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Inzidenzwert sinkt – hat aber keine wirkliche Aussagekraft, weil es über Weihnachten keine Laborergebnisse gibt

116 neue Corona-Fälle an Heiligabend im Kreis Paderborn

Paderborn (WB/mba)

Die Zahl der Neuinfektionen im Kreis Paderborn steigt weiter an: 116 neue Corona-Fälle sind dem Paderborner Kreisgesundheitsamt an Heiligabend bis 15.30 Uhr nach eigenen Angaben gemeldet worden. Aktuell sind demnach 752 Menschen mit dem Coronavirus Sars-CoV-2 infiziert, teilte das Kreisgesundheitsamt am zweiten Weihnachtsfeiertag mit.

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In einem Labor werden zum Nachweis einer Infektion Abstriche aus dem Nasen-Rachen-Raum auf das Sars-CoV-2-Virus getestet. Foto: Oliver Berg/dpa

Betroffen ist weiterhin vor allem die Stadt Paderborn mit 363 sogenannten aktiven Fällen, gefolgt von Delbrück (90), Bad Wünnenberg (54), Salzkotten (46), Hövelhof (51), Büren (32), Altenbeken (40), Bad Lippspringe (35), Borchen (30) und Lichtenau (11). Am Mittwoch hatte das Kreisgesundheitsamt 140 neue Corona-Fälle gemeldet.

Das Landeszentrum für Gesundheit (LZG) weist für den Zeitraum 19. bis 25. Dezember einen Sieben-Tages-Inzidenzwert von 115,0 aus (Stand: Samstag, 26. Dezember, 0 Uhr). Am Donnerstag lag er laut LZG noch bei 152,7. Am Sonntag wurde er dann mit 101,4 angegeben.Der Inzidenz-Wert ergibt sich aus der Summe der neuen Coronavirus-Infektionen in den vergangenen sieben Tagen pro 100.000 Einwohner. Der offizielle Wert des LZG ist ausschlaggebend für die Kreise und kreisfreien Städte in NRW, wenn es um Allgemeinverfügungen geht (siehe Anmerkung unten: Übermittlungsverzug).

Gesundheitsamt sieht in neuem Inzidenzwert keine Aussagekraft

Allerdings seien bei dem Wert von Samstag die neuen Infektionen noch nicht alle erfasst, schreibt das Kreisgesundheitsamt. Die LZG-Homepage weise 4253 gemeldete Fälle aus – 149 weniger als das Kreisgesundheitsamt bereits erfasst habe, sodass die Sieben-Tages-Inzidenz höher ausfallen dürfte und der derzeit ausgewiesene Wert keine wirkliche Aussagekraft habe.

Darüber hinaus sind sowohl die Labore als auch das Kreisgesundheitsamt am 25. und 26. Dezember geschlossen, sodass dem Gesundheitsamt keine Neuinfektionen gemeldet werden und die Behörde auch entsprechend keine neuen Fälle an das LZG weitermeldet beziehungsweise veröffentlicht. Die nächsten Corona-Fallzahlen will das Kreisgesundheitsamt am kommenden Montag veröffentlichen.

3565 Menschen im Kreis haben eine COVID-19-Infektion überstanden

Die Zahl der aufsummierten und laborbestätigten Coronavirus-Infektionen seit Ausbruch der Pandemie beträgt nach Angaben des Kreises 4402 (Stand 24. Dezember 15.30 Uhr). Die aufsummierte Zahl der Corona-Erkrankten, die eine akute Infektion überstanden haben und als genesen gelten, liegt demnach bei 3565. Unverändert 85 Menschen sind in Zusammenhang mit einer COVID-19-Infektion verstorben.

So ist das Gesundheitsamt zwischen den Jahren erreichbar

Das Kreisgesundheitsamt ist zwischen den Jahren vom 28. bis 30. Dezember von 9 bis 16 Uhr unter der Telefonnummer 05251/308-3333 erreichbar. Am 31. Dezember sowie am 2. Januar stehen die Mitarbeiter des Gesundheitsamtes für allgemeine Fragen zu COVID-19 von 12 bis 16 Uhr telefonisch zur Verfügung. www.kreis-paderborn.de/corona

Das Impfen beginnt

Der Kreis Paderborn bekommt am Sonntag, 27. Dezember, die ersten 180 Impfdosen der Firma Biontech geliefert. Bis zum 21. Januar sollen es 4000 sein. Das teilte der Kreis am Mittwochnachmittag mit. Die Impfungen in den Senioren- und Pflegeheimen beginnen demnach am Montag, 28. Dezember, mit Hilfe mobiler Teams. Im Impfzentrum gehe es los, sobald genügend Impfstoff vorhanden ist.

