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LWL-Museum für Klosterkultur

Eröffnungsfeier zur 24. Spielzeit des Dalheimer Sommers

Lichtenau

Mit einer Lesung, einem Konzert und einem Sommergespräch eröffnete der „Dalheimer Sommer“ seine 24. Spielzeit. Der „Dalheimer Sommer“ lockt Kulturinteressierte mit Musik und Schauspiel in das ehemalige Augustiner-Chorherrenstift Dalheim, heute „Stiftung Kloster Dalheim. LWL-Landesmuseum für Klosterkultur“. 

Von Rainer Maler

Beim Dalheimer Sommergespräch: (von links) Susanne Stork, Patricia Grote, Harald Schwaiger und Museumsdirektor Ingo Grabowsky Foto: Rainer Maler

Bei hochsommerlichen Temperaturen war die Kühle im so genannten Neuen Schafstall, dem Spielort unterhalb der ehemaligen Klosterkirche, bei allen Gästen willkommen.

Man wolle mehr Familien für das Programm interessieren, so erläuterte der Geschäftsführer der Stiftung Kloster Dalheim, Dr. Ingo Grabowsky. Auch zukünftig wolle man noch mehr Neues wagen, vielleicht mal Lyrik ins Programm aufnehmen. Mit der Übernahme der Intendanz durch den Theater- und Fernsehschauspieler Harald Schwaiger entwickelte sich das Programm weg vom Schwerpunkt alter Musik hin zu mehr Schauspiel und Lesungen. Er wolle Kinder für das Theater begeistern, meinte Schwaiger im Sommergespräch.

Deshalb kommt diesen Sommer auch mit „Emil und die Detektive“ ein Klassiker von Erich Kästner auf die Bühne. Unter dem Motto „Übergänge“ will der Dalheimer Sommer ein Zeichen in diesen so unsicheren Zeiten setzen. Denn „Nichts ist so beständig wie der Wandel“, schrieb der griechische Philosoph Heraklit von Ephesos vor 2500 Jahren, und in Europa ist wieder von einer Zeitenwende die Rede. Da tut der „Dalheimer Sommer“ mit seinem Musik- und Theaterprogramm ganz gut, um aus einer Tradition heraus einen kritischen Blick auf die Gegenwart zu werfen und die Bedeutung von Kultur zu stärken.

Mit sprachlicher Wucht

Auch deshalb wählte Harald Schwaiger für seine Lesung Auszüge aus dem Buch „Die Welt von Gestern“ von Stefan Zweig. Mit sprachlicher Wucht und analytischer Schärfe beschrieb Zweig den Weg in den Untergang vor dem Anschluss Österreichs durch die Nazis, zeichnete das Versagen der europäischen Politik im Umgang mit dem Diktator Hitler auf, beschrieb die Verzweiflung und Einsamkeit der Menschen, ausgelöst durch Verfolgung und Vertreibung.

Das Kloster Dalheim sei ein Kleinod, das Programm einmalig und sie wolle möglichst viele Menschen als Unterstützer und Förderer gewinnen, so äußerte sich Patricia Grote vom „Verein der Freunde des Klosters Dalheim“, denn ohne finanzielle Unterstützung durch Unternehmen und Privatleute wäre so eine Spielzeit nicht zu finanzieren. Insgesamt laden zwölf Veranstaltungen vom 5. bis 21. August in das ehemalige Kloster Dalheim alle an Kultur Interessierten ein. Mit „Mephisto“ nach einem Roman von Klaus Mann kommt ein Theaterstück als Eigenproduktion auf die Bühne, das Kindertheater bringt „Emil und die Detektive“, Konzerte von Alter Musik über Klavier bis hin zu Jazz sowie prominent besetzte Lesungen, unter anderem mit Mechthild Großmann, bekannt durch ihre Rolle als Staatsanwältin im Münster-Tatort, und Caroline Peters, bekannt aus der Serie „Mord mit Aussicht“, sorgen für spannende Unterhaltung.

Musikalisch gaben Cordula Kocian und Karl Sousa an der Violine mit Werken von Jean-Marie Leclair und Reinhold Moritzewitsch Gliére sowie aus Mozarts Zauberflöte wunderbare Kostproben aus dem musikalischen Programm, das die Zuschauer in den kommenden Wochen erwartet.

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