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Feuerwehrhaus Atteln-Henglarn wird wohl teurer als geplant

Bau startet trotz Mehrkosten

Lichtenau (WB/han). Das gemeinsame Feuerwehrhaus für Atteln und Henglarn wird mit einiger Wahrscheinlichkeit teurer als gedacht. Dabei sollten die Kosten eigentlich gedeckelt werden. Gebaut wird aber trotzdem, wie der Stadtrat jetzt beschlossen hat.

Neben der Gärtnerei Mathia (links) zwischen Atteln und Henglarn soll das neue gemeinsame Feuerwehrhaus für die Feuerwehren der beiden Orte entstehen. Es ist laut Bürgermeister Josef Hartmann die erste Kooperation dieser Art im Kreis Paderborn. Foto: Jörn Hannemann

2,7 Millionen Euro und keinen Cent mehr: Auf diese Summe hatte der Rat die Kosten für den Neubau auf einem Grundstück neben der Gärtnerei Mathia begrenzt. Doch nachdem nun die ersten Ergebnisse der Ausschreibungen vorliegen, ist klar: Es wird wohl teurer. Denn die gute Konjunktur im Baugewerbe führt zu steigenden Preisen. 188.000 Euro mehr als zunächst geplant stehen unter dem Strich.

Zwar, so rechnete die Verwaltung vor, könnten sich hier und da – etwa bei Dach- und Schlosserarbeiten – noch Einsparungen in Höhe von rund 70.000 Euro erzielen lassen, und auch mit Eigenleistung der Feuerwehrleute sei noch zu rechnen. Doch auch wenn das berücksichtigt werde, dürfte der Kostenrahmen von 270.000 Euro kaum einzuhalten sein.

Aufgeben ist keine Option

Die Verwaltung hatte nun drei Alternativen vorgeschlagen: Der Bau könnte auf Eis gelegt und zu einem späteren Zeitpunkt erneut angegangen werden. Alternative war eine Verkleinerung des geplanten Gebäudes. Das allerdings hätte zu einer erheblichen zeitlichen Verzögerung geführt und fest eingeplante Fördermittel in Höhe von 536.000 Euro wären wohl verloren gegangen, weil es dann kaum möglich gewesen wäre, das Projekt wie gefordert bis Ende des Jahres 2020 abzuschließen.

Die dritte Alternative sah vor, das Projekt trotz der Mehrkosten fortzusetzen und sie überplanmäßig aus der Ausgabeermächtigung Grunderwerb im Haushalt abzudecken.

Mit allen drei Lösungsvorschlägen der Verwaltung mochte sich der Rat allerdings nicht anfreunden. Eine breite Mehrheit aus CDU und SPD stimmte während der Sitzung am Donnerstagabend daher bei vier Enthaltungen für einen Vorschlag, den die CDU in die Diskussion eingebracht hatte.

CDU-Fraktionsvorsitzender Josef Eich

Danach soll der Bau wie geplant in diesem Jahr begonnen werden, wobei im Laufe der Bauzeit nach Einsparmöglichkeiten gesucht werden soll. Sollte sich zeigen, dass der Kostenrahmen von 2,7 Millionen Euro nicht einzuhalten ist, sollten die Mehrkosten im Haushaltsjahr 2020 eingeplant werden.

»Das ist ein Kompromiss, mit dem man leben kann«, warb CDU-Fraktionsvorsitzender Josef Eich für den Vorschlag. Sein Gegenüber von der SPD, Markus Lübbers, sah es ebenso. Schließlich seien sicherlich erhebliche Eigenleistungen der Feuerwehrleute in der Berechnung noch gar nicht abgebildet.

Und die größten Ausgabenposten würden im nichtöffentlichen Teil der Ratssitzung am Donnerstag ja bereits vergeben und würden sich damit nicht mehr verändern. Daher, so Lübbers, sei davon auszugehen, dass die Kosten von 2,7 Millionen Euro nicht allzu wesentlich überschritten werden dürften.

Die Vertreter der beiden kleineren Fraktionen indes mochten der gefundenen Lösung nicht zustimmen. Die eindeutige Deckelung der Kosten werde damit quasi aufgehoben, kritisierte Uwe Kirschner (FDP). Angesichts ebenfalls noch anstehender großer Investitionen im Schulbereich und in die Feuerwehrhäuser der weiteren Löschgruppen habe er hier große Bedenken.

Auch Bernhard Keiter (Grüne) befürchtete, dass für andere Feuerwehrhäuser kaum noch Geld übrig bleiben könnte, wenn alles für Atteln-Henglarn ausgegeben werde. »Wir halten uns an einmal gefasste Beschlüsse«, betonte er.

Kommentar von Hanne Hagelgans

Bauen ist teuer. Und in der jetzigen Konjunkturphase ist es oft sogar teurer als gedacht. Das mussten kürzlich auch der Kreis beim Bau der neuen Rettungswache in Büren oder die Stadt Paderborn bei der Sanierung der Stadttürme feststellen. Und nun müssen die Lichtenauer die Mehrkosten für ihr Feuerwehrhaus schlucken.

FDP-Fraktionschef Uwe Kirschner hat sicherlich recht, wenn er den Glauben an die Einhaltung der Obergrenze von 2,7 Millionen Euro als naiv bezeichnet. Ebenso dürfte aber Markus Lübbers (SPD) richtig liegen, wenn er davon ausgeht, dass die Feuerwehrleute noch selbst tüchtig mit anpacken und so die Kosten einigermaßen im Rahmen halten werden.

Und ihr ehrenamtliches Engagement für alle Bürger hat ganz einfach gute, vernünftige Rahmenbedingungen verdient. Wenn das nun maßvoll teurer wird, ist das ärgerlich, aber nicht zu ändern.

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