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Ausschuss stimmt umstrittenem Bauvorhaben in Lichtenauer Kernstadt zu

Ja zu Mehrfamilienhäusern

Lichtenau

Grünes Licht für drei neue Mehrfamilienhäuser in der Lichte­nauer Kernstadt. Der Bauausschuss hat dem Rat einstimmig empfohlen, entsprechende Pläne eines Investors für ein Grundstück östlich des Neuen Weges abzusegnen und den Satzungsbeschluss zu fassen. Bei einer Reihe von Anliegern stößt dass allerdings auf alles andere als Begeisterung. Viele von ihnen waren in der Sitzung des Ausschusses am Donnerstagabend als Zuhörer dabei.

Hanne Hagelgans

Mehrfamilienhäuser können jetzt auf einem Grundstück östlich des Neuen Weges gebaut werden. Foto: Google Maps

20 Einwendungen von Bürgern sind während der öffentlichen Auslegung des Planentwurfes in den vergangenen Wochen geäußert worden. Die meisten Einwender kritisieren die Höhe und die Massivität der Baukörper. Außerdem wird erhöhtes Verkehrsaufkommen befürchtet. Vorgesehen sind drei Neubauten mit jeweils sechs Wohneinheiten.

Behörden und weitere Träger öffentlicher Belange äußerten keine Bedenken, und auch die Lichtenauer Verwaltung hält das Vorhaben für städtebaulich verträglich.

Nach der Kritik von Anwohnern, die bereits Ende vergangenen Jahres laut geworden war, hat sich der Investor zwischenzeitlich bereit erklärt, die Höhe der Gebäude etwas zu reduzieren und nicht die maximal mögliche Höhe auszuschöpfen.

Es handelt sich bei dem Areal am Neuen Weg um ein Grundstück, das bisher nicht mit einem Bebauungsplan belegt war. Das Gesetz erlaubt es Investoren in einem solchen Fall meist, mehr oder weniger so zu bauen, wie sie möchten, solange dabei die Baugrenzen eingehalten und die vorgeschriebenen Stellplätze nachgewiesen werden.

Ein ähnlicher Fall hatte vor einigen Monaten auch Anwohner am Tempelweg in der Nachbarstadt Salzkotten auf den Plan gerufen, die den Bau von zwei massiven Mehrfamilienhäusern in ihrer Nachbarschaft ablehnten (das WESTFÄLISCHE VOLKSBLATT berichtete).

Bereits bei der Beratung Ende vergangenen Jahres hatte die Lichtenauer Politik angeregt, in einem Gespräch mit Investor und Anliegern das Vorhaben noch einmal vorzustellen und den Einwendern Gelegenheit zu geben, sich zu informieren, ihre Ablehnung zu begründen und nach einer gemeinsamen Lösung zu suchen. Coronabedingt konnte eine Präsenzveranstaltung nicht stattfinden, statt dessen wurde Ende Januar eine Videokonferenz organisiert.

Der Investor hat inzwischen schriftlich zugesagt, weitere Parkplätze auf einem Grundstück in unmittelbarer Nähe zum Baugebiet zu schaffen, damit es für die geplanten 18 Wohnungen genug Plätze gibt.

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