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Anlieger am Kaukenberg stellen Bürgerantrag zu Driburger Straße

300 Unterzeichner für Kreisel

Paderborn (WB). Dass derzeit eine Fußgängerampel an der Kreuzung Driburger Straße/Bergmann-Michel-Straße in Betrieb genommen wird, sehen Dietmar Reilard, Gerhard Todt und Waldemar Grabosch mit großer Sorge. Zwar wünschen sich die Anlieger im Baugebiet Kaukenberg mehr Sicherheit an dieser Kreuzung, doch das solle lieber durch einen Kreisverkehr erreicht werden.

Maike Stahl

An der Kreuzung Driburger Straße/Bergmann-Michel-Straße wird derzeit eine provisorische Fußgängerampel eingerichtet, damit Fußgänger zwischen den Bushaltestellen sowie den Baugebieten Kaukenberg und Springbachhöfe sicher queren können. Dietmar Reilard, Gerhard Todt und Waldemar Grabosch (von links) setzen sich mit mehr als 300 Bürgern für einen Kreisverkehr ein. Foto: Maike Stahl

„Deshalb haben wir einen entsprechenden Bürgerantrag gestellt, den in einer kurzen Sammlung trotz Corona bereits 319 Anlieger unterzeichnet haben“, berichtet Dietmar Reilard. „Denn unsere Sorge ist, dass mit der Ampel jetzt Fakten geschaffen werden, die wir gar nicht wollen.“

Neu ist das Thema nicht. „Bei der Versammlung der Kaukenberggemeinschaft Anfang März hatte die Beigeordnete Claudia Warnecke den geplanten Ausbau der Driburger Straße vorgestellt“, erzählt Gerhard Todt. Zu den 3500 Bewohnern des Kaukenbergs kämen im Baugebiet Springbachhöfe noch einmal 1500 Bewohner hinzu. „Die müssen alle über die Driburger Straße, um ihr Wohngebiet zu erreichen. Deshalb habe ich erneut einen Kreisverkehr angeregt.“ Die Linksfraktion hatte diese Anregung aufgegriffen und eine Prüfung durch die Verwaltung beantragt.

Lange Rückstaus möglich

In der Bauausschusssitzung am 27. Mai hatte Thomas Jürgenschellert, Leiter des Stadtplanungsamtes, erläutert, dass mehrere Gründe gegen die Einrichtung eines Kreisverkehres an dieser Stelle sprächen. Vor allem, dass die Driburger Straße an dieser Stelle außerhalb der geschlossenen Ortschaft liege. Dadurch seien beispielsweise keine Zebrastreifen am Kreisverkehr zulässig.

Mittelinseln böten zu Stoßzeiten nicht genug Platz für Fußgänger. Außerdem könne es dann wegen des hohen Fahrzeugaufkommens auf der Driburger Straße zu langen Rückstau in den Nebenstraßen kommen. Schließlich seien Nachteile für den Busverkehr zu befürchten. Deshalb soll die Kreuzung aus Sicht der Stadtverwaltung mit einer Ampel ausgestattet werden.

Diese Auskunft stellt die Anlieger allerdings nicht zufrieden. „Beim Sammeln der Unterschriften haben wir immer wieder gehört: bitte keine Ampel!“, erzählt Dietmar Reilard. „Dann wären hier auf knapp 1000 Meter drei Ampeln. Wir stehen jetzt schon dauernd vor roten Ampeln.“

Brenzlige Situationen

Die provisorische Fußgängerampel berge zudem zusätzliche Probleme. Der Schwerlastverkehr zum Neubaugebiet und zum Supermarkt werde beim Ein- und Ausfahren durch die damit verbundene Fahrbahnverengung stark behindert. Es gebe immer wieder brenzlige Situationen.

Auf dem gesamten Abschnitt der Driburger Straße bis zum George-Marshall-Ring hat die Stadt zudem Tempo 50, im Bereich der oberen Zufahrt zu den Springbachhöfen auf Höhe der provisorischen Bushaltestellen sogar Tempo 30, eingerichtet.

„Überall gibt es positive Erfahrungen mit Kreisverkehren. Warum geht das in Paderborn nicht“, kann Gerhard Todt die Argumentation der Verwaltung nicht nachvollziehen. Zumal genug Platz vorhanden wäre, ohne dass Grundstücke angekauft werden müssten. „Wir hoffen, dass die Angelegenheit noch einmal gründlich und wohlwollend geprüft wird, bevor noch eine Ampel in Ampelborn gebaut wird“, sagen die Antragsteller.

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