Mögliche Sichtung bei einer Jagd zwischen Blankenrode und Hardehausen

Läuft ein Wolf durch Lichtenau?

Lichtenau/Warburg...

Nach dem Nachweis eines Wolfes in Altenbeken-Schwaney vor einigen Wochen durch eine genetische Untersuchung von Kot­spuren ist jetzt offenbar erneut ein Wolf im Paderborner Land gesichtet worden.

Jörn Hannemann

Dieser Wolf wurde im Bayerischen Nationalpark fotografiert. Ein Artgenosse soll nun auch im Paderborner Land unterwegs gewesen sein. Ein verifizierter Nachweis fehlt jedoch noch. Foto: dpa

Dieses Mal haben gleich drei Teilnehmer einer sogenannten Ansitzdrückjagd in der Nähe von Lichtenau­-Kleinenberg ein Tier gesehen, das sie als Wolf ausgemacht haben wollen. Die Jagd fand am 27. November in einem Waldgebiet zwischen Blankenrode und Hardehausen statt.

„Die pensionierten Forstkollegen haben das Tier unabhängig voneinander in einem engen Zeitfenster von etwa 15 Minuten beobachtet“, sagt Ulrich Menzel, Wolfsberater im Kreis Paderborn. Er selbst sei ebenfalls bei der Jagd vor Ort gewesen, hätte aber leider persönlich den vermeintlichen Wolf nicht sehen können. Auch wenn er der Einschätzung der Förster eine fachliche Kompetenz zuspricht, sei die Sichtung kein Beweis für die Existenz des scheuen Raubtieres an diesem Ort, sondern lediglich eine unbestätigte Sichtung, ein sogenannter C3-Nachweis, betont Menzel. Für einen verifizierten Nachweis müssten genetische Spuren aus Blut- oder Kotspuren oder Fotos von Wildtierkameras vor­liegen. „Vermutlich fühlte sich der vermeintliche Wolf durch die Unruhe, die durch die Jäger entstanden war, veranlasst, das Gebiet zu verlassen. Wölfe sind da sehr sensibel, wenn etwas die Ruhe stört und plötzlich viel Bewegung herrscht“, sagt der Wolfsberater.

Eine Gefahr für Menschen bestehe nicht. „Dafür gibt es keinerlei Anhaltspunkte in ganz Deutschland. Wir sind hier in einer Region, wo der Wolf bislang sporadisch durchgezogen ist. Es gibt kein fest etabliertes Rudel.“

Ob es sich bei dem gesichteten Tier tatsächlich um einen Wolf, eventuell sogar um mehrere Exemplare, handelt, sei nicht bekannt. Aus diesem Grund gebe es auch das landesweite Netzwerk von Wolfsberatern, die in Absprache mit dem Landesumweltamt Verdachtsfällen nachgehen und protokollieren. Ulrich Menzel: „Daraus wird dann ein Gesamtbild.“

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