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Modellprojekt zur Ausbildungspartnerschaft in Paderborn gestartet

„Jetzt auf den Weg machen“

Paderborn

Mit ihren vielfältigen wirtschaftlichen Auswirkungen sorgt die Corona-Pandemie auch auf dem Ausbildungsmarkt für unsichere Zeiten. Von Seiten der Betriebe sei es derzeit schwer, junge Menschen zu erreichen und für eine Ausbildung zu begeistern, gleichzeitig ist die Zahl der Azubi-Bewerber schon im vergangenen Jahr gesunken, berichtet die Bundesagentur für Arbeit in der Bilanz am Ausbildungsmarkt 2019/2020.

Ein Screenshot zur Videokonferenz der Ausbildungspartnerschaft: (oben von links) Frank Wolters (Geschäftsführer Wirtschaftsförderung Paderborn), Uwe Schoop (Leitung Fachkräftesicherung bei der Wirtschaftsförderung Paderborn), Thomas Koch (Benteler-Ausbildungsleiter). Unten v.l.: Heinz Thiele (Vorsitzender der Geschäftsführung der Paderborner Agentur für Arbeit), Christian Wiethüchter (Benteler Steel/Tube-Geschäftsführer) und Michael Dreier (Bürgermeister der Stadt Paderborn). Foto: WFG Paderborn

Die Krise sei nur partnerschaftlich zu bewältigen, ist Frank Wolters, Geschäftsführer der Wirtschaftsförderung Paderborn (WFG) überzeugt. Aus diesem Grund moderiert die WFG derzeit einen Prozess zur Entwicklung eines Partnernetzwerkes, das Perspektiven für den lokalen Ausbildungsmarkt schaffen und als Modellprojekt branchenübergreifend aufgestellt werden soll.

Gemeinsam mit Bürgermeister Michael Dreier, Benteler Steel/Tube-Geschäftsführer Christian Wiethüchter, Benteler-Ausbildungsleiter Thomas Koch und Heinz Thiele, Vorsitzender der Geschäftsführung der Paderborner Agentur für Arbeit, befinde man sich im intensiven Austausch, um sowohl Unternehmen als auch junge Menschen in unsicheren Zeiten wieder für das Thema Ausbildung zu begeistern, heißt es aus der Wirtschaftsförderung. Es herrscht Einigkeit darüber, dass die Chancen auf dem Ausbildungsmarkt weiterhin gut stehen und die Krise zu bewältigen sei.

Überzeugt von der Ausbildungspartnerschaft zeigt sich Bürgermeister Michael Dreier: „Ich danke der Firma Benteler für das Engagement im Ausbildungsbereich und das Schaffen neuer Perspektiven.“ Gemeinschaftlich könnten die Partner so die Weichen stellen, um den Standort Paderborn auf die Herausforderungen der Zukunft im Bereich des Fachkräftemangels vorzubereiten und nachhaltig aufzustellen, so Dreier.

Konkret wird es in dieser frühen Phase für die Metall be- und verarbeitenden Berufe. So bietet das Unternehmen Benteler im Rahmen der Ausbildungspartnerschaft freie Kapazitäten im eigenen Aus- und Weiterbildungszentrum an. Die mehr als 4000 Quadratmeter große Anlage ist beispielsweise mit einer digitalen Lernfabrik und sechs hochmodernen Produktionsrobotern ausgestattet. Azubis können so für die Grundausbildung in den ersten Monaten das Know-how und die Infrastruktur bei Benteler nutzen und auch während ihrer Ausbildung immer wieder für Spezialworkshops und Fachseminare zurückkehren, die so in den Unternehmen nicht angeboten werden können.

Auszubildende können bei Benteler von einer neuen Ausbildungspartnerschaft profitieren. Foto: Benteler

„30 bis 40 Auszubildende anderer Unternehmen profitieren davon, dass wir unsere Kapazitäten anbieten“, erklärt Christian Wiethüchter. „Mit diesem Schritt fördern wir technische Ausbildungsberufe in Ostwestfalen und ermöglichen einen betriebsübergreifenden Austausch.“

Unterstützt wird das Vorhaben durch die Weiterentwicklung des Bundesprogramms „Ausbildungsplätze sichern“. Für Ausbildungen, die ab dem 1. Juni beginnen, gilt eine neue Fördersystematik: „Gefördert werden können dann kleine und mittlere Unternehmen bis zu 499 Mitarbeitern durch Ausbildungsprämien zwischen 4000 und 6000 Euro“, erklärt Heinz Thiele von der Agentur für Arbeit.

Der Appell ist deutlich: „Unternehmen können sich jetzt auf den Weg zu uns oder zu Benteler machen“, sagen WFG-Geschäftsführer Frank Wolters und Uwe Schoop als Leiter des Bereichs Fachkräftesicherung der WFG, die die lokale Wirtschaft aufrufen, sich an einem partnerschaftlichen Modell zu beteiligen. Ziel sei es, das modellhafte Projekt in Zukunft auch für andere Branchen zu entwickeln. Dazu werden demnächst weitere Gespräche geführt und ein institutionelles Partnernetzwerk entwickelt.