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Handydaten sollen Potenziale für Buslinien aufzeigen

Nahverkehr in den Kreisen Paderborn und Höxter vor großen Umstrukturierungen

Paderborn/Höxter

Die Kommunen im Hochstift müssen durch die Umstellung auf sogenannte „gemeinwirtschaftliche Verkehre“ in Zukunft einen erheblichen Teil des Nahverkehrs selbst finanzieren. Der Nahverkehrsverbund Paderborn/Höxter (NPH) ergreift mehrere Maßnahmen, um sich neu aufzustellen.

Von Franz Purucker

Immer mehr Busse müssen von den Kommunen finanziert werden. Der Bus in Altenbeken (Foto) verkehrt noch bis Sommer auf eigenes wirtschaftliches Risiko. Danach muss auch diese Linie subventioniert werden. Foto: Franz Purucker

Wo können mehr Fahrgäste für den Nahverkehr gewonnen werden? Um diese Frage nach dem Potenzial einzelner Strecken beantworten zu können, nutzt der NPH seit März dieses Jahres Handydaten, die Pendlerströme in der Region aufzeigen sollen. Diese Daten sollen monatlich aktualisiert werden.

Für das Jahr 2023 steht zudem eine automatisierte Fahrgastzählung per Kamera in ausgewählten Bussen auf dem Programm, die die Basis für gezielte Verbesserungen darstellt. „Meine ersten Eindrücke zeigen, dass wir gute Chancen für weitreichende Optimierungen haben“, sagt der Paderborner Landrat Christoph Rüther, der gleichzeitig neuer Verbandsvorsteher des NPH ist.

Der Politiker betont zudem: „Die Bürgermeister unserer Städte und Gemeinden sind dabei ab sofort eingebunden und bringen sich in den Prozess aktiv mit ein.“ Das wird auch nötig sein: Letztlich werden die Kommunen die Leistungen bezahlen müssen. Außer dem Linienbündel Büren-Salzkotten, welches das Unternehmen BVO weiter auf eigene Rechnung fahren will, werden alle Busverkehre künftig durch die Städte und Gemeinden gestützt werden müssen. Der Kreis Paderborn plant dafür eine neue Kreisumlage.

Altenbekens Bürgermeister Matthias Möllers rechnete in einer Ausschusssitzung mit 212.000 Euro für 2023, wobei der Busverkehr dort erst ab August gemeinwirtschaftlich vergeben wird und erst dann auch von der Kommune bezuschusst werden muss. Die Lichtenauer Bürgermeisterin Ute Dülfer sieht für Lichtenau den „Weg ins Haushaltssicherungskonzept“, sagte sie zur Einführung der bezuschussten Busse im Juni. Genaue Zahlen wurden aber noch nicht genannt. In der Pressemitteilung des NPH heißt es nun lediglich, der Zuschussbedarf bewege sich in einem „finanziellen Korridor, der vergleichbar mit Nachbarkreisen ist“.

Der NPH will sich auch selbst neu aufstellen: Das Angebot, die betriebliche Organisation und die Preisgestaltung des Nahverkehrs-Zweckverbandes sollen auf den Prüfstand gestellt werden. Geplant sei zudem ein Strategie-Workshop mit allen Mitarbeitern und die Durchführung einer weitreichenden Strukturuntersuchung durch externe Experten.

Im Anschluss an eine Analyse der Strecken und der Auslastung, die in Abstimmung mit der Stadt Paderborn erfolgen soll, stehe die Entwicklung einer Vision für den ÖPNV im Hochstift Paderborn auf dem Programm. Der NPH will diesen Prozess mit einer „aktiven Unternehmenskommunikation, die neue Ansätze und eine kundenorientierte Sprache verfolgt“, begleiten, heißt es in der Mitteilung.

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