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Landesamt für Natur und Umwelt berichtet nach Vorfällen in Lichtenau

Schafe sollen von Wölfin gerissen worden sein

Lichtenau (WB/wip...

Nach mehreren Schafsrissen auf einer Wiese bei Lichtenau im Januar hat das Landesamt für Natur und Umwelt (Lanuv) eine Wölfin als Verursacherin ausgemacht. Das Forschungsinstitut Senckenberg hat laut Mitteilung von Freitag DNA-Spuren einer seit Oktober 2020 bekannten Wölfin nachgewiesen.

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Symbolbild. Foto: dpa

Kot des Tieres war damals in einem Waldgebiet bei Altenbecken gefunden worden. Zum Alter oder Herkunftsrudel seien bislang keine Angaben möglich. Am 8. Januar 2021 wurden auf einer Weide bei Lichtenau vier Schafe von einem Wolf getötet. Anhand der DNA-Analyse durch das Senckenberg Forschungsinstitut in Gelnhausen konnte erneut das weibliche Wolfsindividuum GW1897f nachgewiesen werden. Die Tierhalterin wurde über das Ergebnis informiert und kann jetzt Entschädigung bei der Bezirksregierung Detmold für die vier getöteten Schafe beantragen. Lichtenau im Kreis Paderborn liegt in der Pufferzone des Wolfsgebietes Senne.

Am 27. November hatten gleich drei Teilnehmer einer sogenannten Ansitzdrückjagd in der Nähe von Lichtenau­-Kleinenberg ein Tier gesehen, das sie als Wolf ausgemacht haben wollen. Die Jagd fand in einem Waldgebiet zwischen Blankenrode und Hardehausen statt.

„Die ursprüngliche Wölfin, die das Wolfsgebiet Senne sozusagen gegründet hat, ist im vergangenen Jahr plötzlich nicht mehr in Erscheinung getreten. Sie war ohnehin sehr unauffällig in Bezug auf Schafe. Es gab lediglich zwei Übergriffe auf Betriebe. Sie hat sich vermutlich von Rehen und Mäusen ernährt“, sagt Ortrun Humpert, Vorsitzende des Schafzuchtverbandes NRW. „Seit einiger Zeit gibt es aber Hinweise, dass es in diesem Gebiet eine Wölfin gibt, die sich dort scheinbar sehr wohl fühlt. Wir können nur hoffen, dass sie sich durch die Präventionsmaßnahmen abschrecken und die Schafe in Ruhe lässt.“

Den Haltern von Schafen, Ziegen und Gehegewild im Wolfsgebiet Senne und in der umgebenden Pufferzone wird seitens des Lanuv empfohlen, ihre Tiere mit geeigneten Zäunen wolfsabweisend zu sichern. In den Wolfsgebieten und in den Pufferzonen werden Präventionsmaßnahmen wie die Anschaffung wolfsabweisender Elektrozäune zu 100 Prozent gefördert. Informationen zu den möglichen Förderungen geben die jeweiligen Bezirksregierungen.

„Jetzt im Moment ist das Angebot für Wölfe eher gering, da sich die Schafe größtenteils im Stall aufhalten. Es kommt aber schon mal vor, dass die Schafe bei gutem Wetter auch im Winter auf Wiesen grasen. Die Schafe werden meistens dann wieder rausgelassen, wenn das Gras zehn Zentimeter hoch ist – im März oder April“, sagt Ortrun Humpert.

Weitere Informationen zum Wolfsgebiet Senne, zur Förderrichtlinie Wolf sowie zu Wolfsnachweisen in Nordrhein-Westfalen sind zu finden unter www.wolf.nrw/wolf .

Homepage des Senckenberg Forschungsinstituts Gelnhausen: www.senckenberg.de/de/presse/wolfsmonitoring-faq/

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