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Experten beantworten Fragen während einer Veranstaltung in der Schützenhalle Lichtenau

Infos zum Wolf im Kreis Paderborn

Lichtenau

Nachdem dreimal innerhalb eines halben Jahres ein Wolf im Kreis Paderborn nachgewiesen werden konnte, hat das Land Nordrhein-Westfalen das Wolfsgebiet „Senne-Eggegebirge“ mit umliegender Pufferzone ausgewiesen. Der Wolf gehört zu den geschützten wildlebenden Tierarten in Deutschland.

Im Bereich Lichtenau/Altenbeken hat sich vermutlich eine Wölfin niedergelassen. Foto: dpa

Doch seine Anwesenheit in der Region löst viele Fragen bei Wanderfreunden und insbesondere Tierhalterinnen und -haltern aus. Der Kreis Paderborn und die Stadt Lichtenau bieten daher gemeinsam eine Informationsveranstaltung am Montag, 29. November, um 19 Uhr in der Schützenhalle Lichtenau an. Die Teilnehmerzahl ist begrenzt. Es wird daher um Anmeldung bis zum 24. November per E-Mail an dissen-kummerow@lichtenau.de oder telefonisch unter 05295/8930 gebeten. Ein 3G-Nachweis (geimpft, genesen oder vor nicht mehr als 24 Stunden getestet) ist am Einlass vorzulegen, Maskenpflicht besteht bis zum Sitzplatz. 

Das Wolfsgebiet „Senne-Eggegebirge“ umfasst ein insgesamt etwa 4500 Quadratkilometer großes Gebiet, das sich von Bielefeld bis nach Warburg erstreckt. Es umfasst die Truppenübungsplätze im Bereich Senne, den Naturraum Egge sowie weitere zusammenhängende waldreiche Gebiete mit den angrenzenden Städten und Gemeinden. Der Kreis Paderborn liegt mit gesamter Fläche innerhalb des Wolfsgebietes (Bad Lippspringe, Paderborn, Lichtenau, Altenbeken, Borchen und Hövelhof) bzw. innerhalb der Pufferzone (Bad Wünnenberg, Büren, Delbrück und Salzkotten).

Präventionsmaßnahmen und finanzielle Förderungen

Fragen wie „Müssen sich Spaziergänger oder Wanderer jetzt anders verhalten?“ oder „Wie können Weidetiere vor Wolfsangriffen geschützt werden, wollen Experten während der Veranstaltung beantworten. Insbesondere werden sie über Präventionsmaßnahmen für Weidetiere wie Schafe und Ziegen sowie über finanzielle Förderungen dieser Maßnahmen informieren.

Vier Experten werden an der Veranstaltung teilnehmen. Dr. Matthias Kaiser vom Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz Nordrhein-Westfalen ist Leiter der Wolfs-Arbeitsgruppe in NRW. Christoph Gurny von der Bezirksregierung Detmold informiert über die finanzielle Förderung von Herdenschutzmaßnahmen sowie Entschädigung der durch einen Wolf verursachten Schäden. Von der Landwirtschaftskammer NRW werden Wolfgang Take und Fabian Urbitsch über Herdenschutz-Möglichkeiten berichten.

Wölfe in der Region

2016 wurde im Kreis Paderborn erstmals ein durchziehender Wolf gesichtet. Das Tier wurde damals in Oberntudorf von einem Auto angefahren und flüchtete. Die nächsten Nachweise gab es 2018. Da insbesondere auf dem Truppenübungsplatz Senne ein und dieselbe Wölfin mehrfach und über einen längeren Zeitraum nachgewiesen werden konnte, war von einem Einzeltier auszugehen, das sich in der Gegend niedergelassen hat. Das Umweltministerium gab im Dezember 2018 das Wolfsgebiet „Senne“ mit umliegender Pufferzone bekannt. Diese Wölfin gilt heute als verschollen. 2019 erfolgten keine dokumentierten Beobachtungen im Kreis Paderborn.

Im März und im Oktober 2020 gab es dann zwei neue Nachweise in Lichtenau und in Altenbeken sowie im Januar und März 2021 in Kleinenberg. Da die letzten drei Nachweise sich auf ein und dasselbe Tier – wieder eine Wölfin – beziehen, ist erneut von einem territorialen Einzeltier in der Region auszugehen, so dass die Wolfsgebietskulisse angepasst und im Mai dieses Jahres das Wolfsgebiet „Senne-Eggegebirge“ mit umliegender Pufferzone seitens des Landes NRW bekannt gegeben wurde. Es wird vermutet, dass sich das Tier auch in den an Altenbeken und Lichtenau angrenzenden Gemeinden bewegt. Alter und Herkunftsrudel der Wölfin sind nicht bekannt. Die jüngste Beobachtung stammt vom 10. Juni. Nachgewiesen wurde ein junger männlicher Wolf. Aktuell ist nicht bekannt, ob dieser sich weiterhin im Gebiet aufhält.

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