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Welt-Asthma-Tag am 4. Mai: Dr. Andreas Zaruchas, leitender Arzt der Pneumologie im Brüderkrankenhaus St. Josef Paderborn, sieht eine positive Entwicklung

Neue Therapien lindern Atemnot

Paderborn

Asthma ist eine Volkskrankheit mit schätzungsweise acht Millionen Betroffenen deutschlandweit. Schwere Asthmaanfälle können lebensbedrohlich sein, deshalb ist eine gezielte Asthmatherapie wichtig. An diesem Dienstag, 4. Mai, ist Welt-Asthma-Tag.

Symbolbild. Foto: dpa

„Asthma ist heute in der Regel gut behandel- und kontrollierbar. Patienten können mit einer guten Lebensqualität und einer normalen Lebenserwartung rechnen“, sagt Dr. Andreas Zaruchas. Er ist Leitender Arzt der Pneumologie im Brüderkrankenhaus St. Josef Paderborn. In der Abteilung werden jährlich etwa 3500 Patienten mit akuten und chronischen Erkrankungen der Lunge und der Atemwege behandelt, darunter viele Asthmatiker.

Therapieoptionen wie die Inhalation von kortisonhaltigen Medikamenten und aktuell die Antikörpertherapie werden als Meilensteine in der Therapie bezeichnet. „Hier sehen wir riesige Fortschritte, die bei bestimmten Formen des Asthmas eine enorme Verbesserung der Beschwerden für den Patienten bedeuten“, so Zaruchas. Die regelmäßige Inhalation eines kortisonhaltigen Sprays lindert Schleimhautentzündungen an den unteren Atemwegen und verhindert Folgeschäden. Die entzündungshemmenden Wirkstoffe zeigen bereits in geringer Dosierung eine gute Wirkung. „Hier gilt: Keine Angst vor Kortison. Ein inhalatives Kortison wirkt gezielt in der Lunge und wird nicht über den Magen-Darm-Trakt aufgenommen“, erklärt der Lungenspezialist.

Andreas Zaruchas

Bei der relativ neuen Antikörpertherapie spritzen sich die Patienten das Präparat mit einem Pen – ähnlich der Insulintherapie – in mehrwöchentlichen Abständen selbst unter die Haut. Die im Labor hergestellten Antikörper können Entzündungsreaktionen des Immunsystems, ausgelöst durch eigentlich harmlose Stoffe, lindern. Die überschießende Reaktion wird durch die Antikörpertherapie eingedämmt, ohne die Abwehrkräfte insgesamt zu schwächen.

Mit Blick auf die Pandemie haben Lungenfachärzte in den vergangenen Monaten folgende Beobachtung gemacht: „Asthma-Patienten sind bei guter Einstellung nach bisherigen Erfahrungen nicht besonders häufig von SARS-CoV-2-Infektionen und den schweren Verläufen von Covid-19 betroffen.“ Andreas Zaruchas rät Asthmatikern, regelmäßig zum Hausarzt und Lungenfacharzt zu gehen, besonders bei Symptomen wie anhaltendem Husten und Luftnot. Das Tragen eines Mund-Nase-Schutz empfiehlt Zaruchas dringend: „Die allermeisten Asthmapatienten tolerieren einen Mund-Nase-Schutz.“

Eine Corona-Impfung wird allen Asthmatikern empfohlen. Auch bei allergischem Asthma sei im Allgemeinen mit einer guten Verträglichkeit der Impfstoffe zu rechnen, so Zaruchas: „Die Impfstoffe haben einen hohen Reinheitsgrad.“