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Familie darf den Vierbeiner nicht in der neuen Wohnung halten

Hündin aus der Ukraine sucht in Paderborn ein Zuhause auf Zeit

Bad Lippspringe/Paderborn

Als Katerine Stankevych vor zwei Monaten mit ihrer Familie aus Cherson in der Ukraine geflohen ist, war klar, dass ihre Hündin Grunja mitkommt: „Sie ist ein Mitglied meiner Familie. Ich liebe sie sehr“, sagt die 21-Jährige. 6000 Kilometer sind die Stankevychs mit ihrem Auto gefahren. Auf der Rückbank neben dem fast zweijährigen Ivan, saß der kleine Chihuahua.

Von Sonja Möller

Katerine Stankevych ist verzweifelt: In fünf Tagen muss die Ukrainerin ein Zuhause auf Zeit für ihre achtjährige Hündin Grunja finden, weil sie sie nicht mit in ihre Wohnung nehmen darf. Foto: Sonja Möller

„Wir waren in so vielen Hotels, sind durch mehrere Länder gefahren. Es gab nie Probleme, weil Grunja dabei war“, sagt Katerine Stankevych. Bis nach Bad Lippspringe floh die Familie und kam dort mit den Schwiegereltern bei deren Verwandten unter, die eine kleine Zwei-Zimmerwohnung bewohnen. Dort lebten sie mit acht Personen und zwei Hunden.

Jetzt haben Katerine und ihr Ehemann Ivan eine Wohnung in Paderborn gefunden, in der sie leben können. Einziges Problem: Hunde sind nicht erlaubt. Alle Überredungsversuche waren erfolglos. Das hat sie schweren Herzens akzeptiert, weil die Wohnung ansonsten perfekt ist.

Die 21-Jährige ist traurig und verzweifelt. Grunja gehörte eigentlich ihrer Mutter. Als sie starb, nahm die Tochter die Hündin vor vier Jahren bei sich auf. „Als ich meinen Mann kennen gelernt habe, hatte ich sie schon. Mit ihr haben wir unsere Familie gegründet. Sie gehört dazu. Mein Sohn liebt Grunja und weint immer, wenn sie nicht da ist“, erzählt Katerine Stankevych. Der fast Zweijährige nimmt auch gerne selbst die Leine in die Hand und geht mit seiner vierbeinigen Freundin spazieren – natürlich immer mit Mama oder Papa an der Seite.

Doch jetzt muss sie die Hündin abgeben. Zumindest erstmal. Katerine Stankevych sucht ein Zuhause auf Zeit für ihren Hund, in dem es Grunja gut geht, bis sie und ihre Familie eine neue, hundefreundliche Wohnung gefunden haben, die passt. Oder bis der Krieg vorbei ist und sie zurück in die Ukraine kann. „Aber wir wissen ja nicht, wie lange das dauert. Vielleicht ein Jahr, vielleicht fünf.“ Noch weitere fünf Tage kann der Hund bei ihrer Familie in Bad Lippspringe leben, dann muss eine Lösung gefunden sein, erzählt sie und ihr ist die Traurigkeit anzumerken.

Tierhalterin gibt Hündin nicht ins Tierheim

Ihre geliebte Hündin im Tierheim abzugeben, kommt für die 21-Jährige nicht infrage. Denn sie will Grunja irgendwann wieder zu sich nehmen und mit ihr zurück in die Ukraine. Eine Hundepension kann sie sich dauerhaft nicht leisten. Auch das scheidet aus. „Grunja ist ein alter Hund und braucht ein Zuhause. Vielleicht gibt es ja jemanden, der sich schon immer einen Hund gewünscht hat?“, hat sie die Hoffnung noch nicht aufgegeben.

Ihre Hündin ist stubenrein, nicht kastriert, acht Jahre alt und nicht interessiert an anderen Hunden. „Sie lässt sie links liegen“, berichtet Katerine Stankevych. Die junge Mutter würde auch Futter- und Tierarztkosten übernehmen, wenn das nötig sein sollte, sagt sie. Und sie hofft, dass sie Grunja weiter vielleicht einmal in der Woche oder einmal im Monat mit ihrem Sohn besuchen und mit der Hündin spazieren gehen kann: „Wir lieben den Hund sehr.“

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