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Paderborner Aktionskünstler Arnd Drossel wirbt in Lichtenau für Umwelt-Projekt und Klimaschutz

Eisige Schönheit mit Botschaft

Lichtenau (WV/han)

Wenn die klirrende Kälte anhält, dürfte Lichtenau in diesen Tagen um ein höchst beliebtes Selfie-Motiv reicher sein. Denn eine mehr als mannshohe Drahtkugel, komplett von Eis überzogen, ziert zurzeit den Kreisverkehr vor dem Technologiezentrum am Leihbühl. Mit dem funkelnden Eis in der Wintersonne bietet sie einen wunderschönen und spektakulären Anblick.

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Arnd Drossel macht sich stark für Klimaschutz. Am Technologiezentrum in Lichtenau hat er seine vereiste Kugel aufgebaut und bekam Besuch von Bürgermeisterin Ute Dülfer. Foto: Oliver Schwabe

Besucher, die das ansehen oder fotografieren möchten, sind dem Paderborner Aktionskünstler Arnd Drossel hoch willkommen. Er hat das Kunstwerk geschaffen – und verbindet damit ein wichtiges Anliegen. Die Kugel ist Werbeträger für den Klimaschutz und zugleich Symbol für das Projekt „My promise mother earth“ (deutsch etwa: Mein Versprechen an Mutter Erde).

Die Organisatoren rufen dazu auf, ein Versprechen im Alltag umzusetzen, um künftig Umwelt und Ressourcen zu entlasten. Das kann etwas Kleines sein, das ganz einfach machbar ist: weniger Plastik verwenden etwa oder mit dem Rad statt dem Auto zur Arbeit fahren. Privatpersonen oder auch Firmen, die mitmachen möchten, können ihr Versprechen auf der Internetseite https://mypromise.earth öffentlich formulieren. Viele kleine Schritte, so die Idee, können in der Summe etwas Großes bewirken. Das, so erklärt Arnd Drossel, symbolisiere auch die Kugel: Durch viele einzelne Drähte entstehe ein dichtes Netzwerk und letztlich eben die Kugelform.

Stundenlang haben er und seine Mitstreiter die Skulptur in der Nacht zum Freitag am Technologiezentrum mit Gartenschlauch und Hochdruckreiniger beregnet, um den Eispanzer zu erzeugen. „Es gab allerdings große Schwierigkeiten, weil die Schläuche immer wieder eingefroren sind“, erzählt der 52-jährige Paderborner.

Dennoch bildete sich in der frostigen Kälte ein dicker Eispanzer, wie sich am Freitagvormittag auch Lichtenaus Bürgermeisterin Ute Dülfer überzeugte. Spontan hatte sie dem Künstler zugesagt, der gerade die nachhaltige Energiestadt Lichtenau als Gastgeber für sein Kunstprojekt sehr geeignet fand.

Sobald es die Corona-Situation zulässt, will Arnd Drossel seine Eiskugel auf dem Platz der Vereinten Nationen in Bonn aufbauen – und selbst darin Platz nehmen. Während dann das Eis taut und an das Abschmelzen der Polkappen mahnt, will er mit Besuchern über den Klimaschutz ins Gespräch kommen.

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