte steht ein großer Wasserstrahl für Hövelhof selbst.

An der neuen Glockenstele trafen sich (von links) Bürgermeister Michael Berens, Steinmetzmeister Michael Diwo, Dennis Kleewald (Bauamt), Markus Mockel und Hanns Martin Rincker (Glocken- und Kunstgießerei Rincker) und Carolin Rüther (Bauamt). Foto: Meike Oblau

Das Wasserplätschern wird sich bald mit Glockentönen mischen. Man darf gespannt sein, welche Melodien dort noch programmiert werden. Steinmetzmeister Michael Diwo, der die Stele entworfen hat, hätte da zumindest eine (nicht ganz ernst gemeinte) Idee: „Wie wär‘s denn mit Hells Bells...?“

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