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Naturfreunde aus Lichtenau-Husen verkaufen Zweige und spenden den Erlös

Mystische Mistelzweige dienen gutem Zweck

Lichtenau-Husen

Misteln sind von Mythen umwoben – und zur Weihnachtszeit als Zimmerschmuck gefragt. Das machen sich die Aktiven der Initiative Streuobstwiese in Lichtenau-Husen zunutze. Sie entfernen die Misteln, die die Obstbäume ohnehin schädigen, und verkaufen sie für einen guten Zweck.

Von Helga Kloppenburg

Alte Bräuche rund um die Misteln lassen sie nicht in Vergessenheit geraten – und sammeln damit noch Geld für einen guten Zweck: (von links) Karl Kukuk, Anton Schmidt, vom Warenkorb Helmut Engelke, Ferdinand Paschen, Bruno Wiemers, Johannes Meier und Josef Dissen. Es fehlen: Franz-Josef Heim und Ralf Fleckner. Foto: Helga Kloppenburg

So haben die acht Aktiven, die sich um die Streuobstwiese kümmern, auch im Winter keine Langeweile: Sie entfernen Mistelgewächse aus den Baumkronen und Ästen und bündeln sie als Mistelsträuße in der alten Scheune von Sprecher Josef Dissen in Husen.

Die Misteln werden in Kooperation mit dem Edeka-Markt Daniel Strese in Lichtenau schon seit Jahren für einen guten Zweck in der Vorweihnachtszeit zum Kauf angeboten. Der Edeka-Markt dient dabei nur als Verteiler, wobei Daniel Strese und seine Angestellten unentgeltlich arbeiten. In diesem Jahr geht der Reinerlös an den Warenkorb Lichtenau. Helmut Engelke aus Lichtenau-Asseln vom Warenkorb konnte nun den Scheck in Höhe von 500 Euro von der Initiative Streuobstwiese Husen entgegennehmen.

„Misteln sind Halbparasiten und entziehen den Bäumen Wasser und Nährstoffe“, erklärt Josef Dissen. Das könne letztlich bis zum völligen Absterben der Bäume führen. Misteln unterlägen nicht dem Naturschutz und verbreiteten ihre Samen durch Vögel. Laut dem Naturschutzbund Deutschland ist das Aufhängen von Mistelzweigen in Deutschland noch keine weit verbreitete Tradition zu Weihnachten – doch es sollte eine werden. Denn Zweige mit Misteln sollten regelmäßig aus den Bäumen geschnitten werden.

Mistelzweig ist sagenumwoben

Um die immergrünen Pflanzen mit ihren weißen Perlen ranken sich viele Sagen und Mythen. Schon vor Christi Geburt war für die Kelten in Mitteleuropa ein hochgehaltener Mistelzweig ein Zeichen des Friedens. So sollen Kämpfe abgesagt und die Waffen niedergelegt worden sein. Das Küssen unterm Mistelzweig soll Glück bringen, und auch in der Medizin findet der Mistelextrakt seine Anwendung.

Josef Dissen, der auch als Ortsheimatpfleger und Heimatdichter bekannt ist, hat unter seinen 130 Gedichten auch den Mistelzweigen einige Zeilen gewidmet.  „Geheimnisträger“, heißt es da in der Überschrift und weiter: „Es sind Pflanzen – wahre Mythen, Misteln, die auf Bäumen blühn, Halbschmarotzer, Parasiten – Günstlinge der Medizin.“

„Ohne die Unterstützung der vielen Eigentümer von Obstbaumwiesen im ganzen unteren Altenautal, wäre diese Mistelschnittaktion nicht möglich“, betont Josef Dissen. Ihnen gelte daher auch ein großes Dankeschön.

Weitere Mistelzweige liegen noch zum Erwerb im Edeka Lichtenau bereit.

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