Weitere Informationen

Hier informiert das Land Nordrhein-Westfalen: https://www.land.nrw/corona.

Unter www.corona-schutzimpfung.de ist ein Informationsangebot abrufbar, das bundeseinheitliche Informationen rund um die Schutzimpfung bereithält und kontinuierlich weiter ausgebaut wird. Es gibt auch einen Infoservice per Newsletter.

Zudem ist der Informationsservice der 116117 erweitert worden (kostenlos, sieben Tage pro Woche, von 8 bis 22 Uhr). Beantwortet werden dort Fragen rund um Corona-Schutzmaßnahmen und die -Schutzimpfung.

Alle Entwicklungen rund um das Coronavirus in OWL, Deutschland und auch weltweit lesen Sie in unserem Newsblog.

* Stichwort: Übermittlungsverzug

Das LZG führt zum Meldeprozess auf seiner Website folgendes aus: „Dargestellt wird der jeweilige Meldestand, den die Gesundheitsämter entsprechend den Vorgaben des Infektionsschutzgesetzes (IfSG) anhand der örtlichen Meldungen feststellen und an das LZG übermitteln. Das LZG seinerseits leitet die Daten täglich im Laufe des Abends an das Robert-Koch-Institut (RKI) weiter, beide weisen einmal täglich zum Tageswechsel einen aktualisierten Stand aus. Dieser mehrstufige Meldeprozess ist vor allem in den örtlichen Gesundheitsämtern arbeits- und zeitaufwändig und unterliegt einer ständigen Qualitätssicherung. Daher kommt es immer wieder vor, dass die Angaben auf der örtlichen, der Landes- und der Bundesebene nicht vollständig deckungsgleich sind. Insbesondere ist es möglich, dass vor Ort bereits Informationen vorliegen, die noch nicht im Meldewesen weitergeleitet wurden. Möglich ist ebenso, dass örtlich zusätzliche Informationen, z.B. über die Falldefinitionen des Meldewesens hinaus verfügbar sind, die im Meldewesen nicht abgebildet werden. Manche Daten, insbesondere zu den Zahlen der Genesenen und den aktuell Infizierten können zudem nur geschätzt werden, sind also nicht eindeutig bestimmbar. Alle Beteiligten sind grundsätzlich bemüht, diese Abweichungen möglichst gering zu halten. Sie sind aber teils aufgrund der Abläufe im Meldeprozess, teils aber auch aus den unterschiedlichen Aufgabenstellungen der verschiedenen Ebenen nie gänzlich vermeidbar.“

Das RKI schreibt zum Melde- und Übermittlungsverzug auf seiner Website (siehe Disclaimer): „Für die Gesamtzahl pro Bundesland/Landkreis werden die den Gesundheitsämtern nach Infektionsschutzgesetz gemeldeten Fälle verwendet, die dem RKI bis zum jeweiligen Tag um 0 Uhr übermittelt wurden. Für die Darstellung der neuübermittelten Fälle pro Tag wird das Meldedatum verwendet – das Datum, an dem das lokale Gesundheitsamt Kenntnis über den Fall erlangt und ihn elektronisch erfasst hat. Zwischen der Meldung durch die Ärzte und Labore an das Gesundheitsamt und der Übermittlung der Fälle an die zuständigen Landesbehörden und das RKI können einige Tage vergehen (Melde- und Übermittlungsverzug). Jeden Tag werden dem RKI neue Fälle übermittelt, die am gleichen Tag oder bereits an früheren Tagen an das Gesundheitsamt gemeldet worden sind. Diese Fälle werden in der Grafik Neue COVID-19-Fälle/Tag dann bei dem jeweiligen Datum ergänzt.“

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