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Kripo stellt in Lichtenau-Atteln 1900 erntereife Pflanzen sicher

Bislang größte Cannabis-Plantage im Kreis Paderborn ausgehoben

Lichtenau

Die wohl größte im Kreis Paderborn bisher entdeckte Cannabis-Plantage hat die Polizei am Freitagmorgen (13. Januar) in Lichtenau-Atteln ausgehoben. 1900 erntereife Cannabispflanzen sowie mehrere Lastwagen-Ladungen an Plantagentechnik habe die Kripo in der Gewerbehalle sichergestellt.

Über 250 Quadratmeter erstreckte sich die illegale Cannabis-Plantage. Unter 150 Speziallampen, zahlreichen Ventilatoren und einer komplexen Lüftungsanlage wuchsen in Atteln etwa 1900 Cannabis-Pflanzen.  Foto: Polizei Paderborn

An der Finkestraße zwischen Lichtenau-Atteln und Husen hatte die Polizei auf etwa 250 Quadratmetern die groß dimensionierte, professionelle Cannabis-Plantage entdeckt. Ein Tatverdächtiger (47) wurde festgenommen. Die bislang größte Drogenplantage war im Herbst 2020 in Hövelhof aufgeflogen.

Die Paderborner Kripo hatte aus der Bevölkerung Hinweise auf Cannabisanbau in der ehemaligen Schreinerei bei Atteln erhalten. Bei einer ersten äußeren Inaugenscheinnahme der zweistöckigen Betriebshalle war nach Polizeiangaben sehr deutlicher Cannabisgeruch wahrnehmbar.

Tatverdächtiger aus Lichtenau festgenommen

Die Paderborner Staatsanwaltschaft beantragte aufgrund der vorliegenden Erkenntnisse einen Durchsuchungsbeschluss für die Hallen. Mit dem Gerichtsbeschluss drangen Kripo-Beamte und Zivilfahnder am Freitagmorgen in das Objekt ein. Sie überraschten einen Tatverdächtigen und nahmen den 47-Jährigen fest. Im Untergeschoss fanden die Polizisten die wohl bislang größte im Kreis Paderborn entdeckte Cannabis-Plantage. Auf rund 250 Quadratmetern standen etwa 1900 Cannabis-Pflanzen. Nach Einschätzung der Drogenfahnder dürfte die Ernte kurz bevor gestanden haben.

Unter 150 Speziallampen, zahlreichen Ventilatoren und einer komplexen Lüftungsanlage wuchsen etwa 1.900 Cannabis-Pflanzen Polizei hebt Cannabis-Plantage in Lichtenau aus Foto: Polizei Paderborn

Die unter 150 Speziallampen, zahlreichen Ventilatoren und einer komplexen Lüftungsanlage gedeihenden Pflanzen waren dicht gestellt in Pflanzcontainern gezüchtet worden. Spezieller Dünger stand in dutzenden Kanistern bereit. Um den benötigten Strom von mehreren tausend Watt zu produzieren, war ein kleinwagengroßes, dieselbetriebenes Stromaggregat in einem akustisch abgedichteten Raum installiert worden. Ein kleineres Stromaggregat stand in einem weiteren Raum. Im Obergeschoss standen mehrere miteinander verbundene und weitere noch nicht angeschlossene 1000- bis 2000-Liter-Dieseltanks.

Die größten Drogenfunde im Kreis Paderborn

Kriminaldirektorin Verena Mertens spricht von einem großen Erfolg gegen den illegalen Drogenanbau und den damit verbundenen Drogenhandel. „Diese Anlage ist gebaut worden, um kriminelle Millionenumsätze zu machen“, wird die Paderborner Kripo-Chefin mit einer ersten Einschätzung zitiert.

Mithilfe des THW Paderborn begann am Vormittag die Rodung der Pflanzen und die Sicherstellung der technischen Einrichtung. Mehrere Lastwagen-Ladungen kamen dabei zusammen. Das Gebäude bleibt vorerst beschlagnahmt.

Der festgenommene Tatverdächtige kam ins Polizeigewahrsam nach Paderborn. Er ist polizeibekannt, war aber bislang nicht mit Drogendelikten aufgefallen. Die Ermittler gehen davon aus, dass er die Plantage nicht allein betrieben hat. Die Ermittlungen der Kripo dauern derzeit an. Sie hätten ein unerwartetes Ausmaß angenommen und würden wohl noch einige Wochen in Anspruch nehmen, schreibt die Polizei in einer Mitteilung zu dem Fall.

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