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Altenau-Renaturierung in Henglarn fortgesetzt

Das Wasser kommt zurück

Lichtenau (WB/han). Am Fluss spielen, Steine flitschen, nasse Füße bekommen – das gehörte für Kinder früher zum Großwerden im Altenautal sicherlich dazu. Nun könnte es wieder so werden. Eine weitere Renaturierungsmaßnahme in Henglarn ist abgeschlossen.

Die Altenau bekommt in Henglarn mehr Raum. Das Herzstück der Renaturierung haben Johannes Schäfers (WOL), Dr. Matthias Preißler (Stadt Lichtenau), Planer Hans-Joachim Berger, Johannes Niggemeyer vom Heimatverein, Bürgermeister Josef Hartmann, Landrat Manfred Müller und Wolfgang Scholle (Mitglied der WOL-Verbandsversammlung) in Augenschein genommen. Foto: Jörn Hannemann

Lichtenaus Bürgermeister Josef Hartmann und der Paderborner Landrat Manfred Müller, der im Nachbardorf Atteln aufgewachsen ist, haben sich gestern vor Ort ein Bild vom Ergebnis gemacht. Im November vergangenen Jahres hat der Wasserverband Obere Lippe (WOL) mit den Bauarbeiten zur ökologischen Verbesserung der Altenau im Bereich des Paddelteiches in Henglarn begonnen. Neue Gewässerzugänge und Trittsteine laden vor allem Kinder zum Entdecken in und an der Altenau ein.

Im sogenannten Altenau-Park, gemeint ist die Altenau zwischen Bäckerei Zacharias und Furt, wurde der Fluss nach Südwesten hin aufgeweitet. So wurde ein Puffer zu den angrenzenden nördlichen Ackerflächen geschaffen.

Mündungsbereich der Quelle verlegt

Neben der Verlegung einer Starkstrom-Erdleitung des Energieversorgers RWE wurde in den Bereichen, in denen die Altenau verlegt wurde, auch die Wegeführung angepasst. Im Bereich der Fußgängerbrücke an der Furt wurden die erhaltenswerten Steinstickungen durch Natursteinfindlinge vor weiteren Unterspülungen geschützt. »Die Steine stammen aus Anröchte und sind natürlicherweise so gebrochen, wie sie sich jetzt präsentieren«, erläutert Planer Hans-Joachim Berger.

An der Bleichwiese befindet sich das Quellgerinne zwischen Altenau und Paddelteich. Der Mündungsbereich der Quelle in die Altenau wurde verlegt und über eine langgezogene Gleite für Gewässerorganismen passierbar gemacht. Im Nordwesten der Bleichwiese wurde die Quellschüttung nach Osten verlegt, um einen Puffer zu der angrenzenden Ackerfläche zu erhalten. Die Senke im Nordosten wurde vertieft und darin zwei Blänken ausgelegt.

Eingriff in die Natur soll kompensiert werden

In dem kleinen Bruchwald südlich des Paddelteiches wurden die Feldwege zurückgebaut und der Entwässerungsgraben, der durch die Bleiwiese führte, mit Erde gefüllt. Dadurch soll die Wiedervernässung der Fläche gefördert werden. Die Vorflut der östlich liegenden Äcker wird durch die Ertüchtigung des parallel zum Wirtschaftsweg laufenden Wegeseitengrabens gesichert.

»Wir haben hier einen weiteren Mosaikstein in der Renaturierung der Altenau«, freute sich Landrat Manfred Müller. Gerade auch in Verbindung mit dem benachbarten Quellgarten, der zurzeit in Regie der Stadt Lichtenau ebenfalls umgestaltet wird, ergebe sich hier ein attraktiver Naturerlebnisraum. Die Kosten in einer Gesamthöhe von 140.000 Euro werden zu 80 Prozent aus Landesmitteln bezuschusst. Den Eigenanteil übernimmt der Wasserverband Obere Lippe (WOL).

Die Altenau-Renaturierung geht weiter. Als nächstes ist der Bereich oberhalb der Fußgängerbrücke an der Reihe. Mit dieser Maßnahme soll der Eingriff in die Natur kompensiert werden, den der jetzt beginnende Bau des neuen Feuerwehrhauses zwischen Atteln und Henglarn bedeutet.

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