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Bundespräsident würdigt das jahrzehntelange große Engagement im heimatlichen und sozialen Bereich

Hövelhoferin Gertraud Mütter trägt Verdienstmedaille

Hövelhof/Paderborn

Als Französischlehrerin lag Gertraud Mütter stets die deutsch-französische Freundschaft am Herzen. Jahrzehntelang hat sich ehrenamtlich und vielfältig dafür engagiert.

Gertraud Mütter aus Hövelhof erhielt im Kreishaus die Verdienstmedaille des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland. Landrat Rüther und Hövelhofs Bürgermeister Berens freuen sich mit ihr über die Auszeichnung. Foto: Kreis Paderborn/Meike Delang

Für ihre Verdienste im heimatlichen und sozialen Bereich hat der Bundespräsident nun die Verdienstmedaille des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland an Gertraud Mütter verliehen. Paderborns Landrat Christoph Rüther gratulierte ihr dazu und überreichte der Hövelhoferin im Rahmen einer Feierstunde die Ordensinsignien.

1939 in Landsberg an der Warthe geboren, verbrachte sie den Großteil ihres Lebens in Hövelhof. Sie ist verheiratet und hat zwei erwachsene Kinder und Enkelkinder. Bereits Mitte der 60er Jahre unterstützte sie das Vorhaben der Gemeinde Hövelhof, eine Partnerschaft mit einer französischen Gemeinde ins Leben zu rufen. Die Französischlehrerin, die bis zum Eintritt in den Ruhestand 2003 als Lehrerin an der Franz-Stock-Realschule tätig war, übersetzte regelmäßig den Schriftverkehr und übernahm zudem in Gesprächen und Verhandlungen die Dolmetscherfunktion. 1971 unterzeichneten Hövelhof und Verrières-le-Buisson die Partnerschaftsurkunde. Von Beginn an ist Mütter engagiertes Mitglied des Partnerschaftskomitees.

Der Lehrerin Gertraud Mütter war der Aufbau und die Pflege einer Schulpartnerschaft ein besonderes Anliegen. Sie organisierte die gegenseitigen Schüleraustausche zwischen der Franz-Stock-Realschule und dem Collège Jean-Moulin in der Partnerstadt. Zudem trug sie dazu bei, dass inzwischen auch wechselseitige Besuche von Grundschulkindern der Kirchschule und der Paul-Fort-Schule in Verrières stattfinden.

2003 trat Gertraud Mütter der Kolpingfamilie Hövelhof bei und gehörte sechs Jahre dem Vorstand an. Unermüdlich unterstützte sie die sozialen Projekte des Vereins. Unter anderem engagierte sie sich in der Liturgie- sowie der Seniorenarbeit und war Mitarbeiterin bei dem Projekt „Brot und Mehr“. Zudem war Mütter langjährig eine beliebte „Leseoma“ in den katholischen Kindergärten. 2012 gründete sie mit weiteren Mitstreitern den Verein „Wasser für Labgar“, der sich zur Aufgabe gemacht hat, die Menschen in Labgar im Senegal mit Trinkwasser zu versorgen.

Während der Flüchtlingskrise ergriff sie 2015 die Initiative und gründete das Sprach-Café im Gemeindehaus. Jeden Mittwoch trafen sich dort zugewanderte Menschen mit Einheimischen zu geselligen Austausch und zum Sprachunterricht. Gertraud Mütter und ihr Team an ehrenamtlichen Helfern unterstützten die Hilfsbedürftigen zudem bei Behördengängen, Arztbesuchen oder Einkäufen.

Für ihr vielseitiges Engagement wurde Gertraud Mütter 2011 mit der goldenen Ehrennadel der Gemeinde Hövelhof und 2017 mit dem Ehrenamtspreis des Kreises ausgezeichnet.

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